Terrorgefahr in Berlin und Dresden?

Hinweise auf Anschläge in Deutschland nicht verifiziert

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Mehr als 200 Polizisten, darunter auch Spezialeinsatzkräfte, haben am Freitag mehrere Objekte in Berlin durchsucht und Haftbefehle gegen Verdächtige aus der Islamistenszene vollstreckt.

Berlin - Nach den Attentaten von Paris nehmen auch die Deutschen die Terrorgefahr bewusster wahr. Die Behörden erhalten eine Vielzahl von Warnungen. Doch alles kein Grund zur Unruhe, betont der Minister.

Die deutschen Sicherheitsbehörden gehen den Hinweisen auf mögliche Anschlagziele islamistischer Terroristen in Deutschland mit Hochdruck nach. Die von ausländischen Nachrichtendiensten an deutsche Behörden weitergeleiteten Meldungen, in denen die Hauptbahnhöfe in Berlin und Dresden als mögliche Ziele genannt werden, sind noch nicht verifiziert. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Samstag aus Sicherheitskreisen. Die Informationen würden auf Glaubwürdigkeit und Gehalt geprüft. Die Kreise bestätigten im Grundsatz die Hinweise von Partnerdiensten, über die zuerst das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ berichtet hatte.

Bundesinnenministerium mit. „Darunter sind belastbare und weniger belastbare Hinweise.“

Das Magazin hatte berichtet, es gebe übereinstimmende Warnungen ausländischer Geheimdienste an die deutschen Behörden, in denen zwei mutmaßliche Anschlagsziele genannt wurden. Dabei soll es sich um die Hauptbahnhöfe in Berlin und Dresden handeln. Ein offizielle Bestätigung gab es dafür nicht.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hatte am Freitag in Berlin gesagt: „Die Lage ist ernst, es besteht Grund zur Sorge und Vorsorge, jedoch nicht zu Panik und Alarmismus.“

Bei einem Großeinsatz gegen gewaltbereite Islamisten hatte die Berliner Polizei am Freitag zwei Terrorverdächtige festgenommen. Die beiden Türken sollen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) unterstützt und eine schwere staatsgefährdende Gewalttat in Syrien vorbereitet haben, wie Staatsanwaltschaft und Polizei mitteilten. Für Anschlagspläne in Deutschland gebe es keine Anhaltspunkte, sagte Polizeisprecher Stefan Redlich. Und: „Es gibt keinen Zusammenhang mit den Anschlägen in Frankreich.“

Die 41 und 43 Jahre alten Verdächtigen sitzen inzwischen in Untersuchungshaft. Sie haben sich bisher nicht zu den Vorwürfen geäußert, wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Martin Steltner, sagte. Nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft waren sie Kern einer Logistikzelle für terroristische Aktivitäten. Sie sollen Kämpfer rekrutiert, fanatisiert und bei der Ausreise nach Syrien unterstützt haben.

Am Donnerstag war in Wolfsburg ein Deutsch-Tunesier festgenommen worden, der sich dem IS in Syrien angeschlossen haben soll. Am Freitag erließ der Bundesgerichtshof Haftbefehl gegen den 26-Jährigen. In Pforzheim hatte die Polizei am Donnerstag Wohnungen mutmaßlicher Islamisten durchsucht. Auch in diesen beiden Fällen gab es keine Hinweise auf Anschläge in Deutschland.

Bei Anschlägen islamistischer Terroristen waren in der Vorwoche in Paris 17 Menschen getötet worden. Die drei Attentäter starben bei Polizeieinsätzen.

dpa

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