Nobelpreisträger legt Professur wegen Sexismus-Vorwurf nieder

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Nobelpreis-Verleihung an Tim Hunt (l.) im Dezember 2001: Der Wissenschaftler legt seine Professur wegen sexistischer Wortwahl nieder. Foto: Gerry Penny/Archiv

Nobelpreis bekommen, zum Ritter geschlagen: Der Brite Tim Hunt ist ein vielfach geehrter Topforscher. Nach Lästereien über Frauen im Labor muss er allerdings jetzt seinen Hut nehmen.

London (dpa) - Der britische Medizin-Nobelpreisträger Tim Hunt hat wegen frauenfeindlicher Äußerungen sein Amt als Honorarprofessor am University College London (UCL) niedergelegt. Hunt hatte auf einer Fachkonferenz erklärt, er habe Schwierigkeiten bei der Zusammenarbeit mit Frauen im Labor.

"Du verliebst dich in sie, sie verlieben sich in dich und wenn du sie kritisierst, fangen sie an zu heulen", soll der Biochemiker auf der Konferenz gesagt haben. Die Äußerung stieß auf scharfe Kritik.

Die Universität bestätigte den Rückzug des 72-Jährigen: Hunt sei von seiner Stelle als Honorarprofessor zurückgetreten, "nachdem er sich auf der Weltkonferenz der Wissenschaftsjournalisten am 9. Juni über Frauen geäußert hatte". Diese Konsequenz passe zur Haltung der Hochschule: Sie sei die erste Universität in England gewesen, die Frauen gleichberechtigt mit Männern zum Studium zugelassen habe. Zuvor hatte sich die britische Gelehrtengesellschaft Royal Society von den Äußerungen Hunts distanziert.

Hunt hatte sich bereits am Mittwoch öffentlich entschuldigt. Die Bemerkungen seien humorvoll gemeint gewesen. "Es war sehr dumm von mir", räumte er in der BBC ein. Er blieb aber bei seiner Einschätzung, dass Affären im Labor die wissenschaftliche Arbeit negativ beeinflussen können.

2001 hatte der Biochemiker gemeinsam mit Leland H. Hartwell (USA) und Paul M. Nurse (Großbritannien) den Nobelpreis für seine Forschungen zur Steuerung des Zellzyklus bekommen. Damit lieferten die Wissenschaftler auch wichtige Impulse für die Krebsforschung. 2006 war Hunt von der Queen zum Ritter geschlagen worden.

Mitteilung UCL

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