Unglück vor Kanada

Walbeobachtungs-Boot sinkt: Fünf Tote

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Rettungskräfte kümmern sich um die Verletzten des Unglücks in Kanada.

Tofino - Voller Vorfreude machen sich 27 Menschen in Kanada zu einer Walbeobachtungs-Tour auf. Plötzlich sinkt ihr Boot - trotz schönen Wetters. Fünf Menschen sterben.

Tragisches Ende eines Walbeobachtungs-Trips vor der Westküste Kanadas: Ein Ausflugsboot mit 27 Menschen an Bord ist aus noch ungeklärter Ursache gesunken, mindestens fünf Menschen starben. Die "Leviathan II" des Betreibers Jamie's Whaling Station & Adventure Centers sank in knapp zehn Meter tiefem Wasser, der Bug ragte aus dem Meer. 

Einsatzkräfte konnten 21 Passagiere in Sicherheit bringen, wie ein Sprecher der Rettungsteams dem Sender CBS News am Montag sagte. Nach Berichten von Lokalmedien mussten mindestens elf Überlebende ärztlich behandelt werden. Ein Mensch wurde demnach noch vermisst. In der Nacht waren die Einsatzkräfte noch mit einem Hubschrauber und mehreren Booten im Einsatz. Die kanadische Transportbehörde kündigte eine Untersuchung des Unglücks an.

Das Unglück ereignete sich am frühen Sonntagabend im Meer vor dem kleinen Ort Tofino auf Vancouver Island in der westkanadischen Provinz British Columbia. Das Gebiet ist bei Tierfreunden beliebt, weil hier im Oktober vor allem Grauwale, aber auch Buckelwale auf ihrem Weg nach Süden vorbeiziehen. In der Region, in der das Boot sank, war für Sonntag gutes Wetter angekündigt gewesen.

„Die Gedanken und Gebete in Tofino sind bei den Passagieren, der Crew, den Rettungskräften und ihren Familien“, schrieb die Bürgermeisterin des Ortes mit rund 2000 Einwohnern, Josie Osborne, beim Kurznachrichtendienst Twitter.

Den Angaben des Betreibers im Internet zufolge ist das Boot 20 Meter lang, hat drei Decks und kann bis zu 46 Menschen aufnehmen. „Über die Jahre haben wir Tausende Menschen bei ähnlichen Wetterbedingungen wie heute bei diesen Trips hinausgefahren“, sagte John Forde, der ein anderes Bootsunternehmen leitet. „Ich habe keine Ahnung, was da geschehen ist.“

Viele Grauwale legen zweimal im Jahr die insgesamt etwa 16 000 Kilometer lange Wanderung entlang der amerikanischen Westküste zurück. Im Frühling ziehen sie von den warmen Gewässern vor Baja California nach Norden bis hinauf in die Beringsee, um sich dort Fettreserven für die Wintermonate anzulegen. Dann ziehen sie wieder nach Süden, um dort ihr Jungen zur Welt zu bringen. Die Walbeobachtungs-Touren vor Tofino sind deshalb besonders im März und Oktober beliebt, sie dauern etwa zwei bis drei Stunden.

dpa/afp

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