Linke: Zentrale Studienplatzvergabe unter Regie des Bundes

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Studenten sitzen in einem Hörsaal. Foto: Uwe Anspach/Illustration

Berlin (dpa) - Die Linke-Opposition verlangt von der Regierung ein Bundesgesetz, um die Vergabe von Studienplätzen "bundeseinheitlich, transparent und gebührenfrei" zu regeln.

Denn dies sei auch nach jahrelanger Zuständigkeit der Stiftung für Hochschulzulassung bislang nicht der Fall, sagte die Hochschulexpertin der Linksfraktion, Nicole Gohlke, der Deutschen Presse-Agentur.

Auch zu diesem Wintersemester beteiligen sich nur 89 von 180 Hochschulen am "Dialogorientierten Serviceverfahren" der Stiftung. Im Wintersemester 2014/15 sind gut 21 000 Numerus-clausus-Studienplätze unbesetzt geblieben. Das computergestützte System "hochschulstart.de" hatte 2008 die Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen (ZVS) abgelöst. Neben der mangelhaften Teilnahme staatlicher Hochschulen an der Online-Datenbank gibt es Probleme mit Mehrfach-Bewerbungen von Studenten, die damit letztlich Studienplätze blockieren.

"Seit dem Jahr 2006 hat der Bund ausdrücklich die Kompetenz, die Hochschulzulassung bundeseinheitlich zu regeln", sagte Gohlke. Doch offenbar habe die Koalition kein Interesse daran, die Teilnahme der Unis am Vergabeverfahren verbindlich zu regeln, wie auch aus einer Antwort des Bundesbildungsministeriums auf eine Linke-Anfrage hervorgehe.

Die Regierung habe sich "seit 2012 komplett aus der Finanzierung des Dialogorientierten Serviceverfahrens zurückgezogen", kritisierte Gohlke. Die Kosten würden den Hochschulen aufgebürdet. Mit einer flächendeckenden Einführung des Dialog-Verfahrens sei erst "bis zum Jahr 2018 zu rechnen", hieß es vom Ministerium.

Anfrage der Linksfraktion und Antwort der Bundesregierung

GEW zum Vergabeverfahren

Webseite "Hochschulstart.de"

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