Strengere Regeln im Patienten-Umgang

Ebola-Schnelltest: Gewissheit in 15 Minuten

+
Die Angst vor Ebola wächst - in den USA wurden die Schutzvorschriften für das Pflegepersonal jetzt verschärft.

Paris - Französische Forscher haben einen Ebola-Schnelltest entwickelt, mit dem das gefährliche Virus in nicht einmal 15 Minuten nachgewiesen werden soll. Gleichzeitig haben die USA die Sicherheitsregeln für Umgang mit Ebola-Patienten verschärft.

USA verschärfen Sicherheitsregeln für Umgang mit Ebola-Patienten

Die Seuchenkontrollbehörde CDC hat für US-Klinikpersonal strengere Richtlinien im Umgang mit Ebola-Patienten erlassen. Pflegekräfte und Ärzte müssten das richtige Anlegen und Ablegen der Schutzkleidung vor jedem Kontakt mit Erkrankten nachweislich perfekt beherrschen, erklärte Behördenchef Tom Frieden am Montag (Ortszeit). Französische Forscher stellten derweil einen Ebola-Schnelltest vor, mit dem das gefährliche Virus in nicht einmal einer Viertelstunde nachgewiesen werden soll.

Laut der CDC muss die Schutzkleidung von Klinikangestellten, die Ebola-Patienten in den USA pflegen, den Körper vollständig bedecken. Zur Ausrüstung gehörten auch ein kompletter Gesichts- und Atemschutz, Handschuhe, ein wasserabweisender Kittel oder Ganzkörperanzug sowie eine Kopfhaube, die nach jeder Benutzung erneuert werden müsse. Das Ablegen der Schutzkleidung soll der Behörde zufolge stets streng überwacht und letztlich zum "Ritual" werden, da so das größte Ansteckungsrisiko ausgeschlossen werden könne.

In einem Krankenhaus im Bundesstaat Texas hatten sich zuvor zwei Pflegerinnen mit Ebola infiziert, die einen Erkrankten behandelt hatten. Bislang ist noch unklar, wie sich die beiden Krankenschwestern trotz Schutzkleidung anstecken konnten.

Laut Behördenchef Frieden folgt die CDC (Centers for Disease Control and Prevention) mit ihren Vorgaben im Wesentlichen den Richtlinien der Organisation Ärzte ohne Grenzen, die in Westafrika im Einsatz ist. Sie erwäge zudem, neben den Kliniken in den USA, die bereits mit dem nötigen Material zur Behandlung von Ebola-Patienten ausgestattet sind, zusätzliche Expertenzentren einzurichten.

Die Ebola-Epidemie in Westafrika, der bislang mehr als 4500 Menschen in Liberia, Guinea und Sierra Leone zum Opfer gefallen sind, hält Frieden noch längst nicht für ausgestanden. Die Ausbreitung der Seuche "verschärft sich eher noch, als dass sie sich abschwächen würde", sagte der CDC-Chef.

Rasche Gewissheit dank Ebola-Schnelltest

Hilfe im Kampf gegen die Epidemie soll ein am Dienstag in Paris vorgestellter Schnelltest bieten. Das Instrument von der Größe eines Schwangerschafts-Teststäbchens erlaube bei Patienten mit Krankheitssymptomen eine Diagnose "in weniger als 15 Minuten", erklärte das französische Kommissariat für Atomenergie und Erneuerbare Energien (CEA), das auch medizinische Forschung betreibt. Der Test könne ohne aufwendige Vorbereitung in den betroffenen Gebieten selbst eingesetzt werden, dafür reiche ein Tropfen Blut oder Urin des mutmaßlichen Patienten.

Der Test wurde laut CEA bereits von einem Hochsicherheitslabor im ostfranzösischen Lyon als wirksam bei jenem Ebola-Stamm anerkannt, der in Westafrika grassiert. Ein Prototyp werde Ende Oktober für Tests in der Ebola-Krisenregion vorliegen, das Gerät könne bald in Serie hergestellt werden.

Derzeit dauert ein Nachweis von Ebola rund zwei Stunden, er basiert auf der genetischen Erkennung des Virus und muss im Labor ausgeführt werden. Nicht nur in Frankreich, auch in anderen Staaten wird unter Hochdruck an der Entwicklung von Ebola-Schnelltests gearbeitet, unter anderem in Japan und in den USA.

AFP

Kommentare

Meistgelesen

Gummibärchen mit Marihuana? 14 Highschool-Schüler im Krankenhaus
Gummibärchen mit Marihuana? 14 Highschool-Schüler im Krankenhaus
Erfinder des Big Mac mit 98 gestorben
Erfinder des Big Mac mit 98 gestorben
US-Portal rät von Verabredungen mit deutschen Frauen ab
US-Portal rät von Verabredungen mit deutschen Frauen ab
Flaschensammlerin macht besonderen Fund im Müll - und landet vor Gericht
Flaschensammlerin macht besonderen Fund im Müll - und landet vor Gericht
Obdachloser wird von Polizei verscheucht und dafür belohnt
Obdachloser wird von Polizei verscheucht und dafür belohnt