Einwohner-Melderegister an deutsche Sicherheitsbehörden

Syrische Opposition spielt BKA "Goldschatz" an Daten zu 

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Eine Mitarbeiterin des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge stempelt einen gerade erstellten Ankunftsnachweis ab. Bei der Erfassung von Flüchtlingen könnte der zugespielte Datensatz bei Abgleichen helfen.

München - Laut "Focus" haben syrische Oppositionelle deutschen Sicherheitsbehörden ein fast vollständiges Einwohner-Melderegister der syrischen Regierung unter Präsident Assad zugespielt. Auch Daten über IS-Kämpfer sind dabei.

Der riesige Datensatz, der auch auf Computern der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) gespeichert gewesen sein soll, sei von der syrischen Exilregierung in Istanbul an Bundeskriminalamt (BKA) und Bundespolizei übermittelt worden, berichtete das Magazin am Freitag.

Datenabgleich bei Flüchtlingen möglich

"Wir sitzen auf einem Goldschatz an Informationen", zitierte der "Focus" einen hohen BKA-Beamten. Die Sicherheitsbehörden werten die Daten demnach derzeit aus. Für die Bundespolizei könnte das syrische Melderegister laut "Focus" bei Grenzkontrollen von Flüchtlingen eine "zusätzliche Arbeitsgrundlage" liefern, da Angaben von Syrern zu ihrem vorherigen Wohnort mit dem Datensatz abgeglichen werden könnten.

Informationen über IS-Anhänger

Ferner habe das BKA von der syrischen Exilregierung außerdem knapp 60 Dossiers mit Informationen zu deutschen IS-Anhängern erhalten. Diese enthalten demnach Informationen, die die Islamisten bei deren Ankunft in von der Miliz kontrollierten Gebieten zu Schul- und Berufsausbildung, Studium, Familienverhältnissen und besonderen Fähigkeiten gemacht hätten.

Das BKA wollte die Informationen mit Verweis auf laufende Ermittlungen auf Anfrage nicht kommentieren. Die Behörde bestätigte lediglich, dass sie im Besitz eines Datensatzes aus dem Bestand des IS sei.

Am Donnerstag teilte der britische Nachrichtensender Sky News mit, ihm sei ein Datensatz von 22.000 mutmaßlichen IS-Mitgliedern zugespielt worden. Die Daten waren demnach zuvor von einem enttäuschten ehemaligen Kämpfer der Dschihadistenmiliz entwendet worden. BKA und auch Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) halten die in den Dokumenten enthaltenen Daten für authentisch.

AFP

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