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Wahl-Ticker: NPD will Neuauszählung

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Die NPD fordert eine Neuauszählungen der Stimmen und schließt auch eine Anfechtung der Wahl nicht aus. 

Dresden - Die CDU gewinnt die Landtagswahl in Sachsen. Sie braucht aber einen neuen Koalitionspartner. Denn die FDP kassiert erneut ein vernichtendes Ergebnis. Dafür triumphiert die AfD. Die News im Ticker.

Nach der Landtagswahl in Sachsen muss sich Ministerpräsident Stanislaw Tillich jetzt einen neuen Koalitionspartner suchen. Zwar wurde seine CDU erneut mit weitem Abstand stärkste Partei. Die FDP erlebte aber ein weiteres Debakel und flog aus dem Landtag. Tillich hat nun rechnerisch die Wahl zwischen SPD, AfD und Grünen. Ein Bündnis mit der eurokritischen Alternative für Deutschland (AfD) schloss er am Wahlabend allerdings aus. In Dresden und Berlin beraten die Parteigremien an diesem Montag über den Wahlausgang und die Konsequenzen.

Die Linke wurde erneut zweistärkste Kraft, auch die Grünen schafften es wieder in den Landtag. Dagegen scheiterte die rechtsextreme NPD ganz knapp an der Fünf-Prozent-Hürde.

Als wahrscheinlichste Koalition gilt in Dresden nun ein Bündnis von CDU und SPD, was auch die große Koalition von Kanzlerin Angela Merkel stärken würde.

+++ 14.30 Uhr: Die rechtsextreme NPD schließt eine Anfechtung der Landtagswahl in Sachsen nicht aus. Ihr Landesvorsitzender Holger Szymanski begründete das am Montag mit möglichen Unregelmäßigkeiten bei der Stimmenauszählung. Es gebe auch Gerüchte, dass „irgendwelche Beutel“ mit Stimmzetteln verbrannt worden seien. Szymanski bezog sich auf Informationen von Wahlbeobachtern und aus Facebook. Dies wolle man nun prüfen. Die NPD war am Sonntag mit 4,95 Prozent der Stimmen äußerst knapp gescheitert. Am Ende fehlten ihr 809 Stimmen. „Die NPD hat ihr Wahlziel nicht erreicht“, sagte Szymanski.

+++ 14.00 Uhr: Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) sieht kein Problem in einer möglicherweise nur knappen Mehrheit einer neuen Regierungskoalition. Natürlich seien „auch drei oder vier Stimmen im Prinzip ein solides Ergebnis, wenn man sich vertraut und wenn man sich einig ist über die politischen Ziele“, sagte Tillich am Montag nach Sitzungen der CDU-Spitzengremien in Berlin. Er bekräftigte, sowohl mit der SPD als auch den Grünen reden zu wollen. CDU und Grüne hätten zusammen aber nur eine Mehrheit von drei Sitzen. 

Angela Merkel meldet sich zu Wort

+++ 16.05 Uhr: Die FDP gilt als einer der großen Verlierer der Landtagswahl in Sachsen. Mit nur 3,8 Prozent enttäuschten die Liberalen auf ganzer Linie. FDP-Chef Christian Lindner sieht trotz des Wahl-Debakels jedoch keinen Grund, von dem bisherigen Kurs der Partei abzuweichen. "Es wird keinen Links- oder Rechtsschwenk geben. Die FDP wird nicht linksliberal oder mitfühlend liberal.", sagte er am Montag in Berlin.

+++ 15.35 Uhr:  Die NPD scheiterte mit 4,95 Prozent der Stimmen knapp an der 5-Prozent-Hürde, um in den Landtag einzuziehen. Nun verlangt die rechtsextreme Partei eine Neuauszählung und schließt auch eine Anfechtung der Wahl nicht aus. Es soll zu Unregelmäßigkeiten bei der Auszahlung der Stimmen gekommen sein, so behauptet es jedenfalls NPD-Landesvorsitzender Holger Szymanski. Demnach seien "irgendwelche Beutel" mit Stimmzetteln verbrannt worden. Die Information habe Szymanski von Wahlbeobachtern und aus Facebook. Am Montag sagte er: "Die NPD wird daher alle juristischen Mittel ausschöpfen, um durch eine Neuauszählung das wirkliche Wahlergebnis zu erfahren."

