Gefahr seit Juni bekannt

Nach Medikamenten-Einnahme: Zwei Personen erblinden

In Frankreich haben zwei Patienten nach dem Einsatz eines deutschen Arzneimittels das Augenlicht verloren. Auch aus Spanien sind bereits 13 Fälle bekannt, die in Zusammenhang mit dem Medikament stehen könnten.

Bei den beiden im Juli gemeldeten Fällen seien die Betroffenen auf einem Auge erblindet, erklärte die französische Arzneimittelbehörde ANSM am Montag. Ein direkter Zusammenhang mit dem Mittel des deutschen Herstellers Alamedics GmbH sei aber noch nicht bestätigt. Am Samstag hatten bereits die spanischen Behörden gemeldet, dass 13 Menschen nach Operationen unter Verwendung des Arzneimittels auf mindestens einem Auge erblindet seien.

Das Produkt war im Juni in Spanien und später auch in Frankreich vom Markt genommen worden, nachdem es in den Verdacht geraten war, die Netzhaut zu beschädigen. In Frankreich wurde Ala Octa laut ANSM seit der Markteinführung nur 75 Mal verkauft. Alamedics-Geschäftsführer Christian Lingenfelder warnte Mitte Juli in einem Schreiben die Händler, dass der Verkauf des Produkts Ala Octa gestoppt sei, bis der Verdacht ausgeräumt worden sei.

Am Montag erklärte Alamedics aber, Tests unabhängiger Labore hätten bei den betroffenen Produktchargen keine Verunreinigen gefunden. Daher müsse nun in den Kliniken weiter nach Gründen für die Probleme gesucht werden. Die Firma verwies darauf, dass bei dem Einsatz sogenannter schwerer Flüssigkeiten bei Augenoperationen ein besonderer Fokus auf der Reinheit liege, doch auch die richtige Anwendung beachtet werden müsse.

Laut der spanischen Medikamentenbehörde Aemps sind bislang 41 Fälle bekannt, in denen Patienten nach dem Einsatz des Produkts Augenschäden erlitten. In 13 Fällen hätten die Patienten komplett die Sehkraft auf einem Auge verloren. Andere klagten seitdem über eine Einschränkung der Sehkraft.

AFP

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