"Der Kampf hat erst begonnen"

IS-Terrormiliz droht USA mit Widerstand

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Kämpfer der Terrorgruppe "Islamischer Staat" im Irak.

Istanbul/Washington - Die Extremisten des IS warnen die USA in einem neuen Internetvideo: „Der Kampf hat erst begonnen“. US-Generalstabschef Dempsey schließt einen Einsatz von Kampftruppen im Irak nicht mehr aus.

In einem neuen Video droht die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) den USA unverhohlen mit Widerstand im Irak. Der im Internet verbreitete Film trägt den Titel „Flammen des Krieges“ und zeigt unter anderem US-Soldaten. Das 52 Sekunden lange Video endet mit der Einblendung „Der Kampf hat erst begonnen“. US-Außenminister John Kerry wird den Mitgliedern des Auswärtigen Ausschusses des Senats am Mittwoch (20.30 Uhr MESZ) die Strategie für den Kampf gegen die Dschihadisten erläutern.

In dem IS-Internetvideo sind Bilder von Extremisten zu sehen, die Panzer beschießen und zerstören. Der Film zeigt zudem US-Soldaten, unter anderem wie sie einen Verwundeten wegtragen. Auch US-Präsident Barack Obama wird eingeblendet. Er sagt in einem Ausschnitt, US-Kampftruppen würden nicht in den Irak zurückkehren. Das Video wird als „Trailer“ bezeichnet - mit solchen Kurzfilmen wird normalerweise Werbung für neue Kinofilme gemacht.

US-Generalstabschef Martin Dempsey hatte am Dienstag bei einer Anhörung im Streitkräfteausschuss des Senats die Entsendung von Kampftruppen in den Irak nicht mehr ausgeschlossen. US-Präsident Barack Obama hat sich dagegen wiederholt kategorisch gegen einen solchen Einsatz ausgesprochen. Mehr als acht Jahre nach dem Einmarsch hatte er Ende 2011 die letzten Kampftruppen aus dem Irak abgezogen.

Im Irak sind derzeit rund 1500 US-Soldaten stationiert. Darunter sind etwa 750, die für die Sicherheit diplomatischer Einrichtungen in der Hauptstadt Bagdad zuständig sind. Zahlreiche weitere beraten das irakische Militär. Die Soldaten gelten nicht als Kampftruppen.

Dempsey sagte am Dienstag, wenn die Strategie versage, der irakischen Armee mit Luftangriffen oder Geheimdienstinformationen zu helfen, dann würde er dem Präsidenten „den Einsatz von US-Kampftruppen am Boden“ empfehlen. Derzeit sei das aber nicht nötig.

Dempseys Sprecher teilte später mit, der Generalstabschef sehe nicht die Erfordernis, dass sich die in den Irak entsandten US-Soldaten am Vorgehen der irakischen Truppen gegen IS-Kämpfer beteiligten. Die gegenwärtige Strategie der US-Regierung halte Dempsey für richtig, dies habe er auch bei der Anhörung deutlich gemacht.

Bei der Anhörung des US-Chefdiplomaten Kerry am Mittwoch dürften vor allem dessen Bemühungen zur Sprache kommen, eine breite internationale Front gegen die Extremisten zu formen. Am Montag hatten sich mehr als 20 Staaten bei einer Konferenz in Paris auf ein gemeinsames Vorgehen gegen die IS-Terrormiliz geeinigt.

Zu den US-Verbündeten zählen auch zehn arabische Länder. Die überregionale arabische Tageszeitung „Al-Sharq al-Awsat“ berichtete am Dienstag, mehrere arabische Staaten hätten angeboten, sich an Luftangriffen gegen die Extremisten zu beteiligen. Das Blatt zitiert dabei einen hohen Verantwortlichen aus dem US-Außenministerium.

Die sunnitische Terrormiliz Islamischer Staat kontrolliert im Norden und Westen des Iraks riesige Gebiete. Auch im Nachbarland Syrien beherrscht sie große Regionen. In beiden Ländern geht sie brutal gegen Gegner und Andersgläubige vor. Für den IS kämpfen nach Schätzungen des US-Geheimdienstes zwischen 20 000 und 31 500 Menschen. Obama will die Organisation zerstören.

dpa

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