Nach Schulmassaker

Tausende gedenken getöteter Schüler in Pakistan

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Die Menschen in Pakistan trauern um die ermordeten Kinder.

Peshawar - Nach dem Taliban-Angriff auf eine Schule in Peshawar haben tausende Menschen der Opfer gedacht. Sie legten Blumen nieder, zündeten Kerzen an und forderten ein hartes Vorgehen der Armee gegen die radikalen Islamisten.

Menschenrechtsgruppen kritisierten indes am Sonntag die nach dem Schulattentat seit Jahren erstmals wieder vollstreckte Todesstrafe.

"Tod den Terroristen", "Lang lebe die pakistanische Armee", "Taliban sind Wilde", riefen die Trauernden an der Schule in Peshawar, wo die Taliban am Dienstag 149 Menschen getötet hatten, die meisten davon Kinder. "Was für ein Mensch kann ein Kind töten?", fragte Anwohner Imdad Hussain. "Erst griffen sie Moscheen an, dann Märkte und jetzt auch Schulen", sagte eine andere Trauernde. "Wir werden es nicht zulassen, dass unsere Kinder getötet werden", versicherte sie. Eine weitere Frau forderte die öffentliche Hinrichtung der Attentäter.

Nach dem Angriff der Taliban auf die von der Armee geführte Schule in Peshawar hatten Regierung und Militär angekündigt, den Kampf gegen die Islamisten zu verstärken. Armeechef Raheel Sharif erklärte, der Angriff habe die Entschlossenheit der Streitkräfte noch verstärkt, die Aufständischen "endgültig zu eliminieren". Bei Gefechten der Armee und einem US-Drohnenangriff wurden in den Stammesgebieten im Nordwesten des Landes am Samstag mindestens zwölf Taliban-Kämpfer getötet.

Bei einer Razzia in der Stadt Shabqadar etwa 30 Kilometer nördlich von Peshawar wurden am Samstag nach offiziellen Angaben zwei Extremisten getötet. Bei Schusswechseln starben dort demnach auch ein Polizist und ein paramilitärischer Kämpfer. Fünf weitere Aufständische wurden nach Behördenangaben in der Stadt Matni rund 15 Kilometer südlich von Peshawar getötet. Beim Angriff einer US-Drohne in der Region Nord-Waziristan starben demnach mindestens fünf Taliban-Kämpfer.

Als Folge des Anschlags in Peshawar wurden auch die landesweiten Sicherheitsvorkehrungen massiv verschärft. Am Samstag wurde an allen Flughäfen des Landes die höchste Alarmstufe ausgerufen. An Gefängnissen, in denen Extremisten einsitzen, wurden Soldaten postiert. Mehrere Bildungseinrichtungen, darunter die renommierte Quaid-e-Azam-Universität in der Hauptstadt Islamabad, wurden bis auf Weiteres geschlossen.

Als Reaktion auf den Taliban-Angriff auf die Schule hatte Ministerpräsident Nawaz Sharif zudem das Moratorium für die Todesstrafe aufgehoben. Zwei wegen Terroranschlägen verurteilte Extremisten wurden daraufhin am Freitag hingerichtet. Vier weitere Terroristen sind gehängt worden. Die vier Männer seien am Sonntag für ihre Beteiligung an einem erfolglosen Anschlag auf den damaligen Militärmachthaber Pervez Musharraf im Jahr 2003 hingerichtet worden, sagte der Innenminister der Provinz Punjab, Shuja Khanzada.

Für die kommenden Tage wurden bis zu zehn weitere Hinrichtungen angekündigt. Scharfe Kritik daran kam von Menschenrechtsorganisationen. Human Rights Watch erklärte, es handle sich um "eine feige politisierte Reaktion auf die Morde von Peshawar" und forderte die Aussetzung aller geplanten Exekutionen. Amnesty International nannte die Hinrichtungen eine "zynische Reaktion".

Die Rebellenbewegung Tehreek-e-Taliban Pakistan hatte sich zu dem Anschlag auf die Schule bekannt und diesen als Vergeltung für die Militäroffensive in den Stammesgebieten bezeichnet. Nach offiziellen Angaben wurden bei den Armeeeinsätzen gegen die Aufständischen in den Stammesbezirken im Nordwesten Pakistans bislang mehr als 1700 Aufständische und etwa 130 Soldaten getötet. Menschenrechtsaktivisten werfen dem Militär aber vor, eine zu hohe Zahl getöteter Aufständischer anzugeben und Opfer in der Zivilbevölkerung zu verschweigen.

AFP/dpa

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