Ärzte fordern verstärkten Kampf gegen Kindesmisshandlungen

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Die meisten Fälle von Kindesmisshandlung geschehen im familiären Umfeld. Foto: Axel Heimken

Zehntausende Kinder werden jedes Jahr Opfer von sexueller Gewalt oder körperlichen Misshandlungen. Die Kinderärzte wollen das nicht hinnehmen.

Berlin (dpa) - Deutschlands Kinderärzte haben einen verstärkten Kampf gegen Misshandlungen von Kindern gefordert. "Jeden Tag werden rund 40 Kinder Opfer sexueller Gewalt", sagte der Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte, Thomas Fischbach, der dpa.

Die meisten Fälle geschähen im familiären Umfeld. "Elf Kinder werden jeden Tag so schwer körperlich oder seelisch misshandelt, dass diese Fälle in der Kriminalstatistik auftauchen", so Fischbach. Zudem würden pro Woche im Schnitt mehr als zwei Kinder in Deutschland zu Tode geprügelt. Nötig seien daher mehr Vorbeugung, verstärkte Sensibilität gegenüber dem Problem sowie politische Anstrengungen.

Die Mediziner wollen den Kinderschutz ins Zentrum des Kinder- Jugendärztetags stellen, der heute in Berlin beginnt.

Fünf Jahre nach dem Beschluss des Kinderschutzgesetzes sprechen die Kinderärzte von einem Erfolg. Das Gesetz zeige Wirkung, so der Verband unter Berufung auf einen Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". In fünf Jahren sei die Zahl der Kinder, die auf Betreiben staatlicher Stellen von ihren Eltern getrennt und in Obhut genommen wurden, um ein Viertel auf über 40 000 Kinder gestiegen.

2000 Familienhebammen seien im Rahmen von "Frühen Hilfen" im Einsatz, um Eltern zu helfen, die nach Geburt eines Kindes besondere Hilfe benötigen.

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