Erdbeben im Himalaya

Nepal: Rettungskräfte suchen nach Überlebenden

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Die Helfer in der Unglücksregion sind Tag und Nacht im Einsatz.

Kathmandu - Nach dem Nachbeben mit einer Stärke von 7,3 auf der Richterskala suchen die Rettungskräfte weiter nach Überlebenden.  Die zweite Katastrophe in weniger als drei Wochen verschärft die Notlage der Bevölkerung.

Nach dem neuerlichen Erdbeben in Nepal haben Rettungskräfte am Mittwoch ihre Suche nach Überlebenden fortgesetzt. Die Bergungsarbeiten würden nun wieder verstärkt, nachdem sich die Helfer zunächst auf die Verteilung von Hilfsgütern konzentriert hätten, sagte ein Sprecher des Innenministeriums. Tausende Menschen verbrachten die Nacht aus Angst vor weiteren Nachbeben im Freien, nachdem am Dienstag 76 Menschen ums Leben gekommen waren.

Die neuerliche Naturkatastrophe verschärft die Notlage der Bevölkerung, die noch unter den Folgen des Erdbebens vom 25. April leidet. Dabei waren mehr als 8100 Menschen ums Leben gekommen, 16.000 weitere wurden verletzt. Fast 300.000 Häuser wurden zerstört und zahlreiche weitere so stark beschädigt, dass sie vom Einsturz bedroht sind. Vor allem in den abgelegenen Bergregionen brauchen Überlebende dringend Nahrungsmittel, sauberes Wasser und Unterkünfte.

Der UN-Hilfskoordinator Jamie McGoldrick sagte, das Beben habe die ohnehin verheerende Lage verschärft. Es sei eine "monumentale Herausforderung", Hilfe zu den Opfern zu bringen, die oft nur zu Fuß oder per Helikopter zu erreichen seien. Häuser und Schulen, die beim ersten Beben verschont worden seien, seien nun beschädigt worden, sagte McGoldrick. Die Hilfe müsse dringend ausgeweitet werden, bevor der Monsun in der Himalaya-Region beginne.

Fünf Deutsche unter den Opfern

Die Zahl der deutschen Todesopfer des Bebens vom 25. April erhöhte sich nach der Identifizierung einer weiteren Leiche auf fünf, wie das Auswärtige Amt am Mittwoch mitteilte. Demnach gab es bei dem Beben am Dienstag kein deutsches Opfer. In Nepal starben 76 Menschen, 2000 weitere wurden verletzt, während aus Nordindien 17 weitere Opfer gemeldet wurden. Besonders die Bezirke Dolakha und Sindhupalchowk nordöstlich von Kathmandu waren vom neuerlichen Beben betroffen.

Im Feldkrankenhaus des Roten Kreuzes in Chautara in Sindhupalchowk trafen hunderte Menschen ein, dutzende wurden mit Verletzungen behandelt. Die Krankenschwester Rannvig Anderson sagte, seit dem Beben seien die Helfer keinen Moment zur Ruhe gekommen. Berichten zufolge waren in der Region zahlreiche Straßen durch Lawinen blockiert. Ein Polizeisprecher sagte, dies mache die Lieferung von Hilfsgütern schwierig.

Das Deutsche Rote Kreuz kündigte an, weitere 40 Tonnen Hilfsgüter in die Himalaya-Region zu schicken. Eine Maschine aus Dubai soll am Samstag Zeltplanen, Wasserkanister und Nothilfesets bringen, wie das DRK mitteilte. Am selben Tag soll aus Berlin ein Flugzeug mit weiteren Planen, Großraumzelten und Sets für Notunterkünfte starten. Dies sei angesichts der bevorstehenden Monsunzeit wichtig, damit die Menschen Schutz vor dem Starkregen hätten.

Die nepalesische Luftwaffe nahm am Mittwoch die Suche nach einem US-Militärhubschrauber wieder auf, der am Vortag verschwunden war, wie ein Sprecher des Innenministeriums sagte. An Bord des Helikopters waren nach Pentagon-Angaben sechs US- und zwei nepalesische Soldaten. Der Hubschrauber hatte demnach gerade Hilfsgüter im Osten des Landes abgeworfen, als auf dem Weg zu einem anderen Einsatzort der Kontakt abbrach.

AFP

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