Alle Nachrichten vom Montag

Nach Terror in Paris: News-Ticker vom Montag zum Nachlesen

+
Der Eiffelturm ist seit Montag Abend zum ersten Mal

Paris - Präsident Hollande will den UN-Sicherheitsrat einberufen und einige US-Staaten wollen keine Flüchtlinge aus Syrien mehr aufnehmen. Alle News im Live-Ticker.

Mindestens 129 Menschen sind bei den Terroranschlägen in Paris ums Leben gekommen - unter den Opfern ist ein 28-Jähriger aus Bayern. 352 Menschen wurden bei dem Terrorangriff verletzt, am Sonntagabend schwebten noch dutzende Verletzte in Lebensgefahr.

  • Verfolgen Sie die aktuellen Nachrichten nach den Terror-Anschlägen von Paris in unserem News-Ticker.
  • Sieben Angreifer starben. In einer nicht verifizierten Erklärung hatte sich die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) zu den Bluttaten bekannt.
  • Frankreichs Premierminister Manuel Valls teilte am Montagmorgen mit, die Anschläge seien von Syrien aus organisiert worden. Auch andere Länder in Europa seien bedroht.
  • Begleitet von Luftangriffen auf die Terror-Miliz IS in Syrien treibt Frankreich mit Razzien die Jagd nach den Drahtziehern der Anschlagserie voran.
  • In ganz Europa gibt es am Montag um 12 Uhr mittags eine Schweigeminute.
  • "Wir leben in Zeiten, in denen wir Opfer einer neuen Art von Krieg beklagen", sagte Bundespräsident Joachim Gauck am Sonntag.
  • Das Hacker-Kollektiv Anonymous hat in einem Video dem Terrornetzwerk Islamischer Staat den Krieg erklärt. Die Terroristen veröffentlichten hingegen ein neues Drohvideo, in dem sie konkrete Ziele benennen.
  • Der französische Präsident Francois Hollande will den UN-Sicherheitsrat anrufen.
  • Behörden bestätigen, dass zwei der insgesamt 129 Todesopfer aus Deutschland stammen.

Lesen Sie unseren News-Ticker zum Terror in Paris vom Samstag und vom Sonntag nach

+++ Nach den Anschlägen von Paris haben sich republikanische Gouverneure von 13 US-Bundesstaaten gegen die Aufnahme von Bürgerkriegsflüchtlingen aus Syrien ausgesprochen. Präsident Barack Obama hatte die Aufnahme von 10 000 Flüchtlingen im laufenden Haushaltsjahr zugesagt. „Die Bedrohung für Texas durch den IS (Terrormiliz Islamischer Staat) ist sehr real“, schrieb der Gouverneur des Südstaates, Greg Abbott, am Montag in einem Brief an Obama. „Ein syrischer Flüchtling scheint unter den Attentätern gewesen zu sein“, heißt es in dem Schreiben weiter, über das die Plattform „The Hill“ berichtete. Neben Texas haben sich auch Bundesstaaten wie Alabama, Florida, Arizona oder Ohio gegen die Aufnahme von Syrern ausgesprochen.

+++ Die deutsche Polizei ist aus Gewerkschaftssicht nicht ausreichend für den Kampf gegen Terroristen wie in Paris gerüstet. „Auf eine direkte Konfrontation mit so schwer bewaffneten und auch kriegserfahrenen Attentätern sind wir denkbar schlecht vorbereitet“, sagte der Bundesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, am Montagabend im ZDF-„Spezial“. Die Einsatzkräfte täten bereits, was sie könnten, stießen aber immer auch an ihre Grenzen.

+++ Das zweite identifizierte deutsche Todesopfer der Terroranschläge in Paris kommt aus Niedersachsen. Dies teilte die in der Nähe von Hannover lebende Familie am Montagabend der Deutschen Presse-Agentur mit. Die Angehörigen hätten am Sonntagabend vom Tod des 51-Jährigen erfahren.

