"Bedroht uns alle gleich"

Libyens Regierungschef warnt vor IS-Kämpfern auf Flüchtlingsbooten

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Libyens Ministerpräsident Fajis al-Sarradsch hat davor gewarnt, dass IS-Kämpfer auf Flüchtlingsbooten nach Europa gelangen könnten.

Rom - Der libysche Ministerpräsident Fajis al-Sarradsch hat davor gewarnt, dass Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) auf Flüchtlingsbooten nach Europa gelangen könnten.

„Isis ist eine höchst gefährliche Organisation“, sagte Al-Sarradsch in einem Interview der italienischen Zeitung „Corriere della Sera“ vom Mittwoch. „Ich wäre nicht überrascht, wenn sich herausstellte, dass ihre Männer sich auf den Booten verstecken, die auf dem Weg zu euren Küsten sind. Wir müssen dieses Problem gemeinsam angehen und uns bewusst sein, dass unter den Migranten Terroristen sein können. Isis bedroht uns alle gleich.“ Isis ist ein anderer Name für IS.

Die libysche Regierung habe die USA um Hilfe gebeten, um weitere Verluste in der zivilen Bevölkerung und auch unter den Soldaten zu verhindern. Die libyschen Soldaten hätten bereits große Erfolge erzielt und seien hunderte Kilometer vorgerückt. Es gehe um Unterstützung aus der Luft, mit „sehr chirurgischen“ und zeitlich wie geografisch begrenzen Angriffen, die stets mit der libyschen Regierung abgestimmt seien. „Wir brauchen keine ausländischen Truppen auf libyschem Boden.“

Berichte über Missbrauch in australischem Flüchtlingslager

In einem australischen Lager auf der Pazifikinsel Nauru soll es einem Medienbericht zufolge zahlreiche Fälle von Missbrauch der dort internierten Flüchtlinge gegeben haben. Der „Guardian“ veröffentlichte am Mittwoch im Internet mehr als 2000 Berichte über Vorfälle auf dem Gelände. Dabei handelt es sich der britischen Zeitung zufolge um interne Dokumente aus der Zeit von Mai 2013 bis Oktober 2015, die an sie weitergegeben worden seien.

In mehr als der Hälfte der Berichte gehe es um Gewalt gegen Kinder - darunter sieben Fälle sexuellen Missbrauchs, 59 körperliche Angriffe und 30 Fälle von Selbstverletzungen. Es ist etwa von einer Aufseherin zu lesen, die einem kleinen Mädchen mit einer Taschenlampe in den Intimbereich geleuchtet haben soll.

Amnesty International und andere Menschenrechtsorganisationen kritisierten die Behandlung der Flüchtlinge scharf. Australiens Premierminister Malcolm Turnbull sagte, seine Regierung werde die Dokumente sorgfältig prüfen. Die Berichte stammen laut „Guardian“ von Wachleuten, Sozialarbeitern und Lehrern des Lagers.

Australien ist für seine kompromisslose Asylpolitik bekannt. Das Land unterhält auf Nauru und in Papua-Neuguinea Lager für Asylsuchende, die auf dem Weg nach Australien auf dem Meer abgefangen wurden.

dpa

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