Nach Lösegeldforderungen

In Nigeria entführter Deutscher wieder frei

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Baumaschinen der Firma Julius Berger sind bei einem Straßenbauprojekt am Stadtrand von Abuja in Nigeria im Einsatz.

Abuja/Wiesbaden - Der vor knapp einer Woche im Südwesten Nigerias entführte deutsche Mitarbeiter eines Wiesbadener Bauunternehmens ist wieder frei.

"Ich kann bestätigen, dass er freigelassen wurde", sagte eine Sprecherin seines Arbeitgebers, des Bauunternehmens Julius Berger in Nigeria, am Donnerstag. Das Auswärtige Amt in Berlin erklärte, die Bundesregierung sei "erleichtert", und dankte den nigerianischen Behörden "für die gute Zusammenarbeit".

Ob Lösegeld gezahlt wurde, blieb offen. Die Sprecherin des Unternehmens machte am Donnerstag keine weiteren Angaben zu den Umständen der Freilassung, dankte aber in einer Mitteilung "insbesondere den Regierungsbehörden und Sicherheitsdiensten" für ihre Hilfe bei der "zügigen und sicheren" Freilassung. „Ich weiß nichts von einer Lösegeldzahlung“, sagte Polizeisprecher Emmanuel Ojukwu der Nachrichtenagentur dpa in der Hauptstadt Abuja. Dem Deutschen gehe es gut. Es sei im Interesse der Entführer gewesen, den Mann gehen zu lassen, fügte er hinzu. Auch das Auswärtige Amt lehnte es auf Nachfrage ab, sich zu Einzelheiten zu äußern. Ein nigerianischer Polizeisprecher sagte, die Geisel sei am Donnerstag "befreit" worden, doch haben die Sicherheitskräfte in Nigeria schon häufig von erfolgreichen Befreiungen gesprochen, obwohl Lösegeld gezahlt wurde.

Der Mann war am vergangenen Freitag im Süden des Landes von vier bewaffneten Angreifern entführt worden. Ein weiterer Deutscher war bei dem Überfall getötet worden, zwei weitere Mitarbeiter wurden verletzt. Die Täter hatten die Deutschen nahe der Stadt Sagamu im Bundesstaat Ogun in ihren Fahrzeugen überfallen. Julius Berger bestätigte, dass die Gruppe ohne Sicherheitseskorte unterwegs war. Wegen der großen Gefahr von Geiselnahmen sorgen ausländische Firmen in der Region häufig für Polizeischutz ihrer Mitarbeiter.

Im Süden Nigerias sind Entführungen von Ausländern keine Seltenheit. Die Verschleppten kommen häufig gegen Lösegeldzahlungen wieder frei. Im Norden des Landes ist die Islamistengruppe Boko Haram aktiv, die in der Vergangenheit wiederholt Ausländer entführte, darunter im Januar 2012 einen deutschen Bauingenieur. Der Mann wurde Wochen später bei einer missglückten Befreiungsaktion getötet. Im Juli wurde ein Deutscher im nordöstlichen Staat Adamawa verschleppt, sein Schicksal ist unklar.

Das Unternehmen Julius Berger International ist seit 1965 in Nigeria aktiv. Es beschäftigt nach eigenen Angaben 600 Mitarbeiter in dem westafrikanischen Land und ist im Hoch- und Tiefbau sowie bei Gas-, Öl- und Infrastrukturprojekten aktiv. Bei einem Großteil der Mitarbeiter in Nigeria handelt es sich um Einheimische.

afp

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