Zufällig vorbeikommende Streifenpolizisten töteten einen der Attentäter

+++ Bei der Geiselnahme im Pariser Konzertsaal Bataclan am Freitagabend sind zwei Streifenpolizisten als Erste am Tatort eingetroffen. Ein Kommissar und sein Fahrer seien ins Bataclan eingedrungen und hätten mit ihren Dienstwaffen einen der Attentäter getötet, sagte die Vize-Generalsekretärin der Polizeigewerkschaft SCPN, Céline Berthon, am Montag dem Sender France Inter. Leider hätten sie, da sie allein waren und nur ihre Pistolen und eine Schutzweste hatten, nicht bleiben können. Sie hätten sich dann zurückgezogen und draußen auf das Sondereinsatzkommando gewartet.

+++ Der nach den Anschlägen von Paris geschlossene Eiffelturm hat wieder geöffnet - und erstrahlt drei Tage lang in den französischen Landesfarben Blau-Weiß-Rot. Das weltberühmte Pariser Wahrzeichen habe nach einer Verstärkung der Sicherheitsvorkehrungen am Montagnachmittag wieder seine Pforten geöffnet, erklärte die Betreibergesellschaft Sete. Auf Bitten der Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo werde der 324 Meter hohe Eiffelturm "in den Farben der französischen Flagge beleuchtet".

„Niemand sollte daran zweifeln, dass das Licht in der „Stadt des Lichts“ weiter scheint“, sagte US-Außenminister Kerry, der sich am Dienstag mit dem französischen Präsidenten Francois Hollande treffen wird. Die Stadt habe in ihrer Geschichte noch dunklere Zeiten erlebt und diese überstanden. Die Menschen von Paris würden - unterstützt von Freunden, Partnern und Familien in der ganzen Welt - aufstehen für die globalen Werte, die die Welt erhellten.

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen sieht keinen NATO-Bündnisfall

 +++ Unter dem Hashtag "OpParis" will das Hacker-Kollektiv Anonymous mit voller Härte gegen die Terrororganisation Islamischer Staat vorgehen. Das ganze Video - in französischer Sprache - gibt es hier.

+++ Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat sich nach der Terrorserie von Paris nicht eindeutig zu einem möglichen Bündnisfall geäußert. „Die Franzosen zeigen derzeit keinerlei Zeichen, dass sie die Nato anrufen werden“, sagte die Ministerin am Montagabend in Passau. Ein Hoffnungsschimmer sei jedoch, dass sich selbst widerstreitende Mächte an einen Tisch setzten, und hoffentlich bald gemeinsam beschließen, wen sie bekämpfen und wen sie beschützen wollen. Lesen Sie hier mehr über den Besuch der Verteidigungsministerin in Passau.

+++ Nach den Terroranschlägen in Paris ist ein zweites deutsches Todesopfer identifiziert worden. Dies teilte das Auswärtige Amt am Montag in Berlin mit. „Wir müssen leider bestätigen, dass ein weiterer deutscher Staatsangehöriger unter den Todesopfern ist“, sagte ein Ministeriumssprecher. Nähere Angaben machte er zunächst nicht. Bislang war nur bekannt, dass ein 28-jähriger Architekt aus Oberbayern getötet wurde.

+++ Im Fall des Waffenfundes in einem Auto nahe Rosenheim ermitteln Polizei und Staatsanwaltschaft unter Hochdruck. Gibt es eine Verbindung mit den Terroranschlägen in Paris?

Hollande beruft UN-Sicherheitsrat ein

+++ Frankreichs Präsident François Hollande will nach den Terroranschlägen von Paris den UN-Sicherheitsrat im Kampf gegen des Islamischen Staat (IS) anrufen. Die Notwendigkeit der Zerstörung des IS sei eine Aufgabe der internationalen Gemeinschaft, sagte Hollande am Montag bei einer Sitzung des Kongresses in Versailles. Hier erfahren Sie alles über die verschärften Sicherheitsmaßnahmen und Hollandes weitere Pläne.

