Parlamentswahl

Grönland sucht Weg aus der Krise

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Grönlands Premierminister Kim Kielsen bei der Stimmabgabe.

Nuuk - Mitten in einer schweren wirtschaftlichen Krise ist am Freitag in Grönland ein neues Parlament gewählt worden. Rund 40.000 Grönländer waren aufgerufen, über die Zukunft ihres Landes abzustimmen.

Die Regierung in der Hauptstadt Nuuk war über eine Spesenaffäre zerbrochen. Jüngst war zudem bekanntgeworden, dass die von den Sozialdemokraten angeführte Koalition ein riesiges Haushaltsdefizit verschwiegen hatte. Trotzdem deutete sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen der Partei Siumut und der linken IA an.

Der Wahlsieger steht vor der schwierigen Aufgabe, das Land vor dem wirtschaftlichen Zusammenbruch zu retten. Die Arbeitslosigkeit auf der Polarinsel ist hoch. Die Grönländer machen sich nicht nur Sorgen um ihren Fischfang. Auch der große Traum von der Nutzung der unter dem Eis schlummernden Bodenschätze hat sich bislang nicht erfüllt.

Grönland - weltgrößte Polarinsel und Teil des Königreichs Dänemark

Grönland gehört zum Königreich Dänemark, verwaltet sich aber in weiten Teilen selbst. Seit 2009 sind die Grönländer ein eigenes Volk. Nur für Außen- und Verteidigungspolitik sind die Dänen noch zuständig. Bezahlt wird mit einer gemeinsamen Währung, der dänischen Krone. Anders als Dänemark gehört Grönland seit 1985 nicht mehr zur EU. Das eigene Parlament hat sechs Parteien und 31 Abgeordnete, außerdem sitzen zwei grönländische Abgeordnete im dänischen Parlament.

Lässt man Australien außen vor, ist Grönland mit seinen 2800 Kilometern von Nord nach Süd und 1000 Kilometern von West nach Ost die größte Insel der Welt. Zu 85 Prozent besteht sie aus Inlandeis. Der weitaus größte Teil der Natur ist Wildnis, das Land hat die geringste Bevölkerungsdichte der Erde. In der Hauptstadt Nuuk leben gerade einmal 16.000 Menschen, im ganzen Land etwa 56.000.

Landessprache ist Grönländisch, die meisten Grönländer sprechen gut Dänisch. Ihr Einkommen hängt zum größten Teil vom Fischfang ab. Auch der Tourismus ist eine wichtige Einnahmequelle für das wirtschaftlich schwache Land. Wohlstand erhofft sich Grönland von seinen Bodenschätzen wie Uran sowie Öl- und Gasvorkommen.

dpa

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