Zusatzkosten für Mitgliederparteitag

AfD-Basis soll Richtungskampf entscheiden

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AfD-Gold: Mit dem Goldverkauf hat die Alternative sehr ordentliche Gewinne gemacht.

Berlin - In der AfD kämpfen National-Konservative gegen Wirtschaftsliberale. Nun sollen die Mitglieder die Partei befrieden. Aber wer bezahlt das?

Die Alternative für Deutschland (AfD) will ihren Richtungskampf auf dem nächsten Bundesparteitag von den Mitgliedern entscheiden lassen - wenn die Basis die Kosten dafür trägt. „Der Bundesvorstand wird zu einem Mitgliederparteitag einladen, wenn es uns gelingt, die Zusatzkosten zu decken“, heißt es laut SWR in einem Schreiben des Parteisprechers Bernd Lucke an die AfD-Mitglieder. Es geht dabei um 150 000 Euro.

Durch den Streit zwischen dem national-konservativen und dem eher wirtschaftsliberalen Flügel sieht Lucke demnach sogar die „Einheit unserer Partei“ gefährdet. Lucke wirft dem national-konservativen Flügel einen „fundamentaloppositionellen Politikstil“ vor.

Der ursprünglich für die zweite April-Hälfte geplante Parteitag mit Wahl einer neuen Parteispitze war auf Juni verschoben worden. Nach einem kostspieligen Mitgliederparteitag in Bremen im Januar sollten diesmal nur Delegierte kommen. Lucke schreibt nun, zu einem Mitgliederparteitag werde es kommen, wenn die Parteibasis die Mehrkosten vorher spende.

Im ersten Jahr ihres Bestehens 2013 nahm die AfD mehr als 7,7 Millionen Euro ein. Das geht nach „Spiegel“-Informationen aus dem ersten AfD-Rechenschaftsbericht hervor, der in den kommenden Tagen veröffentlicht werden soll. Demnach steckte die Partei 2013 gut 3,8 Millionen Euro in die Wahlkämpfe etwa für den Bundestag und den hessischen Landtag. Rund 200 000 Euro gab sie für ihr Personal aus. Nach sämtlichen Ausgaben blieb der AfD dem Bericht zufolge ein satter Überschuss - mehr als 2,3 Millionen Euro.

Der Europa-Abgeordnete Hans-Olaf Henkel warf den National-Konservativen den „grotesken Versuch“ vor, die AfD zu spalten. „Anscheinend wollen sie eine Änderung der von unserer Basis mit riesiger Mehrheit verabschiedeten politischen Leitlinien. Die AfD steht jedenfalls nicht für die Art von rechtspopulistischen Gedanken, die ein kleiner Teil immer wieder äußert“, sagte Henkel der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“.

Schleswig-Holsteins AfD-Landesvorsitzende Ulrike Trebesius forderte unterdessen den umgehenden Austritt Deutschlands aus der Eurozone. „Deutschland muss die Reißleine ziehen und den Euro verlassen“, sagte die Europaabgeordnete in Kiel auf einem Landesparteitag. Zugleich stärkte sie im innerparteilichen Richtungsstreit Lucke den Rücken.

In einer eingespielten Video-Botschaft plädierte Lucke dafür, dass in Griechenland und Deutschland das Volk direkt über das Verbleiben in der Eurozone abstimmen sollte.

Vor Beginn des Parteitags hatten rund 100 Linke vergeblich versucht, den Zugang zum Veranstaltungsort zu blockieren.

dpa

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