+++ Bei einem Großeinsatz der niederländischen Polizei unweit der Grenze zu Belgien sind laut Medienberichten zwei Menschen festgenommen worden. Auf Videoaufnahmen niederländischer Medien waren am Montag Polizisten mit Sturmhauben sowie mindestens zehn Streifenwagen und Zivilfahrzeuge der Polizei bei einer Scheune in der Nähe der Kleinstadt Susteren, 30 Kilometer von Maastricht entfernt, zu sehen. Ein Polizeihubschrauber kreiste über dem Geschehen.

DFB-Spiel: Große Geste für Paris-Opfer geplant

+++ Nach den Terroranschlägen von Paris sind unzählige Informationen und auch Gerüchte im Umlauf. Diese Übersicht soll für mehr Klarheit sorgen: Was wir wissen und was nicht - der aktuelle Informationsstand am Montag zum Nachlesen.

+++ Merkur-Sportreporter Günter Klein war am Freitag im Stadion in Paris. Heute berichtet er aus Barsinghausen bei Hannover. Dort bereitet sich die Deutsche Fußballnationalmannschaft auf das Länderspiel am Dienstag gegen die Niederlande vor. Die Stimmung: "Immer noch sehr gedrückt." Besonders auffallend: "Das Gelände haben im Gegensatz zu sonst nicht nur Securities des DFB, sondern auch Polizisten abgesichert." Außerdem wurde das Sportzentrum vor Beginn der PK mit Jogi Löw und Oliver Bierhoff von Spürhunden durchkämmt. Die sportliche Wertigkeit des Spiels gegen die Holländer soll nach dem schrecklichen Abend am Freitag in den Hintergrund rücken. Fans des DFB schlugen vor, aus Solidarität mit den französischen Trikots zu spielen, vor Anpfiff die französische Nationalhymne zu zelebrieren.

 +++ Nach den Anschlägen von Paris hat die belgische Justiz gegen zwei Verdächtige Strafverfahren eröffnet. Den beiden werde ein "Terroranschlag und die Teilnahme an den Aktivitäten einer Terrorgruppe" vorgeworfen, teilte die Staatsanwaltschaft am Montag in Brüssel in einer Erklärung mit. Fünf weitere Verdächtige, die am Wochenende festgenommen worden waren, wurden demnach auf freien Fuß gesetzt.

+++ Auch in München ist die Betroffenheit nach den Terroranschlägen von Paris noch deutlich spürbar. Zusammen mit dem französischen Generalkonsul gedachte Oberbürgermeister Dieter Reiter am Montag vor dem französischen Konsulat mit einer Schweigeminuten den Opfern.

IS droht dem Westen erneut per Video

+++ Die italienische Polizei fahndet nach einem möglichen flüchtigen Terroristen der Anschläge von Paris. Der 32-jährige Franzose sei in einem schwarzen Seat unterwegs, nach dem Auto werde im Großraum Turin gesucht, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa am Montag. Demnach hat die Turiner Polizei alle Einheiten alarmiert und angeordnet, nach dem verdächtigen Wagen im Gebiet rund um die norditalienische Stadt Ausschau zu halten. Bereits zuvor war der Ansa zufolge die Polizei im Grenzgebiet alarmiert worden. Demnach war der Wagen möglicherweise bei Ventimiglia über die Grenze gekommen.

+++ In einem Video, das sich über soziale Netzwerke verbreitet, meldet sich offenbar das Terrornetzwerk Islamischer Staat zu Wort - und verbreitet weiter Hass und Drohungen. Lesen Sie hier mehr zu der Hass-Botschaft des IS.

