Mann stellte sich tot

Auf der Alm: Bär verletzt Bauern (71)

Salzburg - Ein Braunbär hat nahe Thomatal in den Salzburger Bergen einen Bauern (71) angegriffen. Jetzt wird nach Spuren des Bären gesucht. Wohin er wandert ist schwer einzuschätzen.

Ein Beamter des Bundeslandes Salzburg berichtete am Donnerstag, der 71 Jahre alte Landwirt sei nach eigenen Angaben in der Nähe seiner Rinderherde auf den Bären getroffen. Als er zurückwich, stolperte er. Der Bär fügte ihm daraufhin mit der Pranke eine Platzwunde im Gesicht zu. Als der Bauer sich leblos stellte, ließ der Bär von dem Mann ab und zog davon. Der Vorfall ereignete sich bereits am Dienstag, wurde erst zwei Tage später den Behörden gemeldet.

Wo der Bär sich nun aufhält ist unklar, die Behörden suchten in der Nähe von Thomatal nach Spuren. Bislang sei nicht bekannt, woher das Tier stamme, hieß es. Für besorgte Bürger sei ein Infotelefon eingerichtet worden.

Erinnerungen an Braunbär "Bruno"

In Bayern werden unterdessen Erinnerungen an das Schicksal des Bären Bruno vor acht Jahren wach. Der Bär war aus Italien eingewandert und schließlich erschossen worden - bis heute ist nicht ganz klar von wem. Ob der Bär aus Österreich über die Grenze nach Bayern kommt, ist aber unklar.

Das Tier sei im Lungau im Bundesland Salzburg gesichtet worden, rund 70 km Luftlinie entfernt von der Grenze zum Freistaat, teilte das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) mit. „Vor allem jüngere Bärenmännchen wandern auf der Suche nach einem eigenen Territorium oft größere Strecken. Es ist nicht vorhersehbar, in welche Richtung die Tiere wandern.“ Aber bald wird sich der Bär schlafen legen: „Die Winterruhe bei Bären beginnt üblicherweise im Oktober.“

Managementplan für Bären

Für das „Wildtiermanagement Große Beutegreifer“ - dazu zählt in Europa auch der Bär - seien Strukturen geschaffen. Sollte ein Bär nach Bayern kommen, greife der Managementplan „Braunbären in Bayern“, der 2007 mit den Behörden, Verbänden, Institutionen und Vereinen erarbeitet worden war. Dazu gehöre ein Netzwerk aus Jägern, Förstern, Landwirten und Naturschützern, die vor Ort als Ansprechpartner dienen und Hinweisen nachgehen können. Das Landesamt stehe im internationalen Austausch mit den Behörden in Österreich, der Schweiz und in Italien.

Bislang waren keine wandernden Bären in Salzburg bekannt. Allerdings leben laut der Tierschutzorganisation WWF im benachbarten Kärnten noch fünf bis acht dieser Tiere.

Angriffe von Bären auf Menschen sind ungewöhnlich. „Mir ist in Österreich kein vergleichbarer Fall bekannt“, sagte der Wiener Bärenexperte Georg Rauer der österreichischen Nachrichtenagentur APA. Nun wollen die Behörden die lokale Bevölkerung in Salzburg über das richtige Verhalten beim Zusammentreffen mit Bären informieren.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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