Al-Shabaab-Miliz droht

Festnahmen nach Anschlag in Kenia

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Kenianische Sicherheitskräfte haben inzwischen fünf Verdächtige festgenommen.

Nairobi - Kenia meldet erste Festnahmen nach dem Blutbad in einer Universität von Garissa. Im Gegenzug verschärft die somalische Al-Shabaab-Miliz ihren Ton.

Nach dem Massaker der somalischen Shebab-Miliz an einer Universität in Kenia droht die somalische Al-Shabaab-Miliz mit weiterer Gewalt. „Die Straßen Kenias werden rot sein mit Blut“, heißt es in einer Erklärung der militanten Islamisten, die im Kurzmitteilungsdienst Twitter verbreitet wurde. Die Sicherheitskräfte in Kenia haben inzwischen fünf Verdächtige festgenommen, wie der Sprecher des Innenministeriums, Mwenda Njoka, am Samstag der Deutschen Press-Agentur mitteilte.

Mindestens vier Bewaffnete hatten am Donnerstagmorgen das Universitätsgelände etwa 350 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Nairobi gestürmt. Sie töteten Studenten, die keine Muslime waren. Auch drei Sicherheitsleute und zwei Universitätsmitarbeiter kamen ums Leben. Es war der tödlichste Anschlag von Al-Shabaab seit dem Angriff auf die US-Botschaft 1998. Damals starben rund 200 Menschen.

Zwei Verdächtige seien in der Nähe des Tatorts festgenommen worden, sagte der Sprecher des Innenministeriums. Einer von ihnen stammt demnach aus Tansania. Er hatte Granaten bei sich.

Bei dem anderen Festgenommenen handelt es sich um einen Sicherheitsmann der Universität. Er soll den Angreifern geholfen haben. Drei weitere Verdächtige wurden auf der Flucht in Richtung Somalia gefasst. „Ich will keine weiteren Details nennen, denn die Bedrohung besteht weiterhin“, sagte Njoka. „Eine Attacke dieser Größenordnung ist viel komplexer, da sind mehr als nur zwei, drei oder fünf Leute daran beteiligt.“

Die Bundesregierung verurteilte den „perfiden Terroranschlag“ auf die Universität der Stadt Garissa in Kenia auf das Allerschärfste, wie die stellvertretende Sprecherin, Christiane Wirtz, mitteilte. Deutschland stehe im Kampf gegen diesen brutalen, menschenverachtenden Terror an der Seite Kenias.

Unionsfraktionschef Volker Kauder forderte eine bessere Koordination des Kampfes gegen den Terrorismus. „Taten wie diese müssen die internationale Staatengemeinschaft aufrütteln, abgestimmter und energischer gegen den Terrorismus vorzugehen“, sagte Kauder der „Welt am Sonntag“. Dabei müssten auch die Spitzen der Religionsgemeinschaften einbezogen werden.

Die Regierung in Nairobi geht davon aus, dass es sich bei den Attentätern um Unterstützer von Mohamed Kuno Gamadheere handelt. Er soll den Anschlagsplan ausgeheckt haben. Der auch als Mohamed Dulyadayn bekannte ehemalige Lehrer an einer islamischen Schule in Garissa soll nun eine Kommandofunktion bei Al-Shabaab innehaben. Kenia hat auf ihn ein Kopfgeld ausgesetzt.

Al-Shabaab warf der Regierung von Kenia vor, Muslime zu unterdrücken. Außerdem unterstütze Kenia im Nachbarland Somalia Militäroperationen gegen Al-Shabaab. Die Islamisten drohten mit einem langen und grausamen Krieg: „Ihr werdet nirgends sicher sein, nicht in euren Schulen, Universitäten oder Arbeitsstellen.“

dpa/AFP

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