+++ Dänemark will sich nach den Anschlägen von Paris so schnell wie möglich wieder am Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) beteiligen. Der dänische Außenminister Kristian Jensen sagte am Rande des Außenministertreffens in Brüssel am Montag: „Wir sehen jetzt, dass IS eine direkte Bedrohung für die Europäer und damit auch für die Dänen ist. Das ist umso mehr ein Grund, den IS dort zu bekämpfen, wo er ist.“

Mohamed Abdeslam ist nicht länger in Haft

+++ „Kommen die bewaffneten Männer jetzt auch zu uns?“, ist eine der ­häufigsten Fragen, die von Kindern gestellt wird, die die Anschläge in Paris im TV mitbekommen haben. Der Kinderpsychologe Fredy Orendt gibt im Gespräch mit der tz Tipps, wie ­Eltern ihren Kindern helfen können, die Realität zu verarbeiten.

+++ Ein Ehepaar aus Köln hat den Terror-Anschlag auf das Konzert der Eagles of Death Metal im Bataclan in Paris überlebt. In der Talkshow Günther Jauch beschreibt es die entsetzlichen Szenen.

+++ Der Bruder von zwei Terrorverdächtigen der Pariser Anschläge ist von der Polizei wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Mohamed Abdeslam werde nicht länger verdächtigt, an den Attentaten beteiligt gewesen zu sein, sagte seine Anwältin am Montag der belgischen Nachrichtenagentur Belga. Ihr Mandant habe ein Alibi für Freitagabend und könne deshalb nachweisbar nicht an den Anschlägen in Paris beteiligt gewesen sein. 

Mohamed war am Samstag in Belgien festgenommen worden. Er ist der Bruder eines der Selbstmordattentäter. Der dritte Bruder, Salah Abdeslam, gilt ebenfalls als mutmaßlicher Terrorist und ist auf der Flucht.

+++ Aus Respekt vor den Opfern der Anschläge in Paris verschiebt die ARD die geplante „Tatort“-Doppelfolge mit Til Schweiger (51) ins nächste Jahr. Sie sollte ursprünglich am kommenden Sonntag (22. November) und eine Woche später (29. November) zu sehen sein. „Es passt einfach nicht in diese Wochen, eine Krimireihe zu zeigen, in der es auch um einen terroristischen Angriff geht“, teilte der NDR-Programmdirektor Fernsehen, Frank Beckmann, mit.

Terror in Paris: Polizei kann Grenzkontrolle nicht verstärken

+++ Die Deutsche Polizeigewerkschaft hat skeptisch auf den Vorschlag von Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) reagiert, für stärkere Grenzkontrollen Landespolizisten einzusetzen. „Das klingt recht einfach“, sei es aber nicht, sagte DPolG-Landesvorsitzender Hermann Benker am Montag auf Anfrage. Bereits seit März sei die bayerische Polizei mit der Aufnahme der vielen Flüchtlinge beschäftigt. Dass man sich nun verstärkt um Schleierfahndung und Grenzkontrollen kümmern soll, „halte ich für ausgeschlossen“, betonte Benker.

Nach Terroranschlägen: "Anonymous" erklärt dem IS den virtuellen Krieg

+++ Das Hacker-Netzwerk Anonymous hat dem IS mit martialischen Worten den virtuellen Krieg erklärt. „Diese Attentate können nicht ungestraft bleiben“, hieß es in einem am Samstag veröffentlichten Video. Darin ist eine Person im schwarzen Kapuzenpulli und mit der typischen Guy-Fawkes-Maske zu sehen. Gesprochen wird die Botschaft von einer Computerstimme: „Wir werden euch finden und wir werden nicht nachlassen. Wir werden die wichtigste Operation gegen euch starten, die je gegen euch geführt wurde. Der Krieg hat begonnen.“ Die Attentäter werden als Gesindel bezeichnet.

+++ Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat den Terror in Paris als grauenhaften Anschlag auf die Demokratie und die Freiheitsrechte gewertet. Es gelte nun, volle Solidarität gegenüber Frankreich zu zeigen, sagte die Ministerin beim Besuch einer Flüchtlingseinrichtung in Erding. „Wir trauern mit unseren französischen Freunden.“

Von der Leyen informierte sich in der oberbayerischen Kurzzeiteinrichtung über die Arbeit der rund 200 Soldaten, die dort vor allem bei der Registrierung der derzeit dort untergebrachten rund 1000 Migranten helfen.

