Brandanschläge auf Staatsgebäude in Berlin aufgeklärt

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Rußgeschwärzter Boden nach dem Brandanschlag auf Paul-Löbe-Haus im April dieses Jahres. Foto: Paul Zinken

Ein Unbekannter verübt Brandanschläge gegen den Bundestag oder das Kanzleramt. Rund ein Jahr hält die Serie an, nun vermelden die Ermittler eine Festnahme.

Berlin (dpa) - Eine seit einem Jahr andauernde Serie rechtsextremistisch motivierter Brandanschläge auf Regierungs-, Parlaments- und andere Staatsgebäude ist aufgeklärt. Ein am Donnerstag festgenommener 48-Jähriger hat die Taten gestanden, teilte die Berliner Staatsanwaltschaft mit.

Gegen den Musiklehrer wurde Haftbefehl wegen Brandstiftung in acht Fällen erlassen.

Der Mann war in der Nacht zu Donnerstag mit einer Strickleiter über einen Zaun am Bundeskanzleramt geklettert und hatte einen Molotowcocktail geworfen. Am Tatort und in seiner Wohnung wurden Flugblätter der als rechtsextrem eingestuften "Deutschen Widerstandsbewegung" gefunden.

Frühere Brandanschläge galten der CDU-Zentrale, dem Reichstagsgebäude, dem Paul-Löbe-Haus des Bundestags und dem Schloss Bellevue, dem Amtssitz des Bundespräsidenten. Meist warf der mutmaßliche Täter in der Nacht einen Molotow-Cocktail gegen die Fassade, eine Tür oder stellte einen mit Benzin gefüllten Brandsatz an die Gebäudewand. Beim Paul-Löbe-Haus, in dem sich etwa Beratungsräume der Abgeordneten befinden, wurde außerdem im Innenhof ein Fenster beschädigt.

Zu größeren Bränden kam es nie, auch wurde niemand verletzt. Oft erloschen die Brandsätze von selber und hinterließen nur leichte Verrußungen der Glas- oder Betonfassaden und Beschädigungen auf dem Gehweg.

In der Nacht zum 8. Juni wollte der mutmaßliche Täter schon einmal auf das Gelände des Bundeskanzleramtes vordringen, scheiterte aber. Diese Tat wurde nur als versuchte Brandstiftung gewertet.

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