Umfragen entlarven Inkonsequenzen

"Wie wir Deutschen ticken" – überraschende Wahrheiten

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Einmal Pommes, Currywurst, bitte. Viele Deutsche lieben dieses Fast Food.

Berlin - Vom Gartenzwerg bis zur Lederhose - Vorurteile gibt es über die Deutschen viele. An manchen ist durchaus was dran. Ein Realitäts-Check deckt überraschende Wahrheiten und Mythen auf.

Sie lieben Dackel, Wurst und das Vereinswesen - zu den Deutschen gibt es so manche Klischees. „Wie wir Deutschen ticken“ hat das Meinungsforschungsinstitut YouGov nun in einem großangelegten Projekt ergründet. Das gleichnamige Buch mit den gesammelten Ergebnissen erscheint an diesem Montag. Um die Ergebnisse für das Buch zusammenzustellen, wurden von September 2014 bis April 2015 in über 80 Erhebungen jeweils rund 1000 Menschen befragt. Dabei wurden auch so manche Vorurteile behandelt. Aber welche stimmen wirklich?

VORURTEIL: Wenn drei Deutsche sich treffen, gründen sie einen Verein.

WAHRHEIT: Tatsächlich sieht die Mehrheit der Deutschen Vereine eher kritisch - und unterschreibt ungern Beitrittserklärungen. 51 Prozent empfinden Vereine als einengend. Ebenso viele sagen: „In Deutschland herrscht zu viel Vereinsmeierei.“ Zwar sind trotzdem 40 Prozent der Deutschen Mitglied - aber vor allem in Sportclubs. Kegel-, Kleingarten- und Schützenvereine haben keinen großen Zulauf.

VORURTEIL: „Alles für den Dackel, alles für den Club.“ Der Deutsche liebt seinen Hund.

WAHRHEIT:  Die meisten haben laut Umfrage eine Katze (28 Prozent), erst dann folgt der Hund (23 Prozent). Auf die Frage: „Welches Tier ist Ihnen am sympathischsten?“, nannte aber die Mehrheit den Hund. Nur positiv wird der aber nicht wahrgenommen: Hundehaufen stehen auf der Ekel-Liste weit oben. 26 Prozent finden es zudem „abstoßend“, wenn ihnen ein Hund das Gesicht abschleckt. Auch eine Studie der Uni Göttingen sieht Katzen vorne: Demnach gibt es unter den Haustieren geschätzt 11,5 Millionen Katzen, aber nur 6,9 Millionen Hunde.

VORURTEIL: Deutschland ist das Land der Biertrinker.

WAHRHEIT: Wenn die Deutschen zwischen Wein und Bier wählen müssen, greifen 57 Prozent zum Wein. „Ich würde nicht sagen, dass Deutschland ein Land der Weintrinker ist, aber bei der Präferenz hat der Wein die Nase vorn“, sagt Holger Geißler, der das Buch zur Umfragen-Sammlung herausgegeben hat. Von der Masse liege Bier aber vorn. Das bestätigen auch Zahlen der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen: Im Schnitt werden demnach jährlich rund 107 Liter Bier, 21 Liter Wein, vier Liter Schaumwein und 5,5 Liter Spirituosen getrunken.

VORURTEIL: Mallorca ist das 17. Bundesland.

WAHRHEIT: „Ein Großteil hat Interesse an Kultur und Städtereisen und setzt sich nicht an den Strand und säuft“, sagt Diplom-Psychologe Geißler. In einer Umfrage zum Thema „Urlaub“ nannten 62 Prozent auf die Frage, was im Urlaub nicht fehlen dürfe, neue Städte und Kulturen. Nur 28 Prozent können demnach nicht auf Strand und Party verzichten. Hitze und Meer stehen dennoch hoch im Kurs: Nur jeder Fünfte macht lieber im Norden Urlaub als im Süden.

VORURTEIL: Schweinshaxe und Grill - ohne Fleisch geht es nicht.

WAHRRHEIT: Tatsächlich ernähren sich nur 6 Prozent der Befragten rein vegetarisch. Der Anteil der Veganer ist mit zwei Prozent noch geringer. „Es gibt einen wachsenden Trend zu vegetarischer und veganer Ernährung - aber nicht mit der letzten Konsequenz“, sagt Geißler. Nach einer Studie der Universitäten Hohenheim und Göttingen vom Sommer 2013 machen Gelegenheitsvegetarier inzwischen 12 Prozent der deutschen Bevölkerung aus. Sogenannte Flexitarier essen nur bei drei bis vier von 21 Mahlzeiten pro Woche Fleisch.

VORURTEIL: Die Deutschen sind spießig.

WAHRHEIT: Den „typischen Deutschen“ hält immerhin jeder fünfte Befragte für spießig. Sich selbst bezeichnen aber nur 3 Prozent so. Tatsächlich sind die Bundesbürger eher brav: 60 Prozent haben meistens in der Missionarsstellung Sex. Und die Hälfte der Männer setzt sich beim Pinkeln hin. Zudem sind die Deutschen häuslich: Nur jeder Siebte geht abends häufig vor die Tür. 68 Prozent essen dann lieber mit der Familie. Am peinlichsten finden sie übrigens Folgendes: Wenn ihnen in Gesellschaft ein Pups entfährt.

dpa

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