+++ In Arnsberg im Sauerland hat die Polizei einen 39 Jahre alten Algerier festgenommen. Der Mann soll mehrere Tage vor den Attacken in einer Flüchtlingsunterkunft gegenüber Mitbewohnern aus Syrien geäußert haben, dass in Paris etwas passieren werde.

Anti-Terror-Ermittler nehmen Mann in Brüssel-Molenbeek fest

+++ Bei einem Anti-Terror-Einsatz in dem Brüsseler Stadtteil Molenbeek hat die Polizei am Montag eine Person festgenommen. Das meldeten der belgische Rundfunk RTBF und die belgische Nachrichtenagentur Belga übereinstimmend. Die Identität des Festgenommenen war zunächst unklar, laut dem Radiosender RTBF handelt es sich aber nicht um den mutmaßlichen Pariser Terroristen Salah Abdeslam.

+++ Türkische Sicherheitskräfte haben nach Angaben aus Regierungskreisen einen der mutmaßlichen Attentäter von Paris bereits im vergangenen Jahr als Terrorverdächtigen identifiziert. Die Türkei habe die französischen Behörden im vergangenen Dezember und erneut im Juni über den Verdächtigen Omar Ismaïl Mostefaï informiert, sagte ein hochrangiger Regierungsbeamter in Ankara am Montag der Deutschen Presse-Agentur. „Wir haben jedoch keine Rückmeldung von Frankreich in dieser Angelegenheit erhalten.“

+++ In ganz Europa haben Menschen um 12 Uhr in einer Schweigeminute der Opfer des Terrors in Paris gedacht. An den Tatorten in Paris verharrten Menschen in Stille, wie auf Live-Bildern im französischen Fernsehen zu sehen war. Präsident François Hollande und Premierminister Manuel Valls nahmen in der Universität Sorbonne an der Schweigeminute teil, an deren Ende dort Applaus aufbrandete. Auf dem Place de la République sangen Menschen die Nationalhymne Marseillaise, ebenso an der Nationalversammlung.

+++ Französische Behörden haben auf Grundlage des Ausnahmezustands 104 Menschen unter Hausarrest gestellt. „168 Durchsuchungen wurden in dieser Nacht durchgeführt“, sagte Innenminister Bernard Cazeneuve am Montag in Paris. Dabei nahmen Beamte 23 Personen fest und stellten 31 Waffen sicher, darunter vier Kriegswaffen. „Der Ausnahmezustand erlaubt es, die Präventionsarbeit zu verstärken“, sagte Cazeneuve.

+++ Ein Chiemgauer berührt mit seinem Paris-Lied Millionen Menschen. Der 27-jährige Alex Diehl aus Waging hat ein Handyvideo auf Facebook hochgeladen, in dem er "Nur ein Lied" singt. Berührende Liedzeilen: "Ihr seid wütend, wir können's verstehen, doch dieser Weg voll Hass zu gehen, löst kein bisschen das Problem. Aus Angst wird Hass, aus Hass wird Krieg, bis die Menschlichkeit am Boden liegt, bis hier alles explodiert und jeder den Verstand verliert."

33-jähriger Spanier nach Terror in Paris versehentlich für tot erklärt

+++ Eine krasse Geschichte: Die spanischen Behörden haben einen 33-jährigen Spanier für tot erklärt, der die Terroranschläge in Paris in Wahrheit überlebt hat. Sechs Stunden lang lebte dessen Familie in der Gewissheit, den geliebten Sohn Alberto Pardo verloren zu haben. Ein makabres Missverständnis.

