Bundesstaatsanwalt eingeschalten

Deutsche Dschihad-Rückkehrer bleiben in Haft

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Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe.

Köln - Die neun festgenommenen Dschihad-Helfer bei Köln bleiben vorerst in Haft. Unterdessen konnte die Polizei bei Wolfsburg einen Syrien-Heimkehrer in Haft nehmen.

Die neun mutmaßlichen Dschihad-Unterstützer, die vergangene Woche in Köln und Umgebung festgenommen wurden, bleiben vorerst in Haft. Ein Sprecher der Kölner Staatsanwaltschaft sagte am Freitag, es werde weiter gegen sie ermittelt.

Die Männer werden beschuldigt, islamistischen Kämpfern in Syrien geholfen zu haben. Gegen zwei der neun Verdächtigen geht die Bundesanwaltschaft vor. Beide sind demnach dringend verdächtig, die Terrormilizen Islamischer Staat (IS) und Ahrar al-Scham unterstützt zu haben. Ein Sprecher der Bundesanwaltschaft sagte am Freitag in Karlsruhe, entgegen ursprünglichen Angaben seien beide Männer Deutsche. Zunächst hatte es geheißen, der ältere von ihnen, ein 58-Jähriger, sei Pakistaner.

Neue Festnahme in Wolfsburg

Die Polizei hat in Wolfsburg einen 25 Jahre alten Syrien-Heimkehrer und mutmaßlichen Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat festgenommen. Dem Deutsch-Tunesier wird vorgeworfen, während eines dreimonatigen Aufenthalts mit Waffen und Sprengstoff trainiert zu haben, um sich am bewaffneten Kampf in Syrien und dem Irak zu beteiligen, wie das Landeskriminalamt (LKA) Niedersachsen am Freitag mitteilte. Es gebe keine Anhaltspunkte dafür, dass der 25-Jährige Terrortaten in Deutschland geplant habe, sagte ein LKA-Sprecher. In der Wohnung des Mannes stellten die Fahnder umfangreiches Beweismaterial sicher.

Zahl der Islamisten in Deutschland steigt

Die Zahl radikaler Islamisten aus Deutschland, die in Syrien und dem Irak für die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) kämpfen, ist deutlich gestiegen. Nach der neuesten Schätzung sind inzwischen mindestens 550 Radikale ins Kampfgebiet ausgereist, wie Bundesinnenminister Thomas de Maiziére (CDU) am Freitag dem Sender phoenix sagte. „Bis vor wenigen Tagen haben wir noch 450 gesagt. Insbesondere im Vergleich zum letzten Jahr ist das ein hoher Anstieg.“

Zur Terrorgefahr hierzulande sagte de Maizière, eine absolute Sicherheit vor Anschlägen gebe es nicht. „Wir tun das uns Mögliche, wir haben die Szene ganz gut im Griff.“ Die Behörden hätten rund 230 sogenannte Gefährder in Deutschland im Visier. „Das ist die höchste Zahl, die wir je hatten. Das sind Menschen, von denen nicht auszuschließen oder sogar wahrscheinlich ist, dass sie einen Anschlag planen. Mit Umfeld reden wir dann über 1000 Leute.“ Das sei sehr viel und die Lage ernst. „Aber Angst sollten wir nicht haben.“

Verändert habe sich zudem der Charakter möglicher Anschläge, sagte de Maiziére: „Früher hatten wir Sorge vor strategisch geplanten Gruppenanschlägen mit großer Wirkung - Stichwort Sauerlandgruppe. Heute sind unsere Sorge Einzeltäter, die radikalisiert zurückkommen.“

Ende Oktober hatte der Verfassungsschutz vor einem rasanten Anwachsen der radikalislamischen Salafistenszene gewarnt. Inzwischen zähle diese Gruppe über 6300 Menschen, sagte Behördenpräsident Hans-Georg Maaßen. Bis Jahresende könnten es 7000 sein. Vor wenigen Jahren haben man erst rund 2800 Salafisten gezählt.

dpa

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