+++ 13.15 Uhr: Bundeskanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel sieht es als Aufgabe der sächsischen CDU, sich für einen Koalitionspartner zu entscheiden. Sie überlasse den Verantwortlichen die Entscheidung, ob man mit den Grünen oder der SPD ein Bündnis eingeht, weil die sächsische Union wisse, "wie es für Sachsen am besten ist." Merkel zog ebenfalls Parallelen zu der Entscheidung der Union nach der Bundestagswahl, als man auch mit den Grünen und der SPD verhandelt habe. Es habe sich dann "herausgestellt, dass es zu einer großen Koalition gekommen ist", so Merkel nach den Gremiensitzungen der Bundes-CDU am Montag in Berlin.

+++ 12.50 Uhr: Mit dem 18,9-Prozent-Ergebnis konnte die Linke zufrieden sein. Parteichefin Katja Kipping warf daraufhin sowohl den Grünen als auch der SPD vor, in Sachsen nicht auf eine Wechselstimmung gesetzt zu haben. Ihrer Auffassung nach sei es nur der Linken gelungen, die CDU bei der Wahl in Sachsen herauszufordern. 

+++ 12.25 Uhr: Die AfD kritisiert nicht nur die CDU - sie wehrt sich auch gegen den Vorwurf, man würde bewusst versuchen, Rechtsradikale als Wähler zu gewinnen. Frauke Petry gab jedoch zu, dass eventuell Bürger, die früher die NPD gewählt hätten, womöglich aus Protest gegen die großen etablierten Parteien, nun ihre Stimme für die AfD abgegeben haben. Sie fügte noch hinzu: "Natürlich sind uns alle Wähler gleich wichtig."

+++ 12.10 Uhr: Nachdem Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich eine Regierungsbildung mit der AfD abgelehnt hatte, gibt es nun Kritik von der Spitzenkandidatin der Alternative für Deutschland, Frauke Petry. Sie richtete ihre Worte an Bundeskanzlerin Angela Merkel und CDU-Fraktionschef Volker Kauder. Sie sollten ihre Partei "endlich ernst nehmen". Zudem solle man die AfD nicht "mit fadenscheinigen Argumenten" in eine Ecke stellen.", so Petry am Montag.

+++ 11.45 Uhr: Die SPD will bei der Aufnahme von Koalitionsverhandlungen mit der CDU ihre Mitglieder über ein Bündnis abstimmen lassen. SPD-Spitzenkandidat Martin Dulig sagte dazu: "Sigmar Gabriel hat mit dem Mitgliederentscheid einen Standard gesetzt, hinter den werde ich nicht zurückfallen." Davor müsse die CDU aber entscheiden, mit wem sie in Verhandlungen treten wolle. "Die SPD hat sich im Wahlkampf dazu bekannt, Verantwortung übernehmen zu wollen", so Dulig am Montag.

+++ 11.20 Uhr: Die AfD in Sachsen ist kurz nach ihrem Erfolg bei den Landtagswahlen in Sachsen Opfer eines Hacker-Angriffsgeworden. "Wir sind gerade dabei, diese IT-Lücke zu schließen.", sagte ein Sprecher der Partei am Montag. Wer jedoch hinter dem Angriff stecke und was damit bezweckt werden solle, sei bisher noch nicht bekannt.

+++ 10.25 Uhr: Die NPD verpasste bekanntlich den Einzug in den Dresdner Landtag. Wie nun Michael Lober vom Statistischen Landesamt bekannt gab, fehlten der rechtsextremen Partei genau 809 Stimmen zum Erreichen der Fünf-Prozent-Hürde. Demnach sah es zunächst so aus, als würde die NPD nach 2004 und 2009 zum dritten Mal in den Landtag ziehen würde, da die Stimmen der Wähler aus Dresden und Leipzig erst spät gemeldet wurden. Kurz vor Verkündung der vorläufigen Ergebnisse stand dann aber fest, dass es für die NPD nicht reichen werde.

+++ 8.55 Uhr: Das Ergebnis der Landtagswahl in Sachsen hat in der CDU eine Diskussion über künftige Bündnisse mit der eurokritischen AfD ausgelöst. Der CDU-Fraktionschef im thüringischen Landtag, Mike Mohring, riet seiner Partei im Berliner "Tagesspiegel" vom Montag, ein Zusammengehen mit der AfD nicht auszuschließen. Mohring begrüßte, dass es in Sachsen nun "mehrere Optionen" für die Regierungsbildung gebe.