+++ Innerhalb von 24 Stunden nach derAnschlagsserie in Paris haben mehr als vier Millionen Menschen auf Facebook den „Safety Check“ aktiviert und ihren Freunden mitgeteilt, dass sie in Sicherheit sind. 360 Millionen Menschen seien von ihren Freunden als „In Sicherheit“ markiert worden.

Terror in Paris: Einer der Selbstmordattentäter war Ermittlern bekannt

+++ Einer der Selbstmordattentäter aus dem Pariser Konzertsaal Bataclan stand schon einmal wegen Gründung einer terroristischen Vereinigung unter Verdacht. Gegen Amy Amimour wurde wegen einer versuchten Reise in den Jemen 2012 ermittelt, teilte die Pariser Staatsanwaltschaft mit.

+++ Felix Link, ein Fußballer des MTV Berg am Starnberger See, schildert seine Erlebnisse aus dem Stade de France  von Freitagabend. „Wir waren auch erst kurz vor dem Spielbeginn im Stadion. Am gleichen Eingang hat es nur wenig später eine Explosion gegeben. (...) Wir mussten unsere Akkus schonen und konnten erst in unserer Wohnung im 20. Arrondissement unsere Familie kontaktieren. Da war es schon nach halb zwei.“ 

Belgischer Dschihadist Abdelhamid Abaaoud soll Terror in Paris geplant haben 

+++ Der Drahtzieher des Terrors in Paris könnte nach Medienberichten der polizeibekannte belgische Dschihadist Abdelhamid Abaaoud sein. Mindestens einer, wenn nicht zwei der Selbstmordattentäter seien Freunde von Abaaoud gewesen, berichtete die belgische Tageszeitung „De Standaard“  und berief sich auf belgische Sicherheitsdienste.

+++ Bei einem Anti-Terroreinsatz in Lyon hat die französische Polizei fünf Personen festgenommen und unter anderem einen Raketenwerfer sichergestellt. Bei dem Einsatz in der Nacht auf Montag sei ein Arsenal an Waffen entdeckt worden, hieß es. Die Durchsuchungen sollen nicht in direktem Zusammenhang mit den Ermittlungen zu den Terroranschlägen in Paris und dem Vorort Saint-Denis stehen.

Isobel Bowdery überlebt Anschlag auf Konzert im Bataclan - weil sie sich tot stellt

+++ Was die 22-jährige Isobel Bowdery erlebt hat, bewegt Menschen auf der ganzen Welt. Sie hatte Freitagabend das Konzert der Eagles of Death Metal besucht, als die Massenmörder um sich schossen. Isobel überlebt - weil sie sich tot gestellt hat. Auf Facebook schreibt sie: "Du glaubst niemals, dass dir so etwas passieren wird. Ihr emotionaler Facebook-Post, zu dem sie ein Foto ihres blutbeschmierten Tops hochgeladen hat, beginnt so: "Du glaubst nie, dass dir so etwas passieren wird. Es war einfach nur ein Freitagabend auf einer Rock-Show. Die Stimmung war so ausgelassen, jeder hat getanzt und gelacht." Und weiter: "Dutzende Menschen wurden direkt vor mir erschossen. Ein Blutbad füllte den Boden." Isobel Bowderys Nachricht wurde mehr als 2,6 Millionen Mal geliked (Stand: 16. November, 10 Uhr), auch von Facebook-Gründer Mark Zuckerberg. Der Post ist ein Appell der Liebe und für eine bessere Welt.

Terror in Paris: "von Syrien aus organisiert und geplant"

+++ Die Terroranschläge in Paris wurden nach Angaben von Frankreichs Premierminister Manuel Valls von Syrien aus „organisiert“ und „geplant“. „Wir müssen länger mit dieser Bedrohung leben“, sagte er am Montagmorgen dem belgischen Sender RTL. „Wir wissen, dass Operationen vorbereitet wurden und noch vorbereitet werden, nicht nur gegen Frankreich, sondern auch gegen andere europäische Länder“, sagte Valls. Er kündigte an, in Frankreich würden Moscheen und radikale Vereinigungen geschlossen werden, in denen „gegen die Werte der Republik verstoßen“ wird.

