Toter aus der Elbe ist vermisster Familienvater aus Drage

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Feuerwehr und Polizei im Einsatz bei Hohnstorf am Elbufer. Foto: Philipp Schulze

In einem kleinen Ort an der Elbe verschwindet eine dreiköpfige Familie, zuletzt wird der Vater gesehen. Seine Leiche wird nur wenige Kilometer stromaufwärts aus dem Fluss gezogen - die Suche nach seiner Frau und der zwölfjährigen Tochter geht weiter.

Lauenburg/Drage (dpa) - Bei dem in Lauenburg aus der Elbe geborgenen Toten handelt es sich um den seit mehr als einer Woche mit seiner Familie vermissten 41-Jährigen aus dem niedersächsischen Drage.

Das bestätigte die Polizei am späten Freitagabend. "Der Mann ist in der Elbe ertrunken", teilte Sprecher Jan Krüger mit. "Fremdeinwirkung kann dabei ausgeschlossen werden." Für die Ermittler werde damit ein erweiterter Suizid - also ein Familiendrama - immer wahrscheinlicher. Die Suche nach der Ehefrau und der zwölfjährigen Tochter werde fortgesetzt.

Zeugen wollen den 41-Jährigen am Donnerstag vergangener Woche das letzte Mal bei Drage gesehen haben. Die Spuren von Frau und Tochter verloren sich bereits am Mittwoch. Die Polizei richtete nach eigenen Angaben eine Sonderkommission mit 25 Beamten ein.

Drage ist ein 4100-Einwohner-Ort an der Elbe südöstlich von Hamburg im Landkreis Harburg. Lauenburg liegt rund 20 Kilometer stromaufwärts auf der schleswig-holsteinischen Seite. Schon am Freitag startete die Polizei eine umfangreiche Suchaktion bei Drage. Seitdem waren auch Suchhunde und ein Hubschrauber im Einsatz, Taucher suchten im Fluss.

Der Leichnam des 41-Jährigen war am frühen Freitagmorgen in Lauenburg aus der Elbe geborgen worden. Anwohner hätten den Toten in Ufernähe treiben sehen und die Polizei verständigt, hieß es kurz darauf in einem "SHZ"-Online-Bericht. Die Leiche war mit einem etwa 25 Kilogramm schweren Betonklotz beschwert gewesen. Nach Einschätzung des Notarztes müsse der Tote mehrere Tage im Wasser gelegen haben, berichtete das Online-Portal. Der Leichnam sei nur etwa 400 Meter von der Elbbrücke in Lauenburg entfernt geborgen worden, einer der wenige Brücken über den Fluss in der Region.

Man könne weder einen Unfall noch eine Gewalttat ausschließen, hatte Polizeisprecher Krüger bereits am Donnerstag betont. Ein spontaner Kurzurlaub sei äußerst unwahrscheinlich, hieß es wiederholt. Am Mittwoch vergangener Woche hatten in Niedersachsen die Sommerferien begonnen. Seit die Suche in der unmittelbaren Umgebung von Drage eingestellt wurde, konzentrierten sich die Ermittlungen auf Zeugen wie Arbeitskollegen, Nachbarn, Freunde und Verwandte. "Von der Familie haben uns die Zeugen ein eher unauffälliges Bild beschrieben", sagte Krüger am Freitag. Tags zuvor hatte die Polizei unter der Nummer 04181-285285 eine eigene Hotline eingerichtet, dort können rund um die Uhr Hinweise zu den Verschwundenen gegeben werden.

Freitagabend waren auf der Elbe vor Lauenburg Spürhunde auf Booten und Taucher im Einsatz. "Wir wollen so herausfinden, wo die Person ins Wasser gelangte oder ob dort weitere Tote zu finden sind", sagte Krüger bevor die Identität des Toten bestätigt wurde. Konkrete Hinweise darauf, dass auch die Frau und die Tochter dort zu finden seien, gebe es aber nicht. Bis in die Nacht suchten die Taucher unter der Brücke den Grund der Elbe ab, insgesamt waren fünfzig Polizisten und Feuerwehrleute im Einsatz. "Über ein Ergebnis wird die Polizei am Samstag nachberichten", hieß es gegen Mitternacht.

Polizeimitteilung vom 31. Juli 2015, 23.37 Uhr

Polizeimitteilung vom 31. Juli 2015, 15.31 Uhr

"SHZ"-Bericht vom 31. Juli 2015

Polizeimitteilung vom 30. Juli 2015

Polizeimitteilung vom 29. Juli 2015

Polizeimitteilung vom 27. Juli 2015

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