Papst beklagt Ausbeutung von Migranten

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Der Papst spricht am letzten Tag seines Mexiko-Besuches direkt an der US-Grenze. Foto: Alessandro Di Meo

In einer von Drogen- und Menschenhandel gezeichneten Region klagt Franziskus über das Schicksal von Tausenden Armutsflüchtlingen. Die letzte wichtige Botschaft des Papstes in Mexiko wird auch in die benachbarte US-Stadt El Paso live übertragen.

Ciudad Juárez (dpa) - Der Ort war als Symbol ausgesucht worden: Direkt an der Grenze zwischen Mexiko und den USA hat Papst Franziskus an das Migrationsdrama in dieser Region erinnert.

Mit einem dringenden Appell zum Schutz von Migranten vor kriminellen Banden beendete Franziskus am Mittwoch (Ortszeit) in der nördlichen Grenzstadt Ciudad Juárez der Unruheregion Chihuahua einen mehrtägigen Besuch in Mexiko. Präsident Enrique Peña Nieto verabschiedete den Pontifex nach seiner ersten Reise ins Land. Das Flugzeug mit dem Papst startete am Abend in Richtung Rom.

"Wir können die humanitäre Krise nicht leugnen", hatte Franziskus zuvor vor mehr als 200 000 Menschen auf einem Messegelände in Ciudad Juárez gesagt. Weitere Zehntausende verfolgten die Messe live in einem Stadion des benachbarten El Paso im US-Bundesstaat Texas. Der Papst war am letzten Tag seines Mexiko-Besuches bis an wenige Meter an die US-Grenze gereist.

Franziskus klagte dort über die "schrecklichen Ungerechtigkeiten", die viele Migranten aus Lateinamerika in der Grenzregion erleiden müssten. Jedes Jahr versuchen Zehntausende Menschen, die Grenze zu den USA auf der Flucht vor Armut und Gewalt zu passieren.

Viele diese Menschen gerieten in die Hände von Menschenschmugglern und würden "versklavt, verschleppt und erpresst", sagte der 79 Jahre alte Pontifex. Die Migranten würden nicht nur unter der Armut, sondern zudem unter dieser Gewalt leiden.

Diese Ungerechtigkeit treffe Jugendliche in noch radikalerer Form, mahnte Franziskus: "Sie werden wie "Kanonenfutter" verfolgt und bedroht, wenn sie versuchen, aus der Spirale der Gewalt und der Hölle der Drogen auszubrechen". Die menschliche Tragödie der Zwangsmigration sei heute ein globales Phänomen.

Der Papst erinnerte auch an das Schicksal von Dutzenden von ermordeten Frauen in Ciudad Juárez. Die Stadt ist seit langem Drehkreuz für Drogenhandel und Armutsmigration im Norden Mexikos. Sie galt jahrelang als einer der gefährlichsten Orte der Welt.

Franziskus hatte zuvor eine Haftanstalt in Ciudad Juárez besucht. Er kritisierte dort die miserablen Zustände in vielen Gefängnissen und forderte eine menschlichere Behandlung für straffällige Menschen. Menschenrechtler prangern seit Jahren die Haftbedingungen in mexikanischen Gefängnissen als katastrophal an. Erst vor einer Woche waren nach einem Streit zwischen Häftlingen in einer Anstalt des nördlichen Bundesstaates Nuevo León 49 Menschen ums Leben gekommen.

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