Prozess in München

NSU-Banküberfälle erst nach Jahren als Serie erkannt

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Die Angeklagte Beate Zschäpe beim NSU-Prozess vor dem Oberlandesgericht in München.

München - Die Chemnitzer Polizei hat die Banküberfälle des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ in der sächsischen Stadt erst spät als Serie erkannt. Das räumte ein Kripo-Ermittler am Dienstag als Zeuge im Münchner NSU-Prozess ein.

Er habe nach einem versuchten Raub in einer Sparkassenfiliale im Jahr 2005 zahlreiche Fotos ausgewertet. Dabei seien ihm Gemeinsamkeiten bei Kleidung und Waffen der beiden Täter aufgefallen. Zu diesem Zeitpunkt lag der erste von sieben NSU-Banküberfällen in Chemnitz bereits sechs Jahre zurück.

Mit Banküberfällen soll das NSU-Trio - Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt - sein Leben im Untergrund von 1999 bis zum Auffliegen im November 2011 finanziert haben. In Chemnitz fanden die mutmaßlichen Rechtsterroristen nach dem Abtauchen zunächst Unterschlupf bei Gesinnungsgenossen.

Als besonders auffällig bezeichnete der Kripo-Ermittler am Dienstag ein Repetiergewehr mit abgesägtem Lauf, das auf mehreren Überwachungsfotos zu sehen sei. Zu erkennen sei auch, dass ein Täter stets einen Revolver trug - und zwar in der linken Hand. Böhnhardt, einer der mutmaßlichen NSU-Terroristen, war Linkshänder.

Nach den ersten beiden Chemnitzer Überfällen seien die Täter auf Motorrädern der DDR-Marke Simson geflohen, sagten Kollegen des Ermittlers. Eines der Motorräder sei in einem Gebüsch an Bahngleisen gefunden worden. Später seien die Bankräuber auf Mountainbikes unterwegs gewesen. Ein Fluchtweg habe durch eine Kleingartensiedlung geführt, durch die man sie mit Autos nicht habe verfolgen können.

Bilder zum NSU-U-Ausschuss

NSU-U-Ausschuss will neuem rechten Terror vorbeugen

Einzige Überlebende des Trios ist Beate Zschäpe. Vor dem Oberlandesgericht in München muss sie sich vor allem für die Serie von neun rassistisch motivierten Morden an Gewerbetreibenden türkischer und griechischer Herkunft verantworten.

dpa

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