Strikt gegen schwarz-blaue Bündnisse mit der AfD wandte sich dagegen der Parteivize der CDU im Bund, Thomas Strobl. "Die AfD passt nicht zum Exportland Deutschland und sie passt auch nicht zur Europapartei CDU", sagte er der "Leipziger Volkszeitung" vom Montag. "Deswegen kommt eine Koalition mit dieser Partei für die CDU nicht in Frage."

+++ 8.08 Uhr: Nach dem Wahlerfolg der Alternative für Deutschland (AfD) in Sachsen hat Parteichef Bernd Lucke die zuwanderungspolitischen Positionen der AfD verteidigt. „Es geht überhaupt nicht darum, dass wir Ausländerfeindlichkeit bedienen“, sagte Lucke am Montag im Deutschlandfunk. „Denn wir machen keine Stimmung gegen Ausländer. Wir setzen uns ein für ein geordnetes Zuwanderungsrecht.“ Zuwanderer sollten aus seiner Sicht integrationsfähig und beruflich qualifiziert sein sowie deutsche Werte und Traditionen akzeptieren.

+++ 7.59 Uhr: Angesichts der Stimmenverluste der NPD in Sachsen hat sich CDU-Bundesvize Thomas Strobl für ein Ende des laufenden NPD-Verbotsverfahrens vor dem Bundesverfassungsgericht ausgesprochen. „Die NPD schneidet schlechter ab als beim letzten Mal“, sagte Strobl, der auch CDU-Landeschef in Baden-Württemberg ist, der „Leipziger Volkszeitung“ (Montag). „Das ist eine erfreuliche Entwicklung in die richtige Richtung und eine Entwicklung, die mich eher zu dem Ergebnis kommen lässt, dass man die NPD politisch bekämpft und nicht vor dem Verfassungsgericht.“ Die NPD war bei der Abstimmung am Sonntag ganz knapp an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert.

Der Bundesvorsitzende der Alternative für Deutschland (AfD), Bernd Lucke, telefoniert in Berlin während der Wahlparty der AfD anlässlich der Landtagswahl in Sachsen.

+++ 03.16 Uhr: Nach dem Wahlerfolg der Alternative für Deutschland (AfD) in Sachsen hat der Parteienforscher Hendrik Träger den großen Parteien Defizite bescheinigt. „Da spielt vielleicht nicht nur Protest eine Rolle, sondern auch die strukturelle Schwäche der etablierten Parteien vor Ort. Das ist ein Vakuum, in das Protestparteien eindringen können“, sagte der an den Universitäten Leipzig und Magdeburg arbeitende Wissenschaftler der Nachrichtenagentur dpa: „Wenn die anderen Parteien vor Ort keine Leute haben, dann fehlen auch die Freiwilligen für Wahlkämpfe, die Plakate aufhängen, Flyer verteilen oder den kleinen Wahlkampfstand vor der Sparkasse haben.“

Nach Ansicht Trägers können Parteien, die einen populistischen Wahlkampf führen und auf Proteststimmen aus sind, in Sachsen relativ gut punkten: „Ob das am Ende etwas mit der Grenznähe zu tun hat, wird die Auszählung in den grenznahen Gebieten ergeben.“ Aber schon die Europawahl habe darauf hingedeutet, dass insbesondere in den ländlichen Gebieten nahe der Grenze viele Leute AfD wählten: „Das sind auch die Regionen, wo die NPD 2004 gut abschnitt.“

Kubicki kritisiert nach Scheitern der Sachsen-FDP Wahlkampfstrategie

+++ 01.07 Uhr: Nach dem Wahldebakel in Sachsen hat der stellvertretende FDP-Vorsitzende Wolfgang Kubicki mangelndes Selbstbewusstsein in seiner Partei beklagt. Viele Liberale "fürchten sich ja, mit Menschen in Kontakt zu treten, weil sie die Häme, die über die FDP ausgegossen worden ist, nicht mehr ertragen", sagte Kubicki der Zeitung "Die Welt" (Montagsausgabe). Die Erwartung der Wähler "befriedigt man aber nur, wenn man auf die Menschen zugeht und nicht wartet, bis sie selbst kommen". Kubicki kritisierte die Strategie des sächsischen Landesverbands, sich im Wahlkampf von der Bundespartei abzugrenzen. Die Sachsen-FDP habe sich von einer Partei distanziert, die es so nicht mehr gebe, sagte der schleswig-holsteinische Partei- und Fraktionschef. Er halte eine Strategie, "die sich weniger mit Vergangenheitsbewältigung und mehr mit Zukunftsoptimismus beschäftigt, für sinnvoller". Das Wahlergebnis nannte der Parteivize sehr bitter. "Diese Wahl dokumentiert, dass die FDP gegenwärtig auf ihre Kernwählerschaft reduziert ist."

