Nichts wie raus!

Der Spätsommer gibt ein kurzes Gastspiel

+
Der Spätsommer gibt ein kurzes Gastspiel.

München - Kurz bevor offiziell der Herbst beginnt, wird's doch noch einmal sommerlich warm und sonnig. Der Spätsommer lässt sich kurz blicken. Doch schon bald zieht wieder Regen auf.

Eine Woche vor dem kalendarischen Herbstanfang kommt der Sommer nach Deutschland zurück. Meteorologen erwarten Temperaturen von bis zu 25 Grad. Am Dienstag und Mittwoch scheine in weiten Teilen des Landes die Sonne, sagte der DWD-Meteorologe Helge Tuschy in Offenbach.

Viel Zeit zum Eisessen oder Sonnenbaden bleibt jedoch in diesen Tagen nicht - denn schon am Donnerstag kann es laut DWD im Westen und Südwesten Schauer und Gewitter geben, am Freitag dann fast überall. Am Wochenende ist stärkerer Regen möglich und es kühlt allmählich ab. Doch auch danach könnte es nochmal mild werden.

Schluss mit milden Temperaturen ist den Experten zufolge aber auch nach dem Gastauftritt des Spätsommers noch nicht. „Danach gibt es immer noch die Möglichkeit, dass sich ein Hoch aufbaut und die Temperaturen steigen“, sagte Meteorologe Tuschy.

Ein Kälteeinbruch oder Bodenfrost sei noch nicht in Sicht. Selbst in den Bergen ist das kaum anders: Die Schneefallgrenze liegt zurzeit bei rund 3000 Metern. Auf Deutschlands höchstem Berg Zugspitze beispielsweise brauchen Besucher bei plus drei bis vier Grad noch keine allzu dicke Jacke oder Pudelmütze.

Extreme Wetterereignisse nehmen zu

Insgesamt war der Sommer ungewöhnlich: Vor allem der Juli fiel aus dem Rahmen, wie Experten am Montag in Berlin berichteten. Sie rechnen künftig in Deutschland mit mehr extremen Wetterereignissen wie Starkregen. Außerdem könnten diese Ereignisse noch heftiger ausfallen als bisher, sagte der Vize-Präsident des Deutschen Wetterdienstes (DWD), Paul Becker.

Der Juli „war nicht nur sehr warm, es wurde auch viel Niederschlag beobachtet“, sagte Becker. Es handle sich allerdings nicht um ein flächendeckendes Phänomen, vielmehr seien Regionen punktuell betroffen gewesen: Überflutungen gab es etwa in Sachsen, Thüringen und Nordrhein-Westfalen. Zu Hitzeschäden kam es in Brandenburg.

Die gefährliche Wetterlage schlug sich auch in Unwetterwarnungen nieder: An 43 von 92 Tagen des meteorologischen Sommers (also die Monate Juni, Juli, August) warnte der DWD vor starken Gewittern, Niederschlägen und Sturmböen. Das sei eine Menge, betonte Becker. Der August fiel deutlich zu kalt aus.

Das "Tief Mitteleuropa"

Die hohen Niederschlagsmengen sieht der DWD-Experte in Zusammenhang mit einer Wetterlage, die man seit 1950 in Deutschland immer häufiger beobachtet: dem „Tief Mitteleuropa“. Es bringt schwülwarme Luft aus dem Mittelmeer-Raum nach Deutschland. Im Sommer führt es zu Gewittern, im Winter zu Schneeschmelzen.

Anfang Juli etwa brachte das Tief an einzelnen Tagen extreme Niederschläge in einem breiten Band quer über Deutschland. Im vergangenen Jahr war das Tief an mehreren Tagen hintereinander aufgetreten - vielerorts traten Flüsse über die Ufer. In diesem Jahr blieben Hochwasser hingegen weitgehend aus. „2014 traten vor allem kurze und kleinräumige Niederschläge auf, während es 2013 großflächige und oft mehrtägige Regenphasen gab“, erläuterte Enno Nilson von der Bundesanstalt für Gewässerkunde.

Nach DWD-Prognosen wird das „Tief Mitteleuropa“ das Wetter in Deutschland bis zum Ende des 21. Jahrhunderts an immer mehr Tagen beeinflussen. Die Ursachen für die Zunahme des Phänomens sind noch nicht genau geklärt. Unter anderem könnte das globale Starkwindband, der sogenannte Jetstream, eine Rolle spielen. Inwiefern der Klimawandel sich diesen Sommer gezeigt hat, lasse sich nicht beurteilen: Ein einzelner Sommer sei wenig aussagekräftig.

dpa

Kommentare

Meistgelesen

Gummibärchen mit Marihuana? 14 Highschool-Schüler im Krankenhaus
Gummibärchen mit Marihuana? 14 Highschool-Schüler im Krankenhaus
Erfinder des Big Mac mit 98 gestorben
Erfinder des Big Mac mit 98 gestorben
US-Portal rät von Verabredungen mit deutschen Frauen ab
US-Portal rät von Verabredungen mit deutschen Frauen ab
Weniger Tiere werden zu Weihnachten verschenkt
Weniger Tiere werden zu Weihnachten verschenkt
Obdachloser wird von Polizei verscheucht und dafür belohnt
Obdachloser wird von Polizei verscheucht und dafür belohnt