Sie wollten "Ungläubige" töten

Polizei nimmt drei mutmaßliche IS-Unterstützer fest

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Die drei wurden bereits am Sonntag festgenommen. Foto: Rene Ruprecht/Archiv

Stuttgart - Geld sammeln für Gotteskrieger, nach Syrien reisen und dort „Ungläubige“ töten: Ein paar junge Männer schmieden in Schwaben laut Staatsanwaltschaft dunkle Pläne.

Die Polizei hat drei mutmaßliche Terrorunterstützer im Raum Ulm festgenommen. Die Männer im Alter von 20 bis 25 Jahren wollten sich nach Angaben der Stuttgarter Staatsanwaltschaft der Terrormiliz IS in Syrien anschließen. Zudem wird ihnen Terrorismusfinanzierung vorgeworfen. Die drei wurden bereits am Sonntag festgenommen - zwei in Ulm, einer im Alb-Donau-Kreis, wie die Ermittler am Mittwoch mitteilten. Am Montag erging Haftbefehl gegen das Trio. Außerdem wurden die Wohnungen der Männer durchsucht.

Schon Ende des vergangenen Jahres hatte die länderübergreifende Ermittlungsgruppe „Donau“ mit Sitz in Neu-Ulm mehrere Personen im Ulmer Raum in den Blick genommen. Es bestehe der Verdacht, dass die drei Männer Geld gesammelt haben, mit dem sie die Terrorgruppe IS unterstützen und ihre eigene Ausreise sowie Waffenausbildung finanzieren wollten, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Wie viel Geld sie aufgetrieben haben, sei noch nicht bekannt. In welchen Einrichtungen sich die Männer radikalisiert haben, wollte die Staatsanwaltschaft zunächst nicht bekanntgeben. Die Polizei hatte unter anderem ihre Telefone überwacht.

Die Männer organisierten Koran-Verteilungsaktion "LIES"

Die drei Männer sollen im Raum Ulm mehrere Koran-Verteilaktionen im Rahmen des umstrittenen Projekts „LIES!“ organisiert haben. Das gesammelte Geld sollen die drei Männer direkt oder indirekt an Mitglieder des IS weitergeleitet haben, so der Verdacht der Behörden.

Ende vergangenen Jahres hatten die Behörden schon ein Ausreiseverbot verhängt. Nach den Festnahmen am Sonntag durchsuchten Polizeibeamte die Wohnungen der Männer. Die sichergestellten Beweismittel müssen jetzt ausgewertet werden.

Der länderübergreifenden Ermittlergruppe gehören Beamte aus den Polizeipräsidien Schwaben/Südwest (Bayern) und Ulm an. Im Südwesten gibt es nach Angaben des Landeskriminalamts (LKA) etwa 130 polizeibekannte Islamisten. Dem LKA und dem Verfassungsschutz liegen Hinweise zu rund 50 Personen vor, die nach Syrien oder Irak ausgereist sind, um dort zu kämpfen oder anderweitig tätig zu werden. Ein Teil sei wieder zurückgekehrt. Rund zehn Personen kamen bei Kampfhandlungen oder Selbstmordattentaten ums Leben.

Jahrelang galt Ulm als eine Hochburg von Islamisten im Südwesten. Das im Oktober 2007 geschlossene Islamische Informationszentrum (IIZ) galt lange als wichtiger Anlaufpunkt für Radikale. Der IIZ-Mitbegründer Thomas Hamza Fischer war im russischen Konfliktgebiet Tschetschenien im Nordkaukasus bei Kämpfen gestorben.

Auch die drei Bombenbauer der sogenannten Sauerland-Zelle hatten Verbindungen nach Ulm. Die Terroristen wollten die größten Anschläge in der Geschichte der Bundesrepublik verüben. Sie wurden wegen der Terrorpläne im März 2010 zu bis zu zwölf Jahren Gefängnis verurteilt.

Das IIZ löste sich selbst auf und kam so einem Verbot zuvor. Bis dahin war es vom Verfassungsschutz beobachtet worden, weil es die Ziele des politischen Islamismus verfolgte. In der bayerischen Schwesterstadt Neu-Ulm waren Islamisten ebenfalls aktiv, im Dezember 2005 wurde dort das „Multikulturhaus“ verboten.

dpa

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