Athen legt Reformliste vor

Eurogruppe: Telefonkonferenz zu Griechenland

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Die griechische Regierung hat die von Deutschland und den anderen Geldgebern geforderte Reformliste gegen Mitternacht eingereicht.

Athen/Brüssel - Die Eurogruppe wird am Dienstag ab 14 Uhr in einer Telefonkonferenz über das griechische Hilfsgesuch beraten. Das teilte Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem über den Kurznachrichtendienst Twitter mit.

EU-Kreise: Griechische Reformliste zufriedenstellend

Die griechischen Reformvorschläge sind nach Einschätzung der beteiligten EU-Institutionen und des IWF derzeit ausreichend. Damit sei ein Ausgangspunkt für eine Verlängerung der Finanzhilfen gegeben, erfuhr die Nachrichtenagentur dpa unmittelbar vor einer Telefonkonferenz der Euro-Finanzminister aus EU-Kreisen.

Im griechischen Schuldendrama hatte die Regierung in Athen die von Deutschland und den anderen Geldgebern geforderte Reformliste gegen Mitternacht eingereicht. Bei der Telefonkonferenz wollen die Eurogruppen-Finanzminister endgültig darüber entscheiden, ob das eigentlich im Februar auslaufende Hilfsprogramm für das hoch verschuldete Land bis Ende Juni verlängert wird.

Aus Sicht der Kommission sei die Liste „umfassend genug“, um als Ausgangspunkt für eine Verlängerung der Finanzhilfen zu dienen, hieß es aus der Brüsseler Behörde. „Wir sind besonders ermutigt durch das starke Engagement im Kampf gegen Steuervermeidung und Korruption“, hieß es aus der EU-Kommission. Mit der Vorlage einer Reformenliste hat die griechische Regierung eine erste Voraussetzung für weitere Milliardenkredite der europäischen Partner erfüllt.

Der griechische Finanzminister Gianis Varoufakis habe das Papier bei Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem, der EU-Kommission, dem Internationalen Währungsfonds IWF und der Europäischen Zentralbank (EZB) eingereicht.

„Wir sind besonders ermutigt durch das starke Engagement im Kampf gegen Steuervermeidung und Korruption“, hieß es aus der EU-Kommission.

Mit der Vorlage einer Reformenliste hat die griechische Regierung eine erste Voraussetzung für weitere Milliardenkredite der europäischen Partner erfüllt.

Griechenlands Börsen feiern Nachrichten aus Brüssel

Die Börsianer in Athen haben am Dienstag die Fortschritte im griechischen Schuldendrama gefeiert. Der Leitindex Athex Composite gewann 5,43 Prozent auf 900,55 Punkte. Das Aktienbarometer erreichte im Handelsverlauf den höchsten Stand seit Dezember.

Am Montag war die griechische Börse wegen eines Feiertags geschlossen geblieben. Die Investoren hatten entsprechend noch nicht auf den Kompromiss Griechenlands mit der Eurogruppe reagieren können.

Börsianer blickten erneut vor allem auf die Bankenwerte, die zu den großen Gewinnern zählten. Den Analysten der Citigroup zufolge gibt die Einigung in Brüssel der Branche wieder Luft zum Atmen. Stellvertretend für Bankaktien sprang das Index-Schwergewicht National Bank of Greece um 10,42 Prozent nach oben auf 1,59 Euro.

Bisher rund 240 Milliarden Euro an Krediten für Athen

Die Finanzhilfen sind Voraussetzung dafür, dass das Krisenland nicht schon bald in die Staatspleite schlittert und womöglich sogar aus dem Euro aussteigen muss. Deutschland und die anderen Geldgeber müssten dann vermutlich Milliardensummen abschreiben. Bisher wurde das hoch verschuldete Griechenland mit rund 240 Milliarden Euro an Hilfskrediten vor der Pleite bewahrt.

Bei grünem Licht der Finanzminister sind in einigen Ländern noch Abstimmungen im Parlament über eine Verlängerung der Griechenland-Hilfen vorgesehen. In Deutschland würde der Bundestag sich mit dem Thema beschäftigen müssen, möglicherweise am Freitag.

380 Milliarden für Athen: Eine unvorstellbare Summe?

380 Milliarden für Athen: Eine unvorstellbare Summe?

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) machte dafür einem Medienbericht zufolge am späten Montagabend den Weg frei. Wie das „Handelsblatt“ (Dienstag) berichtete, beantragte Schäuble beim Bundestag die Verlängerung des Hilfsprogramms um vier Monate. Er stellte den Antrag aber demnach ausdrücklich unter den Vorbehalt der erwarteten Reformliste aus Athen.

dpa

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