Verfahren kurz vor dem Ende

Al-Kaida-Prozess: Angeklagter will doch schweigen

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Der Angeklagte Abdeladim El-K. in Düsseldorf im Gerichtssaal.

Düsseldorf - Im Al-Kaida-Prozess gegen vier mutmaßliche Islamisten der sogenannten Düsseldorfer Zelle will der Hauptangeklagte überraschend nun doch nicht aussagen.

Der 33-jährige Marokkaner Abdeladim El-K. habe erklärt, er werde entgegen seiner vorherigen Ankündigung "keine Einlassung abgeben", sagte die Vorsitzende Richterin Barbara Havliza bei der Fortsetzung des Terrorismusprozesses am Donnerstag im Hochsicherheitstrakt des Oberlandesgerichts Düsseldorf. Das Verfahren um mutmaßliche Anschlagspläne der islamistischen Zelle dürfte damit nach mehr als zwei Jahren und 155 Verhandlungstagen kurz vor seinem Ende stehen.

Die vier Islamisten stehen seit Juli 2012 wegen Vorbereitung eines Terroranschlags in Deutschland vor dem Düsseldorfer Staatsschutzsenat. Nach Gerichtsangaben machten die Beschuldigten im bisherigen Prozessverlauf "überwiegend" von ihrem Schweigerecht Gebrauch.

Die Bundesanwaltschaft wirft den Angeklagten vor, sie hätten im Auftrag des Terrornetzwerks Al Kaida in Deutschland "Angst und Schrecken" verbreiten wollen. Laut Anklage sollen die Männer geplant haben, einen Sprengsatz in einer großen Menschenmenge zu zünden und eine zweite Bombe nach dem Eintreffen der Rettungskräfte hochgehen zu lassen. Ein konkretes Ziel sollen sie zum Zeitpunkt ihrer Festnahme aber noch nicht ins Visier genommen haben.

Die Zelle um El-K. war Ende April 2011 nach monatelangen Observationen ausgehoben worden. Der Bundesanwaltschaft zufolge arbeiteten die Männer zu diesem Zeitpunkt bereits mit verschiedenen Chemikalien am Bau eines Zünders. Neben El-K. müssen sich in dem Verfahren der Deutsch-Marokkaner Jamil S.(34), der Deutsch-Iraner Amid C. (23) und der Deutsche Halil S. (30) verantworten. El-K., Jamil S. und C. wurden am 29. April 2011 in Düsseldorf und Bochum festgenommen, die Festnahme von Halil S. erfolgte am 8. Dezember 2011 in Bochum.

AFP

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