Ein Deutscher bei Terrorattacke verletzt

Anschlag in Jakarta: IS bekennt sich

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Der IS bekannte sich am Donnerstag zu dem Anschlag in der indonesischen Hauptstadt Jakarta.

Jakarta - Terrorattacke in der Hauptstadt Indonesiens: Am Donnerstag erschütterten zahlreiche Explosionen Jakarta. Die Polizei geht von einem Anschlag des IS aus. Sieben Menschen starben.

Bei dem Terroranschlag in der indonesischen Hauptstadt Jakarta ist ein Deutscher verletzt worden. Davon gehe das Auswärtige Amt nach allen vorliegenden Informationen aus, sagte ein Sprecher am Donnerstag in Berlin. Die deutsche Botschaft in Jakarta stehe mit den örtlichen Behörden in engstem Kontakt, um weitere belastbare Angaben zu erhalten. Zunächst hatte es geheißen, nach ersten Erkenntnissen der Botschaft seien keine Deutschen zu Schaden gekommen. Das Außenministerium riet, den Innenstadtbereich Jakartas vorerst zu meiden.

IS bekennt sich zu Anschlag in Jakarta

Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) hat sich zu der Anschlagserie in der indonesischen Hauptstadt Jakarta bekannt. Eine entsprechende Erklärung des IS wurde am Donnerstag in arabischer Sprache im Internet verbreitet. Darin hieß es, "vier Soldaten" des muslimischen "Kalifats" hätten die Angriffe mit "leichten Waffen und Sprengstoffgürteln" verübt. Zugleich seien Bomben gezündet worden.

Die Polizei bestätigte den IS-Hintergrund der Terror-Attacke: „Dieses Netzwerk hat Verbindungen zum IS“, sagte der Polizeichef der Millionenmetropole, Tito Karnavian, am Donnerstag. „Der IS hat Zellen in Südostasien, auch in Indonesien.“

Polizei erklärt Anschlag für beendet

Das Attentat in der indonesischen Hauptstadt Jakarta ist nach Angaben der Behörden beendet. Die Situation sei unter Kontrolle, erklärte die Polizei. "Fünf Terroristen sind tot", sagte der Minister für öffentliche Sicherheit, Luhut Panjaitan. Zudem seien ein niederländischer und ein indonesischer Zivilist getötet worden. Fünf Polizisten, ein ausländischer Zivilist und vier Indonesier seien verletzt worden, erklärte die Polizei.

Die Polizei hatte zuvor mitgeteilt, dass sich am Donnerstag mindestens zwei Angreifer selbst in die Luft gesprengt hätten. Die Attentäter hatten nahe einem Einkaufszentrum im Zentrum Jakartas mehrere Sprengsätze gezündet. Ein Augenzeuge berichtete, ein bewaffneter Täter habe außerdem vor einem Starbucks-Café gegenüber dem Einkaufszentrum das Feuer eröffnet. Den Tätern gelang zunächst die Flucht.

Explosionen in Jakarta: Mehrere Tote

Bei einem Terroranschlag in Jakarta sind nach Polizeiangaben sieben Menschen ums Leben gekommen.

Bei einer Attentatsserie in der indonesischen Hauptstadt Jakarta sind mehrere Menschen getötet worden, darunter ein Ausländer. "Fünf Terroristen sind tot", sagte der Minister für öffentliche Sicherheit, Luhut Panjaitan, am Donnerstag in Jakarta. Zudem seien ein niederländischer und ein indonesischer Zivilist getötet worden. Die Niederlande sprachen dagegen nur von einem schwerletzten Staatsbürger.

Die Polizei teilte mit, es habe sich um Angriffe nach dem Muster der Attentatsserie in Paris mit 130 Toten gehandelt. Zunächst habe sich ein Selbstmordattentäter in einem Starbucks-Café nahe einem Einkaufszentrum im Zentrum Jakartas in die Luft gesprengt, berichtete Polizeisprecher Anton Charliyan.

Zwei zunächst draußen wartende Bewaffnete seien dann in das Café gegangen, wo sie einen Niederländer und einen Algerier als Geiseln genommen hätten. Ein Indonesier habe versucht, dem Niederländer zu helfen. Beide seien von den Angreifern erschossen worden, der Algerier sei dabei verletzt worden. Laut Jakartas Polizeichef Tito Karnavian handelte es sich bei dem erschossenen Ausländer um einen Kanadier. Das Außenministerium in Den Haag sprach von einem schwer verletzten Niederländer.

Polizei streckt Angreifer nieder

Anschließend sei die Polizei gekommen und habe die Angreifer erschossen, teilte Charliyan weiter mit. Starbucks schloss alle Filialen in der Stadt. In der Nähe des Einkaufszentrums befinden sich auch mehrere Botschaften, unter anderem die der USA, Frankreichs und Spaniens. Auch mehrere UN-Einrichtungen sind dort angesiedelt.

Indonesische Polizisten bei dem Einsatz in Jakarta.

Kurze Zeit später seien zwei Männer auf Motorrädern zu einer Polizeistation gefahren, in diese eingedrungen, wo sie sich dann in die Luft gesprengt hätten. Dabei seien vier Polizisten schwer verletzt worden. Insgesamt seien 19 Menschen verletzt worden. Vier Sprengsätze seien gezündet worden, Augenzeugen sprachen von sechs Explosionen.

Die indonesische Polizei vermutete eine Gruppe mit Kontakten zur Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) hinter dem Attentat. Nach Angaben der Polizei hatte der IS vor den Bombenexplosionen in Jakarta eine rätselhafte Drohung ausgesprochen. "Die Warnung lautete, dass es ein Konzert in Indonesien geben werde, über das weltweit berichtet würde", sagte Charliyan.

Indonesien hat nach eigenen Angaben in den vergangenen Monaten mehrere Anschläge verhindert, die ebenfalls Bezug zum IS gehabt haben sollen. Erst vor wenigen Wochen waren in Indonesien nach einer Drohung gegen den Flughafen von Jakarta die Sicherheitsvorkehrungen erhöht worden.

Indonesiens Präsident Joko Widodo sprach von "Terrorakten". Er verurteilte den Anschlag und rief die Öffentlichkeit dazu auf, Ruhe zu bewahren. Bis zu 700 Indonesier sollen Schätzungen zufolge ausgereist sein, um sich dem IS anzuschließen. Dutzende ausgebildete Kämpfer sollen mittlerweile wieder zurückgekehrt sein.

Das Land, in dem zahlenmäßig die meisten Muslime weltweit leben, war in den Jahren 2000 bis 2009 Ziel mehrerer schwerer Bombenanschläge. Allein bei einem Attentat auf der Urlaubsinsel Bali wurden im Jahr 2002 insgesamt 202 Menschen getötet. Seither gehen die Behörden hart gegen Extremisten vor. In den vergangenen Jahren hatten diese ihre Anschläge vor allem gegen innere "Feinde des Islam", vor allem die Polizei, gerichtet. Seit 2009 hatte es keine Anschläge mehr gegen Ausländer gegeben.

AFP/dpa

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