+++ Diese Bilder sind herzzerreißend, denn mit ihnen suchen verzweifelte Menschen nach ihren Verwandten und Freunden. Auf Twitter und Facebook nutzen sie den Hashtag #RechercheParis, in der Hoffnung, dass ihnen jemand ein Lebenszeichen sendet. Die Vermisstenanzeigen in den sozialen Medien zeigen die Verschwundenen auf den Fotos lachend, im Urlaub am Strand. Es sind Bilder von jungen Leuten, die an dem Freitagabend einfach ihren Feierabend in der Stadt der Liebe genießen wollten, bevor der Terror in Paris begann.  

Jan Böhmermann schreibt 100 Fragen zum Terror in Paris

+++ "Neo Magazin Royale"-Moderator Jan Böhmermann hat nach den Terroranschlägen in Paris 100 Fragen auf Facebook gepostet, ohne Antworten zu geben. Seinen Facebook-Post haben inzwischen mehr als 100.000 Menschen geliked und 28.000 Menschen geteilt (Stand: 16. November, 8 Uhr). Seine Fragen sind aufwühlend und spiegeln das allgemeine Gefühl der Ratlosigkeit wider. Böhmermann fragt zum Beispiel Warum hat das niemand verhindert?, Glauben die Typen wirklich, sie könnten gewinnen? und Was bleibt von Pegida, wenn keiner mehr die provozierten Wutbürger, die ihre gefühlten Wahrheiten in Lügenpressekameras krakelen, im Fernsehen zeigt?.  

+++ Begleitet von massiven Luftangriffen auf die Terror-Miliz IS in Syrien treibt Frankreich die Jagd nach den Drahtziehern der Pariser Anschlagserie voran. Während die Luftwaffe „in Koordination mit den amerikanischen Kräften“ die syrische IS-Hochburg Al-Rakka bombardierte, sehen sich Frankreichs Behörden mit dem Vorwurf konfrontiert, die Flucht eines mutmaßlichen Terrorkomplizen durch eine Fahndungspanne begünstigt zu haben. An mehreren Orten in Frankreich, etwa in Calais und Toulouse, gab es in der Nacht zum Montag Razzien.

Terror in Paris: München und Garmisch trauert um begabten Architekten (28)

+++ Eine deutsche Familie trauert um den 28-jährigen Garmischer Raphael H.. Der talentierte Architekt, der in der französischen Hauptstadt lebte und zuvor in München studiert hatte, ist bei den Terroranschlägen in Paris gestorben. Er saß in dem Asia-Restaurant „Le Petit Cambodge“ in der Rue Alibert, auf dessen Fenster die Attentäter auch das Feuer eröffneten. Mit Raphael starben allein hier und in der Nachbar-Bar „Le Carillon“ 15 Menschen. In München legen viele Menschen vor dem französischen Generalkonsulat Blumen nieder und entzündeten Kerzen.

Die Welt leuchtet in den Farben Frankreichs

sah/dpa/AFP

Kommentare

Meistgelesen

Bundespräsidentenwahl 2016 in Österreich: Die letzten Umfragen und Prognosen
Bundespräsidentenwahl 2016 in Österreich: Die letzten Umfragen und Prognosen
Beschämend: Debatte zu Aleppo im Bundestag - und keinen interessiert es
Beschämend: Debatte zu Aleppo im Bundestag - und keinen interessiert es
Bis zu 20.000 Euro: Familien sollen Geld für Hausbau erhalten
Bis zu 20.000 Euro: Familien sollen Geld für Hausbau erhalten
Verkehrssündern drohen höhere Bußgelder
Verkehrssündern drohen höhere Bußgelder
Viele BKA-Bewerber scheitern am Deutschtest
Viele BKA-Bewerber scheitern am Deutschtest