Nach Wahlverlusten

SPD und Grüne setzen Koalition in Bremen fort

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Der designierte Bürgermeister Carsten Sieling.

Bremen - Mehr Stellen für Lehrer und Polizisten, kündigt Rot-Grün in Bremen an. Dabei ist das kleinste Schuldenland dramatisch verschuldet. Reichlich gerupft gehen SPD und Grüne in die dritte Legislaturperiode.

In Bremen ist der Weg für die dritte rot-grüne Regierung in Folge frei. Nach den deutlichen Verlusten bei der Landtagswahl stimmten beide Parteien am Samstag auf Parteitagen dem Koalitionsvertrag zu. Der designierte Bürgermeister Carsten Sieling sprach von einer historischen Entscheidung. „Wir sind die einzige rot-grüne Regierung, die die dritte Periode hier schafft.“ Seit 2007 regieren SPD und Grüne im kleinsten Bundesland zusammen. Rot-Grün kommt im Parlament nur noch auf eine knappe Mehrheit.

Die neue Landesregierung steht vor großen Herausforderungen. Auf dem kleinsten Bundesland lasten mehr als 20 Milliarden Euro Schulden. „Wir werden vier Jahre heftig zusammenstehen müssen in Bremen und Bremerhaven. Es werden schwere Zeiten“, dämpfte Sieling zu hohe Erwartungen für die neue Legislaturperiode. Sieling folgt auf Jens Böhrnsen, der nach dem schlechten Abschneiden der SPD bei der Wahl am 10. Mai seinen Rückzug angekündigt hatte.

Im Koalitionsvertrag haben sich SPD und Grüne unter anderem auf Steuererhöhungen, mehr Stellen für Lehrer und Polizisten, den Bau eines Schwerlasthafens für die Offshore-Windenergie und eine Verwaltungsreform geeinigt. Beide Seiten mussten dabei - zum Teil auch schmerzhafte - Kompromisse eingehen.

Die grüne Finanzsenatorin und Bürgermeisterin Karoline Linnert schwor ihre Partei angesichts des Sanierungsplans auf einen gemeinsamen Kurs mit den Sozialdemokraten ein. „Wir werden es gemeinsam tragen.“

Grüne Spitzenpolitiker sprachen von einer Mischung aus Zumutungen und Erfolgen. Vor allem der Bau des Offshore-Hafens und die Vertiefung der Außenweser stieß auf Kritik. Im Koalitionsvertrag gebe es einen roten und einen grünen Faden, sagte der Landesvorsitzende Ralph Saxe. Am Ende stimmten bei der SPD rund 90 Prozent der Delegierten und bei den Grünen mehr als 85 Prozent der Mitglieder für den Koalitionsvertrag.

Die Sozialdemokraten sind mit fünf Senatoren in der Regierung vertreten, die Grünen mit drei. Eine Kampfabstimmung um den Posten des Bau- und Umweltsenators sorgte bei den Grünen vor dem Parteitag für Turbulenzen. Der Abgeordnete Robert Bücking forderte Amtsinhaber Joachim Lohse heraus, unterlag aber deutlich. Der Landtag wird die neue Landesregierung am Mittwoch wählen.

dpa

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