Der Spitzenkandidat der sächsischen CDU für die Landtagswahl, Ministerpräsident Stanislaw Tillich.

+++ 23.47 Uhr: Bei der Landtagswahl in Sachsen hat die CDU alle bis auf ein Direktmandat erobert. Lediglich in Leipzig-Connewitz setzte sich die Linke-Kandidatin Juliane Nagel mit den meisten Stimmen gegen ihren CDU-Mitbewerber durch, wie die Landeswahlleitung am Sonntagabend mitteilte. In der jetzt zu Ende gehenden Legislatur saßen noch zwei Linke-Direktkandidaten im Landtag. In den 1990er Jahren hatte die CDU drei Mal alle Direktmandate erobert; 2004 musste sie dann erstmals welche abgeben. Insgesamt hatten sich diesmal 537 Männer und Frauen als Direktkandidaten in einem der 60 Wahlkreise beworben.

Vorläufiges amtliches Endergebnis 23.26 Uhr (in Prozent):

Erstst. Zweitst. Sitze
CDU 39,7 39,4 59

SPD

13,2 12,4 18

Grüne

6,3 5,7 8

Linke

21,0 18,9 27
AfD 6,4 9,7 14
NPD 5,1 4,9

FDP

4,1 3,8

Piraten

1,6 1,1

+++ 23.18 Uhr: Die rechtsextreme NPD hat den Wiedereinzug in den sächsischen Landtag verpasst. Wie die Landeswahlleitung am Sonntagabend mitteilte, erreichte die Partei 4,95 Prozent der Stimmen und scheiterte damit ganz knapp.

CDU gewinnt Landtagswahl in Sachsen mit 39,4 Prozent

+++ 23.03 Uhr: Die CDU hat die Landtagswahl in Sachsen klar gewonnen. Nach Auszählung aller 446 Gemeinden kommt sie auf 39,4 Prozent der Stimmen, muss aber auf ihren bisherigen Koalitionspartner FDP mit 3,8 Prozent verzichten, wie die Landeswahlleitung am Sonntagabend im Internet mitteilte.

+++ 22.42 Uhr: Die Sächsische Schweiz bleibt ersten Ergebnissen zufolge eine Hochburg der rechtsextremen NPD. Die Partei erzielte in der Gemeinde Reinhardtsdorf-Schöna 16,1 Prozent, in Sebnitz waren es 15,2 Prozent. Im Kurort Rathen, der ebenfalls zum Wahlkreis 51 in der Sächsischen Schweiz gehört, kamen die Rechten auf 13,5 Prozent der Stimmen. In den vier Wahlkreisen der Sächsischen Schweiz verbuchte die NPD jeweils zwischen 5,7 und 9,9 Prozent. Bereits bei der Gemeinderatswahl im Mai 2014 erzielte die NPD in der Ortschaft Reinhardtsdorf-Schöna mit 20,5 Prozent der Stimmen ihr sachsenweit bestes Ergebnis.

AfD erreicht im ostsächsischen Dürrhennersdorf 33,6 Prozent

+++ 21.38 Uhr: Die AfD hat bei der Landtagswahl im ostsächsischen Dürrhennersdorf 33,6 Prozent der Stimmen erreicht - und damit ihren sachsenweiten Spitzenwert von der Europawahl noch übertroffen. Bei dieser Wahl im Mai hatten 26,8 Prozent der Wähler in Dürrhennersdorf ihr Kreuz bei der AfD gemacht. Im Wahlkreis Görlitz 3, zu dem Dürrhennersdorf gehört, kam die AfD am Sonntag auf 14,6 Prozent der Listenstimmen. Als Direktkandidat wurde Heinz Michael Lehman von der CDU in den Landtag gewählt.

