HDP-Chef Demirtas überlebt mutmaßlichen Anschlagsversuch

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Demirtas hatte während des Wahlkampfes in der Türkei Morddrohungen erhalten. Foto: Sedat Suna/Archiv

Das Auto von Demirtas wird auf Kopfhöhe getroffen. Der HDP-Chef geht von einem Mordversuch aus und stellt Strafanzeige.

Istanbul (dpa) - Der Co-Chef der pro-kurdischen türkischen Oppositionspartei HDP, Selahattin Demirtas, hat einen mutmaßlichen Mordanschlag im südosttürkischen Diyarbakir unverletzt überstanden.

Die Heckscheibe seines gepanzerten Fahrzeugs sei am Sonntagabend auf Kopfhöhe getroffen worden, sagte ein HDP-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur. Die Leibwächter von Demirtas hätten den mutmaßlichen Einschuss später entdeckt. Die HDP geht von einem Anschlag aus.

Der Gouverneur von Diyarbakir erklärte am Montag, Untersuchungen hätten ergeben, dass die Heckscheibe nicht von einer Kugel, sondern von einem "harten Objekt" getroffen worden sei. Es handele sich nicht um ein Attentat. Demirtas bezeichnete die Erklärung des Gouverneurs als "unseriös". Er stellte Strafanzeige gegen unbekannt wegen versuchten Mordes und forderte in dem Rahmen umfangreiche Ermittlungen.

Die HDP hatte bei der Parlamentswahl im November die Zehn-Prozent-Hürde überwunden und war ins türkische Parlament eingezogen. Während des Wahlkampfs waren HDP-Gebäude immer wieder Ziel von Anschlägen. Es gab damals nach Angaben der HDP auch Morddrohungen gegen Demirtas. Wegen einer vor kurzem überstandenen Operation nimmt Demirtas zurzeit nicht an den Sitzungen des Parlaments in Ankara teil.

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