Auf einer Entenzuchtfarm

Vogelgrippe in England ausgebrochen

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Auf einer Entenzuchtfarm in England ist die Vogelgrippe ausgebrochen.

London - Nach Vogelgrippe-Fällen in Deutschland und den Niederlanden ist die Krankheit auch auf einer Entenzuchtfarm in England ausgebrochen. Rund 6000 Enten würden vorsorglich getötet.

Das teilte das britische Landwirtschaftsministerium am Montag mit. Die Gesundheitsgefahr für die Öffentlichkeit sei aber "sehr gering". In den Niederlanden wurden unterdessen zahlreiche Höfe im Umkreis einer betroffenen Mastanlage auf Vogelgrippe untersucht.

In Nordengland wurde in einem Umkreis von zehn Kilometern um die Zuchtfarm in Yorkshire eine Sperrzone eingerichtet. Geflügel und Geflügelprodukte dürfen nicht in die Zone hinein oder aus ihr heraus gebracht werden. Alle Landwirte seien aufgefordert, auf mögliche Symptome bei ihren Tieren besonders zu achten, sagte ein Sprecher des Landwirtschaftsministeriums.

Die Behörden suchen nun nach möglichen Verbindungen mit den Vogelgrippe-Fällen in den Niederlanden und Deutschland, wie der Beauftragte der britischen Regierung für Tiermedizin, Nigel Gibbens, der BBC sagte. Dabei gehe es auch um eine mögliche Verbreitung des Virus durch Wildvögel. Auch Gibbens betonte, für die Öffentlichkeit bestehe nach derzeitigem Kenntnisstand keine Gefahr. Das größte Risiko trügen Menschen, die direkt mit kranken Vögeln in Kontakt gerieten.

In den Niederlanden wurden am Montag Geflügelbetriebe auf Vogelgrippe getestet. In einem Umkreis von zehn Kilometern um die ursprünglich betroffene Anlage würden 16 Höfe überprüft, sagte Lex Denen von der Ernährungs- und Verbraucherschutzbehörde der Nachrichtenagentur AFP.

Am Sonntag hatten die niederländischen Behörden den Transport von Geflügel im gesamten Land untersagt. Auch die Jagd ist derzeit verboten. Die Tötung der rund 150.000 Hühner der von Vogelgrippe betroffenen Anlage in Hekendorp nahe Utrecht sollte im Laufe des Montags abgeschlossen werden. Das Dorf darf derzeit nur von Einwohnern und Behördenvertretern besucht werden.

Der Sprecher des Bundeslandwirtschaftsministeriums, Jens Teschke, sagte in Berlin, von dem niederländischen Fall gehe "keine unmittelbare Betroffenheit" für Deutschland aus. Der Betrieb befinde sich nicht in Grenznähe und betreibe keine Freilandhaltung. Deutschland sei mit den Behörden in den Niederlanden und in Großbritannien in Kontakt.

Das in Hekendorp aufgetretene Virus wurde als Typ H5N8 identifiziert. Dieser wurde auch in Deutschland festgestellt, nachdem er zuvor ausschließlich in Asien vorgekommen war. In Großbritannien steht die Identifizierung des Typs noch aus, die Behörden haben aber das besonders gefürchtete Virus H5N1 ausgeschlossen.

Vogelgrippe, auch Geflügelpest genannt, kann für die Tiere tödlich sein. Bestimmte Stämme können auch bei Menschen eine Erkrankung auslösen. Der Virustyp H5N1 hat seit seinem ersten Auftreten im Jahr 2003 mehr als 400 Menschen getötet, die meisten von ihnen in Südostasien. Mehr als 170 Menschen starben zudem seit vergangenem Jahr am Vogelgrippe-Virus H7N9.

Der Typ H5N8 war Anfang November in einem Mastputenbetrieb in Mecklenburg-Vorpommern entdeckt worden. Sämtliche Geflügelbestände in der Anlage und in einem Umkreis von drei Kilometern wurden getötet. Ende Oktober war zudem bekannt geworden, dass mehrere hundert Seehunde an der Nordseeküste ebenfalls an Vogelgrippe gestorben sind. Die schleswig-holsteinischen Behörden erklärten, für diese Fälle sei der Virustyp H10N7 verantwortlich.

afp

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