+++ 20.56 Uhr: Nach der Landtagswahl in Sachsen beraten die Parteigremien der Bundesparteien am Montag in Berlin über das Ergebnis und mögliche Konsequenzen. Aus dem Urnengang war die CDU mit Ministerpräsident Stanislaw Tillich an der Spitze erneut klar als stärkste Kraft hervorgegangen. Weil aber ihr bisheriger Koalitionspartner FDP an der Fünf-Prozent-Hürde scheiterte, muss sich Tillich einen neuen Partner suchen. Er kündigte Gespräche über eine Regierungsbildung mit der SPD sowie möglicherweise den Grünen an, falls es für Schwarz-Grün rechnerisch eine Mehrheit gibt. Zweitstärkste Kraft im Landtag in Dresden bleibt die Linkspartei.

+++ 20.15 Uhr: Für Sachsens CDU-Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich gibt es bei der Suche nach einem neuen Koalitionspartner mit SPD und Grünen zwei Optionen - jedoch nicht die eurokritische Alternative für Deutschland (AfD). „Ich habe keine Präferenz, das müssen Gespräche ergeben“, sagte er am Sonntagabend nach der Landtagswahl im MDR-Fernsehen Richtung SPD und Grüne. In der ARD stellte Tillich klar: „Wir werden uns einen Koalitionspartner suchen, mit dem wir auch gemeinsam für das Land etwas erreichen können. Und mit Sicherheit zählt dazu die AfD nicht.“ Im Wahlkampf hatte sich der CDU-Ministerpräsident in punkto AfD nicht festgelegt, was ihm von der Opposition auch am Sonntag noch vorgehalten wurde.

Die aktuellen Hochrechnungen 19.15/19.40 Uhr (in Prozent):

ARD ZDF
CDU 39,5 39,9

SPD

12,3 12,2

Grüne

5,8 5,5

Linke

18,8 18,5
AfD 10,2 10,0
NPD 5,0 5,0

FDP

3,7 4,0

Sonstige

5,0 5,2

+++ 19.45 Uhr: Bei den neuen Hochrechnungen Stand 19.40 Uhr wäre die NPD wieder im Landtag vertreten. Für Klarheit wird man wohl auf das amtliche Endergebnis warten müssen.

+++ 19.13 Uhr: Die rechtsextreme NPD hat nach einer Hochrechnung des ZDF den Wiedereinzug in den sächsischen Landtag knapp verpasst. Den Zahlen der Forschungsgruppe Wahlen von 19.00 Uhr zufolge kommt die NPD auf 4,9 Prozent, nachdem sie zuvor bei ARD und ZDF jeweils 5,0 Prozent erreicht hatte. Damit wäre rechnerisch nicht nur eine schwarz-rote Regierung unter dem bisherigen CDU-Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich möglich (ZDF: 78 von 130 Mandaten), sondern auch ein schwarz-grünes Bündnis (68 Mandate).

+++ 18.57 Uhr: Und hier noch Bilder aus den Parteizentralen:

Wahl in Sachsen: So reagierten die Parteien

+++ 18.50 Uhr: Eine Übersicht der Reaktionen der verschiedenen Parteien finden Sie hier.

+++ 18.40 Uhr: Eine Mehrheit hätte auch eine Koalition aus CDU und AfD, die Tillich nicht generell ausgeschlossen hat. Unionsfraktionsgeschäftsführer Michael Grosse-Brömer betonte aber in Berlin: „Wir wollen keine Koalition mit der AfD.“ Die AfD, die in Sachsen ihre Hochburg hat, schnitt ähnlich stark ab wie zuvor bei der Europawahl, wo sie im Land 10,1 Prozent holte. Der AfD-Bundesvorsitzende Bernd Lucke wertete den Einzug in das erste Landesparlament als Beleg dafür, dass die AfD endgültig in der deutschen Parteienlandschaft angekommen sei.

+++ 18.35 Uhr: Obwohl die CDU damit ihr schlechtestes Ergebnis bei Landtagswahlen in Sachsen erzielte, kann der im Mai 2008 ins Amt gekommene und im Land beliebte Tillich erneut die Regierung bilden. Nach dem Scheitern der FDP hoffen nun vor allem die Sozialdemokraten mit Spitzenkandidat Martin Dulig, Juniorpartner zu werden. CDU und SPD hatten Sachsen schon von 2004 bis 2009 zusammen regiert. Die SPD verbesserte sich entgegen den Erwartungen aus den Umfragen nur leicht. In Berlin sprach SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi von einem „bittersüßen Ergebnis“ für ihre Partei.

