Terroristen verbünden sich mit Islamisten

Boko Haram bekennt sich zu IS in Syrien

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Boko Haram Zeichnet sich für diverse Terrorattacken in Nigeria verantwortlich.

Lagos - Die Islamistenmiliz Boko Haram in Nigeria will sich eigenen Angaben zufolge mit der Terrororganisation IS im Nahen Osten verbünden.

Die Islamistenmiliz Boko Haram in Nigeria will sich eigenen Angaben zufolge mit der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) im Nahen Osten verbünden. Der Chef von Boko Haram, Abubakar Shekau, gab in einer Audiobotschaft bekannt, dem Anführer des IS in Syrien und dem Irak, Abu Bakr al-Bagdadi, die Treue zu schwören. „Wir versprechen unsere Gefolgschaft und werden in schwierigen sowie in guten Zeiten Gehorsam üben“, sagte Shekau auf Arabisch in der rund achtminütigen Botschaft, die am Sonntag im Internet mit englischer und französischer Übersetzung verbreitet wurde. Er rief alle Moslems der Welt auf, sich dem Bündnis anzuschließen.

Die nigerianische Gruppe hatte in der Vergangenheit nach dem Vorbild des IS unter anderem Enthauptungsvideos veröffentlicht. Im April vergangenen Jahres hatte sie 200 Mädchen aus einer Schule entführt, von denen bis heute jede Spur fehlt.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International zählt neben dem IS vor allem Boko Haram sowie die Al-Shabaab in Somalia weltweit zu den größten Bedrohungen für die Menschenrechte. Experten gehen davon aus, dass sich Boko Haram ein Vorbild an der Schreckensherrschaft der Islamisten in Syrien und im Irak nimmt.

Die Berichte über Massenhinrichtungen von Andersgläubigen, zu Propagandazwecken gefilmte Enthauptungen und versklavte Mädchen und Frauen gleichen sich. Bereits im August hatten die Extremisten in den von ihnen kontrollierten Gebiete im Norden Nigerias ein Kalifat ausgerufen, so wie es der IS in Syrien und im Irak getan hatte.

US-Medien hatten im Februar unter Berufung auf Sicherheitskreise berichtet, dass Emissäre des IS nach Nigeria gereist seien, um über eine Allianz mit Boko Haram zu verhandeln. Die nigerianische Gruppe soll auch Kontakte zu nordafrikanischen Al-Kaida-Ablegern haben.

Nach Angaben der nigerianischen Behörden starben am Samstag bei fünf Selbstmordanschlägen im Nordosten des ölreichen Landes insgesamt 55 Menschen. Weitere etwa 150 Menschen seien verletzt worden. Zunächst war von drei Anschlägen mit mehr als 40 Toten berichtet worden.

Es wird vermutet, dass Boko Haram hinter den Anschlägen steckt. Die Gruppe will in der Region einen Gottesstaat errichten und hat seit 2009 mehr als 13 000 Menschen getötet. Jedoch wurde sie zuletzt vom Militär mit Unterstützung der Nachbarländer zurückgedrängt.

Die IS-Terrormiliz kontrolliert in Syrien und im Irak je rund ein Drittel der Landesfläche. Anhänger haben zudem IS-Zellen in Ägypten und in Libyen gegründet.

dpa

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