"Die sollen uns überschwemmen?"

Hoëcker contra Flüchtlingskritiker: In 70 Sekunden gegen die Ängste

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Bernhard Hoëcker wählte für sein Statement gegen Flüchtlingsängste ein einfaches und eindrückliches Beispiel.

München - 70 Sekunden lang sprach Bernhard Hoëcker in der "NDR-Talkshow" über die Angst vor einer "Flüchtlingsschwemme". Den Kritikern nahm er den Wind aus den Segeln.

Es sind nur 70 Sekunden, die Bernhard Hoëcker braucht, um mit einem einfachen und eindrücklichen Beispiel ein klares Statement gegen die Flüchtlingsängste in Deutschland zu machen. In der "NDR-Talkshow" lief der eigentlich als Comedian bekannt gewordene Fernseh-Tausendsassa zur Hochform auf. Doch man merkt in dem Video, das inzwischen mehr als sechs Millionen Mal geklickt wurde, dass ihm das Thema wichtig ist.

Als am Sonntag in der Runde mit den Moderatoren Barbara Schöneberger und Hubertus Meyer-Burckhardt die Sprache auf die Zuwanderung in Deutschland kommt, legt Hoëcker dann auch gleich los. Zwar finde er "Wissenschaft eigentlich interessanter als Politik, aber im Moment haben wir ja alle total Angst, dass wir von Flüchtlingen überschwemmt werden." Er spricht die Bilder an, die die Menschen im Meer zeigen und zitiert die diffusen Ängste, welche in den letzten Monaten von einigen Parteien und auf hunderten Demonstrationen in die Öffentlichkeit getragen wurden.

Hoëcker: Ein einfaches Beispiel gegen Angst vor Flüchtlingen

"Die überschwemmen uns in Scharen, und das ist total gefährlich, und man hat das ja alles nicht mehr unter Kontrolle", sagt Hoëcker im NDR. Und dann geht er vom Ironischen ins Ernste und erklärt, wie er gegenüber Gesprächspartnern versucht, die Zahl der Zuwanderer in Deutschland zu visualisieren. Eine Millionen Menschen seien im letzten Jahr gekommen, macht bei knapp 80 Millionen Deutschen also ein Achtzigstel.

Er schaut sich im Publikum um und fragt die Moderatoren: "Wie viele habt ihr hier denn rumsitzen?" Schöneberger informiert ihn, dass ungefähr 120 Zuschauer bei der Show sind. Ganz unkonventionell springt Hoëcker daraufhin über das Sofa zu den Gästen und bittet erst eine Dame aufzustehen, danach noch eine zweite, "weil vielleicht kommen ja noch ein paar Flüchtlinge, von denen wir nichts wissen." Nun stehen also die zwei Frauen da und der Comedian betont noch einmal das Bild: "Diese beiden Menschen sind nun die Flüchtlinge wenn wir ganz Deutschland wären. Und nun muss man noch bereit sein aufzustehen und zu behaupten, dass diese beiden Menschen die Kultur im Studio überfluten. Dann muss man ein Problem haben."

Spätestens hier sollte jedem klar sein, worauf Hoëcker hinaus will. Viel zu gering ist die Anzahl der Flüchtlinge im Verhältnis zur breiten Masse. Noch geringer übrigens die Anzahl derer, welche die Ängste schüren. Doch das Beispiel ist noch nicht zu Ende: "Wenn die jetzt anfangen und sind Metal-Fans oder sie glauben an die Zahnfee, würden wir plötzlich alle Metal hören oder die Fee anbeten? Nein! Es ist - ganz ehrlich - einfach überhaupt kein Problem."

Vom Publikum im Studio gibt es dafür tosenden Applaus.

Auf mehrfache Nachfrage hier noch einmal Bernhard Hoecker, der für einen ganz besonderen Moment in der letzten NDR Talk Show sorgte.

Posted by NDR Talk Show on Dienstag, 29. März 2016

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