IS zieht aus Manbidsch ab

Dramatische Lage: Außenminister Steinmeier regt Luftbrücke für Aleppo an

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Regt die Errichtung einer Luftbrücke für die syrische Großstadt Aleppo an: Bundesaußenminister Steinmeier. 

Damaskus - Der IS gerät in Syrien und im Irak immer mehr unter Druck. Nach Eroberung der Stadt Manbidsch wollen kurdische Kämpfer nun die Versorgung der IS-Hochburg Al-Rakka abschneiden. Außenminister Steinmeier will das umkämpfte Aleppo aus der Luft versorgen.

Nach der Vertreibung des IS aus der wichtigen syrischen Stadt Manbidsch wollen die kurdischen Kämpfer die Dschihadistenhochburg Al-Rakka isolieren. Die zweite Phase des Vorstoßes gegen die Terrormiliz in Nordsyrien werde sich auf die Region um die Stadt Al-Bab konzentrieren, sagte Idriss Nassan, Sprecher der Demokratischen Kräfte Syriens. Dabei handelt es sich um die Schlüsselregion für die Nachschubrouten in die inoffizielle IS-Hauptstadt. Die kurdisch geführte Koalition hatte Manbidsch nach monatelangen Kämpfen am Freitag für befreit erklärt.

Bei ihrem Rückzug aus Manbidsch entführten IS-Kämpfer kurzzeitig etwa 2000 Zivilisten aus der Stadt, am Samstag kamen sie aber wieder frei. Sie seien an den Rändern der Stadt und im Hinterland freigelassen worden, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Die Terrormiliz zog sich an die türkische Grenze zurück, in die Stadt Dscharablus, rund 35 Kilometer nördlich von Manbidsch.

Auch im Irak gerät die Terrormiliz immer weiter unter Druck: Kurdische Peschmerga-Einheiten verkündeten die Eroberung von sechs Dörfern nahe der vom IS gehaltenen Großstadt Mossul. Das Vorrücken sei Teil einer neuen Offensive, die am Sonntag aus den Gebieten Chasir und Machmur etwa 40 Kilometer südöstlich Mossuls gestartet worden sei. Zuletzt hatten Regierungstruppen die bedeutenden Städte Falludscha und Ramadi vom IS zurückerobert.

In der geteilten syrischen Metropole Aleppo gingen die heftigen Kämpfe am Wochenende weiter. Mindestens 24 Menschen wurden den Menschenrechtsbeobachtern zufolge durch Luftangriffe oder Beschuss in der Stadt getötet. In der Großstadt sowie der gleichnamigen Provinz seien seit dem 31. Juli 327 Zivilisten durch die Kämpfe umgekommen.

Angesichts der dramatischen humanitären Lage in der Stadt regte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) die Errichtung einer Luftbrücke an. „Wenn beide Teile Aleppos weiter nicht hinreichend humanitär versorgt werden können, sollten wir auch die Möglichkeit von Hilfe aus der Luft prüfen, vor allem bei medizinischen Gütern“, sagte Steinmeier der „Welt am Sonntag“. Dies habe bereits in der ostsyrischen Stadt Dair as-Saur funktioniert. Steinmeier will an diesem Montag mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow in Jekaterinburg auch über Syrien sprechen.

Die frühere Metropole Aleppo im Norden Syriens ist geteilt. Der Westen der Stadt wird von den Regimetruppen des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad gehalten, der Osten von Aufständischen. Rebellengruppen unter Führung von Islamisten hatten erst vergangene Woche die mehrwöchige Belagerung des Ostteils gebrochen, konnten bislang aber keine sichere Passage in die Rebellengebiete errichten.

dpa

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