In Dresden

Nur noch 2000 Pegida-Demonstranten in Dresden

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Zur Pegida-Kundgebung am 9. Februar in Dresden kamen deutlich weniger Teilnehmer als zuletzt.  

Dresden - Teilnehmerschwund bei Pegida: Die islamkritische Bewegung hat in Dresden nach der Spaltung ihrer Führungsspitze etwa 2000 Menschen mobilisiert - 15.000 weniger als noch vor zwei Wochen.

Zur ersten Kundgebung seit dem Ausscheiden von Ex-Sprecherin Kathrin Oertel und fünf weiteren Mitgliedern des Pegida-Organisationsteams kamen am Montagabend aber deutlich weniger Anhänger als zuletzt. Am Sonntag vor zwei Wochen hatten die selbsternannten „Patrioten gegen die Islamisierung des Abendlandes“ noch mehr als 17.000 Menschen in Dresden auf die Straße gebracht, am Montagabend zogen laut Polizei rund 2000 Demonstranten vor die Dresdner Frauenkirche.

Rechtsruck von "Pegida"?

Beobachter werten die Entwicklung als Stärkung des rechten Pegida-Flügels um den Gründer der Bewegung, Lutz Bachmann. Er sprach am Montag zu den Demonstranten. „Wir machen weiter, es gibt keinen anderen Weg“, rief er den Pegida-Anhängern zu.

Bachmann, der vor drei Wochen wegen eines „Hitler-Selfies“ und ausländerfeindlicher Äußerungen als Vereinsvorsitzender zurückgetreten war, trat erstmals wieder ins Rampenlicht - und verteidigte seine umstrittenen Bemerkungen.

Diese seien verkürzt wiedergegeben worden, sagte Bachmann. Außerdem habe er Worte gewählt, von denen er sicher sei, „das jeder, wirklich jeder von uns sie schon einmal am Stammtisch benutzt hat“. Bachmann hatte Asylbewerber unter anderem als „Gelumpe“ und „Dreckspack“ beschimpft.

Vor seinen Anhängern wies Bachmann den Eindruck zurück, dass mit dem Ausstieg von Oertel und ihren Mitstreitern ein Rechtsruck bei Pegida einhergehe. Die frühere Hamburger AfD-Politikerin Tatjana Festerling sprach von einer „Nazi-Paranoia“ in weiten Teilen von Politik und Medien. „Lügenpresse, Lügenpresse“, skandierte daraufhin die Menge. Festerling hatte im vergangenen Jahr mit Sympathiebekundungen für die Kölner „Hooligans gegen Salafisten“ für Schlagzeilen gesorgt.

Wenig Zulauf für Oertel

Zu der ersten Kundgebung der von Oertel und den anderen Pegida-Abweichlern gegründeten Initiative „Direkte Demokratie für Europa“, die einen deutlich moderateren Kurs fährt, waren am Sonntag lediglich 500 Menschen vor die Dresdner Frauenkirche gekommen.

Das im Zweiten Weltkrieg zerstörte und später wiederaufgebaute Gotteshaus, das weltweit als Symbol für Frieden und Versöhnung gilt, hatte am Montagabend als Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit für die Zeit der Pegida-Demonstration die Beleuchtung ausgeschaltet. „Wir lehnen es ab, dass die Frauenkirche Dresden als Kulisse für ausländerfeindliche Kundgebungen instrumentalisiert wird“, sagte Pfarrer Sebastian Feydt. Auf dem nahe gelegenen Postplatz demonstrierte das Bündnis „Dresden für alle“ für Toleranz und Weltoffenheit.

Keine "Legida"-Demo in Leipzig

Der Leipziger Pegida-Ableger Legida durfte am Montag nicht demonstrieren. Die Stadt hatte den Aufmarsch wegen eines polizeilichen Notstandes untersagt, Gegenkundgebungen aber genehmigt. Als sich am Montagabend trotzdem Legida-Anhänger in der Stadt versammelten, löste die Polizei die Zusammenkunft auf und begleitete die Demonstranten zum Hauptbahnhof. Zu einer Kundgebung unter dem Motto „Willkommen in Leipzig“ kamen laut Polizei etwa 200 Menschen.

Auch in anderen Städten gingen am Montagabend wieder zahlreiche Menschen auf die Straße, um Weltoffenheit und Toleranz zu fordern. Die Zahl der Demonstranten, die sich Kundgebungen von Pegida-Ablegern anschlossen, blieb deutlich dahinter zurück.

dpa

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