+++ 18.20 Uhr: Die ersten Reaktionen aus den Parteien: Die CDU sieht sich trotz ihrer Verluste als klarer Sieger der Landtagswahl 2014 in Sachsen. Bei der AfD ist man hocherfreut und hofft, das Ergebnis auch in den kommenden Wahlen mitnehmen zu können.

+++ 18.11 Uhr: Die CDU kann damit 58 Abgeordnete ins Parlament entsenden, eine absolute Mehrheit (66 Sitze) ist laut ARD außer Reichweite. Die Linke bekommt 27 Sitze, die SPD 18 und die AfD 13 bis 14. Die Grünen können mit 7 bis 8 Mandaten rechnen, die NPD mit 7.

+++ 18.00 Uhr Paukenschlag in Sachsen: Die Prognose um 18 Uhr zeigt, dass die FDP wohl aus dem Landtag herausgewählt wurde. Dafür schafft die Alternative für Deutschland überraschend fast zehn Prozent. Zweitstärkste Kraft in Sachsen ist die Linke. Ministerpräsident Stanislaw Tillich von der Union muss sich nun einen neuen Koalitionspartner suchen.

+++ 17.30 Uhr: Um 18 Uhr werden die ersten Hochrechnungen erwartet. Wir werden Sie mit den neuesten Zahlen auf dem Laufenden halten.

+++ 16.00 Uhr: Zwei Stunden vor Schließung der Wahllokale läuft bei der Landtagswahl in Niedersachsen alles auf eine niedrige Wahlbeteiligung ab. Nur ein Drittel aller Stimmberechtigten haben bis 16.00 Uhr ihre Stimmen abgegeben.

+++ 14.00 Uhr: Bei der Landtagswahl in Sachsen zeichnet sich eine geringere Beteiligung ab als vor fünf Jahren. Bis 14.00 Uhr gaben nur 23,1 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab, wie die Landeswahlleitung am Sonntag mitteilte. Bei der Wahl 2009 waren es bis dahin 27,6 Prozent gewesen, am Schluss lag die Beteiligung damals bei 52,2 Prozent. Die Wahllokale schließen um 18.00 Uhr.

+++ 11.00 Uhr: Die Landtagswahl in Sachsen ist am Sonntag bei Regenwetter und kühlen Temperaturen nur schleppend angelaufen. Zwei Stunden nach Öffnung der Wahllokale lag die Wahlbeteiligung bei 5,7 Prozent, wie die Landeswahlleitung mitteilte. Bei der vergangenen Wahl 2009 waren es zum gleichen Zeitpunkt 8,7 Prozent gewesen. Damals hatte die Wahlbeteiligung am Ende bei insgesamt 52,2 Prozent gelegen.

Wie vor fünf Jahren dürfte die CDU von Ministerpräsident Stanislaw Tillich erneut klar stärkste Kraft werden. In Umfragen lag sie zuletzt bei 40 Prozent. Allerdings wird sich die sächsische Union demnach einen neuen Koalitionspartner suchen müssen. Wenn die FDP wie vorhergesagt mit rund 3 Prozent aus dem Landtag ausscheiden sollte, wäre es das Aus für das letzte schwarz-gelbe Bündnis in Deutschland.

Als möglicher neuer Koalitionspartner hat sich die SPD angeboten, die laut letzten Umfragen mit etwa 15 Prozent rechnen kann. Zweitstärkste Kraft dürfte den Demoskopen zufolge mit 20 Prozent die Linke werden. Für die Grünen könnte es hingegen knapp werden, sie lagen zuletzt bei nur noch 5,5 Prozent. Erstmals könnte die eurokritische Alternative für Deutschland (AfD) in Sachsen in ein Landesparlament einziehen. Auch der Wiedereinzug der rechtsextremen NPD ist möglich.

Grund für die zunächst mäßige Wahlbeteiligung könnte das regnerische Wetter sein - und die Tatsache, dass die Wahlen am letzten Ferientag stattfinden. Die Opposition hatte die Landesregierung wegen des Wahltermins heftig kritisiert.

dpa/AFP

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