Nach Attentaten in Brüssel und Paris

Anschläge in Deutschland? Das sagt de Maizière

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Thomas de Maizière

Berlin - Nach den Anschlägen in Paris und Brüssel befürchten viele Mitbürger, dass auch Deutschland Ziel von Terroristen wird. Nun hat sich Innenminister de Maizière zu dem Thema geäußert.

Die Bundesregierung hat nach Angaben von Innenminister Thomas de Maizière (CDU) derzeit keine Hinweise auf geplante Anschläge in Deutschland. Den Sicherheitsbehörden lägen "keine solchen Hinweise auf bevorstehende Anschläge in Deutschland vor, dass wir Veranstaltungen absagen oder bestimmte Gebiete sperren müssten", sagte de Maizière der Zeitung Bild am Sonntag  aus Berlin. Die Lage sei jedoch "angespannt".

"In einem freiheitlichen Europa stehen wir für gemeinsame Werte ein, auch wir stehen deshalb im Zielspektrum von Terroristen", sagte de Maizière. "Unsere Freiheit macht uns zum Feind der Terroristen", fügte er hinzu und forderte die Mitgliedstaaten der Europäischen Union dazu auf, wieder enger mit US-Geheimdiensten zu kooperieren. Die Zusammenarbeit mit den USA sei "wichtiger denn je".

De Maizière: Datenschutz nicht wichtiger als der Schutz der Bürger

Der Minister verlangte nach den Anschlägen von Brüssel mit 31 Toten zudem einen besseren Datenaustausch zwischen den Sicherheitsbehörden in der Europäischen Union. Im Zweifel müsse der Datenschutz zurückstehen. "In Zeiten ernsthafter Gefahren" müsse "klar sein, dass der Datenschutz nicht wichtiger ist als der Schutz der Bürgerinnen und Bürger", sagte de Maizière.

56 Prozent der Bundesbürger erwarten indes noch in diesem Jahr einen Anschlag in Deutschland. Dies ergab eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Emnid am vergangenen Mittwoch unter 502 Befragten für die "Bild am Sonntag". 38 Prozent rechnen demnach nicht mit einem Anschlag im Jahr 2016. 56 Prozent der Deutschen sind der Erhebung zufolge frei von Angst vor Anschlägen. 42 Prozent ängstigen sich demnach.

Am Dienstag hatten sich zwei Attentäter am Flughafen Brüssel-Zaventem in die Luft gesprengt. Rund eine Stunde später verübte ein weiterer Angreifer einen Selbstmordanschlag in einer U-Bahnstation im Europaviertel. Insgesamt wurden 31 Menschen getötet und etwa 300 weitere verletzt. Bei koordinierten Anschlägen in Paris waren am 13. November 130 Menschen getötet und mehr als 350 weitere verletzt worden. Alle Neuigkeiten finden Sie im News-Ticker.

AFP

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