Demo zum Jahrestag des Fährunglücks

Südkorea: Mit Tränengas gegen trauernde Angehörige

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Wasserwerfer, Tränengas und Pfefferspray - so geht die Polizei gegen die Demonstranten vor.

Seoul - Angehörige fordern die Bergung des Schiffes, auf dem ihre Verwandten und Freunde umgekommen sind, und werden dafür von der Polizei mit Tränengas und Pfefferspray attackiert.

Die südkoreanische Polizei ist am Samstag gewaltsam gegen Angehörige der mehr als 300 Todesopfer des Untergangs der "Sewol" vor einem Jahr vorgegangen. Die Polizisten setzten in Seoul unter anderem Tränengas und Pfefferspray gegen rund 3000 Demonstranten ein, die zum Sitz der Präsidentin marschieren wollten. In Sprechchören forderten sie immer wieder: "Bergt die Sewol!" Mehrere Demonstranten wurden laut dem Bericht eines AFP-Reporters in Polizeiwagen gestoßen und weggefahren.

Die überladene Fähre war am 16. April 2014 vor der Insel Jindo gekentert. Dabei ertranken 304 Menschen, die meisten der Opfer waren Schüler. Das Unglück hatte in Südkorea große Empörung hervorgerufen. Der Kapitän der "Sewol" wurde im November zu einer 36-jährigen Haftstrafe verurteilt, weitere leitende Besatzungsmitglieder erhielten ebenfalls langjährige Gefängnisstrafen.

Die Angehörigen verlangen eine unabhängige Untersuchung des Unglücks und die Bergung des Wracks. Sie hoffen, dass dann die neun noch vermissten Opfer geborgen werden können. Angesichts des zunehmenden Drucks, nicht zuiletzt durch anhaltende Straßenproteste, kündigte Präsidentin Park Geun Hye am Donnerstag zum Jahrestag der Katastrophe die Hebung des Schiffswracks an. Dies konnte die Proteste aber nicht stoppen.

AFP

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