Assad bildet Regierung um

IS-Terrormiliz erobert Syrien - Bombenangriff

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Ein Syrer geht durch ein zerstörtes Flüchtlingscamp.

Damaskus - Die IS-Terrormiliz hat weitere Städte in Syrien von Rebellengruppen zurückerobert. Bei Gefechten zwischen Regierungstruppen und Rebellen kamen unterdessen mindestens 16 Zivilisten ums Leben.

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) baut in Syrien ihre Machtposition weiter aus. Wie die oppositionsnahen syrischen Menschenrechtsbeobachter am Sonntag mitteilten, eroberte die IS nach tagelangen Kämpfen drei Städte in der ölreichen und strategisch wichtigen Provinz Dair as-Saur von anderen Rebellengruppen zurück.

Es handelt sich demnach um die Ortschaften Abu Hamam, Al-Kaschkija und Ghranidsch, aus denen die Dschihadisten zuvor von Stammeskämpfern vertrieben worden waren. Über die Zahl der Todesopfer war zunächst nichts bekannt. Die Menschenrechtsbeobachter warnten am Samstag, dass die sunnitischen Extremisten nun Stammeskämpfer und Zivilisten in den zurückeroberten Gebieten töten könnten.

Im Irak fliegt die US-Armee derzeit Luftangriffen gegen die IS. Die Terrormiliz hat in den von ihr eroberten Gebieten im Irak und in Syrien ein Kalifat ausgerufen und bedroht und tötet dort religiöse Minderheiten. Dair as-Saur grenzt an die von den Extremisten eroberten Gebiete im Irak.

Mindestens 16 Zivilisten bei Bombenangriff in Syrien getötet

Derweil kamen bei Angriffen von Regierungstruppen und Rebellen in der zweitgrößten syrischen Stadt Aleppo nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten insgesamt mindestens 16 Zivilisten ums Leben. Ein Kampfhubschrauber der Regierungsstreitkräfte habe am Samstag eine Fassbombe über dem von Rebellen kontrollierten Viertel Maadi im Nordosten von Aleppo abgeworfen, berichtete ein Anwohner nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Insgesamt seien bei dem Angriff mindestens 13 Menschen getötet und 17 weitere verletzt worden.

Laut der Beobachtungsstelle war unter den Toten ein Kind. Ein Anwohner sagte dagegen, es seien mindestens vier tote Kinder aus den Trümmern gezogen worden. Ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP sah zerstörte Häuser und Trümmer. Nach Angaben von Anwohnern überraschte der Angriff die Bewohner am frühen Samstagmorgen im Schlaf.

Wie die Beobachtungsstelle weiter mitteilte, wurden durch einen Raketenangriff von Rebellen in Aleppo mindestens drei Kinder getötet und rund zehn Menschen verletzt. Die Raketen wurden in Gebiete gefeuert, die unter der Kontrolle der Regierung sind.

In Syrien herrscht seit März 2011 Bürgerkrieg. Seitdem wurden bereits mehr als 170.000 Menschen getötet, Millionen Syrer sind im In- und Ausland auf der Flucht.

Assad bildet syrische Regierung um

Syriens Präsident Baschar al-Assad nach seiner Wiederwahl erneut Wael al-Halki zum Ministerpräsidenten ernannt. Halki sei zudem mit der Regierungsbildung beauftragt worden, berichteten die syrischen Staatsmedien am Sonntag. Halki war erstmals im Juni 2012 zum Ministerpräsidenten ernannt worden. Assad selbst wurde Anfang Juni zum dritten Mal für eine siebenjährige Amtszeit ins Amt des Präsidenten gewählt. Die Opposition nannte die Wahl eine "Farce".

Halki war 2012 seinem Vorgänger Riad Hidschab nachgefolgt, der aus Protest gegen die "Kriegsverbrechen und den Völkermord" im syrischen Bürgerkrieg zurückgetreten war. Im April 2013 entkam Halki einem Anschlagsversuch in Damaskus.

Assad ist seit 2000 syrischer Präsident. Damals hatte er das Amt von seinem Vater Hafis al-Assad übernommen, der 30 Jahre an der Macht gewesen war. Die jüngste Präsidentenwahl mitten im Bürgerkrieg wurde international als „Farce“ kritisiert.

dpa/AFP

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