Wegen Beihilfe angeklagt

Angeklagter verpasst Termin bei NSU-Prozess

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Die Anwälte der Angeklagten Zschäpe, Wolfgang Heer (links) und Wolfgang Stahl (rechts) sowie die Anwälte des Angeklagten Wohlleben, Nicole Schneiders und Olaf Klemke, unterhalten sich am vor Prozessbeginn im Gerichtssaal in München.

München - Der Münchner NSU-Prozess kommt nach fast drei Wochen Osterferien nur stockend wieder in Gang. Zum geplanten Beginn der Verhandlung am Dienstagmorgen erschien einer der fünf Angeklagten, Holger G., nicht.

Er habe den Termin verpasst, sagte der Vorsitzende Richter Manfred Götzl. G. befindet sich auf freiem Fuß und wohnt in Niedersachsen. Er ist wegen Beihilfe angeklagt und soll den Rechtsterroristen des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU) Papiere und eine falsche Identität verschafft haben.

Trotz Bedenken der Verteidiger der Hauptangeklagten Beate Zschäpe ordnete Richter Götzl an, den Verhandlungstag am Nachmittag um 15.30 Uhr zu beginnen. Zschäpe-Anwalt Wolfgang Heer sagte, er habe erhebliche Zweifel, dass Zschäpe nach einer Wartezeit von „sieben Stunden in einem fensterlosen Raum“ in der Lage sein werde, der Verhandlung zu folgen.

Zschäpe muss sich in dem Prozess wegen der Serie von zehn überwiegend rassistisch motivierten Morden des NSU verantworten. Außerdem ist sie wegen zwei Sprengstoffanschlägen und 15 Banküberfällen angeklagt.

dpa

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