Schockierende Tat

Neonazis misshandeln 46-Jährigen eine Woche lang

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Ein Plakat hängt in der Straße in Kassel, in der 2006 Halit Yozgat getötet wurde. Foto: Uwe Zucchi/Archiv

Kassel - Angehörige der Kasseler Neonazi-Szene sollen einen Mann eine Woche lang in einer Wohnung gefangen gehalten und misshandelt haben. Unter den Verdächtigen befinde sich ein 40-jähriger Neonazi, der im Münchner NSU-Prozess aussagen sollte, hieß es in Medienberichten.

Ihm und einem 27-Jährigen würden gefährliche Körperverletzung, Freiheitsberaubung und Diebstahl vorgeworfen, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Die beiden säßen in Untersuchungshaft. Über das Motiv der Tat in der ersten Aprilhälfte wurde zunächst nichts bekannt.

Dem 46-jährigen Opfer sei der Kopf geschoren worden und ihm seien Mobiltelefon und Rucksack gestohlen worden. Nach sieben Tagen habe er entkommen können. Die beiden Täter hätten drei Komplizen gehabt, gegen die ebenfalls ermittelt werde. Der 40-Jährige habe vor rund einer Woche zum zweiten Mal als Zeuge im Prozess gegen die rechter Terrorzelle NSU aussagen sollen. Er ließ das Oberlandesgericht München aber wissen, dass er krank sei.

In dem Verfahren in München muss sich Beate Zschäpe verantworten, ihr wird die Beteiligung an einer Serie von zehn überwiegend rassistisch motivierten Morden und zwei Sprengstoffanschlägen zur Last gelegt. Der 40-Jährige sollte über Kontakte von Neonazis aus Kassel zum "Nationalsozialistischen Untergrund" (NSU) aussagen. Eines der NSU-Opfer ist der 2006 in Kassel erschossene Inhaber eines Internetcafés, Halit Yozgat.

Bericht hr-online

Bericht HNA

dpa

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