Situation „tragisch und inakzeptabel“

Ärzte ohne Grenzen fordern legale Fluchtwege nach Europa

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„Menschen, die fliehen müssen, müssen fliehen können“ - die Organisation "Ärzte ohne Grenzen" setzt sich für legale Wege für Flüchtlinge in die EU ein. 

Berlin - Angesichts der Flüchtlingskatastrophen im Mittelmeer fordert die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen sichere und legale Wege in die EU.

Die aktuelle Situation der Flüchtlinge sei „tragisch und inakzeptabel“, sagte Geschäftsführer Florian Westphal am Freitag in Berlin. „Menschen, die fliehen müssen, müssen fliehen können.“ Westphal appellierte an Bundesregierung und EU, Such- und Rettungsaktionen so lange fortzuführen, wie sie gebraucht würden. Laut Amnesty International kamen in diesem Jahr bereits mehr als 1860 Flüchtlinge im Mittelmeer ums Leben.

Mit eigenen Schiffen rettete Ärzte ohne Grenzen seit Anfang Mai den Angaben zufolge mehr als 3800 Menschen aus Seenot im Mittelmeer. Unter ihnen seien Kranke, Schwangere und Menschen mit schweren Traumata gewesen. Alle seien an Bord medizinisch versorgt worden. Laut aktuellem Jahresbericht erhielt die Hilfsorganisation 2014 mit 113 Millionen Euro gut ein Drittel mehr Spenden als 2013.

Anlässlich des Weltflüchtlingstages am 20. Juni forderten zahlreiche Verbände, die sich um Flüchtlinge kümmern, die Bundesregierung auf, sich stärker für Asylsuchende in der EU einzusetzen. Sie plädieren für die freie Wahl des Zufluchtslandes für Flüchtlinge.

Weltweit seien aktuell fast 60 Millionen Menschen auf der Flucht. Innerhalb des letzten Jahres sei ihre Zahl so hoch gestiegen wie niemals zuvor. Für Flüchtlinge sei die Situation in mehreren Ländern der EU unerträglich. Asylsuchende würden in Ländern wie Griechenland, Italien, Ungarn und Bulgarien zu Obdachlosen gemacht oder misshandelt. Vielfach würden sie völkerrechtswidrig inhaftiert.

Ganz bewusst finde der „Gedenktag für die Opfer von Flucht und Vertreibung“ am gleichen Datum wie der Weltflüchtlingstag der Vereinten Nationen statt, erklärte CDU Generalsekretär Peter Tauber. Denn noch immer seien Flucht und Vertreibung in vielen Regionen dieser Welt grausame Realität.

„Die Zahl der Flüchtlinge, die nach Europa fliehen, wird in den kommenden Jahren nicht abnehmen - ganz im Gegenteil. Alle Länder Europas müssen sich dieser humanitären Herausforderung stellen und hier mehr Verantwortung übernehmen“, forderte Caritas-Präsident Peter Neher. Wichtig sei, den Anspruch auf Familiennachzug zu anerkannten syrischen Flüchtlingen deutlich schneller zu realisieren.

dpa

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