Berlin will sich bei Namibia für Völkermord entschuldigen

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Gedenken an den Völkermord in Namibia. Foto: Jürgen Bätz/Archiv

Berlin (dpa) - Deutschland will sich bei Namibia offiziell für den Völkermord im ehemaligen Deutsch-Südwestafrika entschuldigen. Die laufenden Gespräche zwischen beiden Seiten über eine Regierungserklärung sollten bis zum Jahresende abgeschlossen werden, kündigte das Auswärtige Amt an.

Zwischen 1904 und 1908 hatten deutsche Truppen Zehntausende Angehörige der Volksgruppen Herero und Nama umgebracht.

Geplant ist eine gemeinsame Erklärung der Regierungen und Parlamente Deutschlands und Namibias, in der die Massaker ausdrücklich als Völkermord bezeichnet werden. Bundespräsident Joachim Gauck soll sich bereiterklärt haben, dann die offizielle Entschuldigung auszusprechen. Darüber hinaus soll eine deutsch-namibische "Zukunftsstiftung" ins Leben gerufen werden. Zudem soll es neue Infrastrukturprojekte wie Meerwasser-Entsalzungsanlagen geben.

Auf deutscher Seite werden die Gespräche von dem ehemaligen Vorsitzenden des Auswärtigen Ausschusses, Ruprecht Polenz (CDU), geführt. "Beide Seiten hoffen, dass die Gespräche noch in diesem Jahr abgeschlossen werden", sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amts. Polenz wird im September zu neuen Verhandlungen in Namibias Hauptstadt Windhuk erwartet.

Die Bundesregierung hatte vor mehr als einem Jahr die Massaker deutscher Truppen erstmals als "Völkermord" bezeichnet. Im heutigen Namibia wurden insgesamt mehr als 75 000 Herero und Nama von kaiserlichen Truppen ermordet. Die deutsche Kolonialherrschaft ging am 9. Juli 1915 zu Ende.

Deutsch-Südwest - Artikel des Deutschen Historischen Museums

Appell "Völkermord ist Völkermord!"

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