Gibt "Goldene Morgenröte" an die Regierung?

Kopf-an-Kopf-Rennen vor Wahl in Griechenland

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Die Wahl im Januar hatte die Partei von Alexis Tsipras mit 36,3 Prozent vor der ND mit 27,8 Prozent gewonnen.

Athen - Bei der Parlamentswahl in Griechenland an diesem Sonntag zeichnet sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen der linken Syriza und den Konservativen ab.

Nach letzten Umfragen könne jedoch keine der beiden Parteien mit einer Mehrheit im Parlament rechnen, sagten Demoskopen im griechischen Rundfunk. Drittstärkste Kraft im Parlament könnte die rechtsextreme Partei Goldene Morgenröte werden. Den Ausschlag werden laut Demoskopen rund 600 000 Wahlberechtigte geben, die sich bislang noch nicht entschieden haben.

Die konservative Zeitung "Eleftheros Typos" veröffentlichte eine repräsentative Umfrage, wonach die konservative Partei Nea Dimokratia (ND) mit 28,5 Prozent der Stimmen vor der Linkspartei Syriza mit 27,1 Prozent liegt. Eine am Vortag von der Zeitung der politischen Mitte "To Vima" veröffentlichte Umfrage sieht dagegen das Linksbündnis von Alexis Tsipras mit 29 Prozent knapp in Führung vor den Konservativen von Oppositionsführer Evangelos Meimarakis mit 28,4 Prozent.

Die Wahlen am 25. Januar hatte Syriza mit 36,3 Prozent vor der ND mit 27,8 Prozent gewonnen. Von den 300 Sitzen werden 250 entsprechend der Stimmenzahl verteilt. Die stärkste Partei bekommt einen Bonus von 50 Sitzen. Für den Einzug ins Parlament sind drei Prozent der Stimmen notwendig. 

Der griechische Oppositionsführer Evangelos Meimarakis hat zum Wahlkampfabschluss die Syriza-Partei hart kritisiert. Deren Parteichef Tsipras habe bei der letzten Wahl im Januar die Stimme des Volkes mit falschen Versprechungen "entwendet" und das Land dann mit falschen Entscheidungen in eine Katastrophe geführt, sagte Meimarakis am späten Abend in Athen. Der Ende August zurückgetretene linke Regierungschef sei ein Verkäufer von leeren Versprechen.

Der Parteichef der konservativen Partei Nea Dimokratia (ND) warf Tsipras weiter vor, dass er entgegen seiner Wahlversprechen die Renten gekürzt, die Steuern erhöht und Kapital-Verkehrskontrollen eingeführt habe.

dpa

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