Schütze fragte seine Opfer nach ihrer Religion

Massaker an US-College: Christen-Hass als Motiv?

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Trauer am Umpqua Community College in Roseburg, Oregon. 

Roseburg - Der Mann, der an einem US-College im Bundesstaat Oregon mindestens zehn Menschen erschoss, ist identifiziert. Was sein Motiv für die schreckliche Bluttat angeht, gibt es erste Hinweise. 

Der Schütze am Umpqua Community College in Roseburg wurde von US-Medien als der 26-jährige Chris Harper Mercer identifiziert. Augenzeugen zufolge eröffnete er in einem Unterrichtsraum das Feuer, ging dann in weitere Räume und erschoss gezielt seine Opfer. Die Polizei konnte den Schützen später lokalisieren und lieferte sich eine Schießerei mit ihm, bei der er getötet wurde.

Bezirks-Sheriff John Hanlin sprach nach der Bluttat von zehn bestätigten Todesopfern und sieben Verletzten, einige wurden demnach schwer verwundet. Hanlin bestätigte, dass der Täter identifiziert sei, weigerte sich aber dessen Namen zu veröffentlichen. "Sie werden mich nie diesen Namen sagen hören", sagte Hanlin. Er werde dem Täter nicht diese Ehre erweisen.

Augenzeugen berichteten von erschütternden Szenen: Eine Kommilitonin sei aus dem Zimmer gelaufen, um zu sehen was los war, und direkt erschossen worden, sagte die Studentin Cassandra Welding CNN. "Dann haben wir die Türen verriegelt und das Licht gelöscht, wir waren alle so in Panik."

Frage nach Religion entschied zwischen Leben und Tod

Der Vater einer anderen Studentin sagte dem Sender, der Schütze, der nicht an dem College studierte, habe die christlichen Studenten aufgefordert, aufzustehen und diese erschossen. "Er sagte, 'gut, weil Du Christ bist, wirst Du Gott in nur etwa einer Sekunde sehen'", sagte Stacy Boylan. Bevor der 26-Jährige einen Lehrer erschoss, habe er diesem gesagt, er habe seit Jahren darauf gewartet, diese Tat zu begehen, sagte die 18-Jährige, die von einer seiner Kugeln am Rücken getroffen wurde. Sie überlebte nach eigener Aussage, weil sie sich totstellte.

Wer auf die Frage nach seiner Religion nicht antwortete oder verneinte, bekam eine Kugel ins Bein oder ein anderes Körperteil, berichtet NBC News mit Bezug auf die Aussage eines anderen Zeugen. 

Die New York Post schreibt, Harper-Mercer sei auf einem Internet-Dating-Portal Mitglied einer Gruppe gewesen, die organisierte Religion ablehnte. Laut CBS News schrieb er im Bezug auf den Mann, der im August vor laufender Kamera eine TV-Reporterin und einen Kameramann erschossen hatte: "Offensichtlich steht man umso mehr im Rampenlicht, je mehr Menschen man umbringt."

Recherchen des britischen Guardian ergaben, dass er auf einer Internet-Datentauschbörse regelmäßig Filme herauflud, den letzten drei Tage vor der Tat. Es soll sich dabei um einen Dokumentarfilm über den Amoklauf an der Sandy-Hook-Grundschule handeln. Dabei erschoss am 14. September 2012 der Täter 28 Menschen, davon waren 20 Kinder. 

"Ich bin so unbedeutend"

Auf Online-Profilen, die dem 26-Jährigen zugeordnet werden, offenbarte er seine Faszination für die IRA. Auch soll er Nazi-Andenken erstanden haben.

Im Webforum „4chan“ soll er als anonymer User die Tat am Mittwoch angedeutet haben: "Geht morgen nicht zur Schule, wenn ihr im Nordwesten wohnt", war dort zu lesen."Dies ist das einzige Mal, das ich in den Nachrichten sein werde“, soll einer seiner Beiträge lauten. "Ich bin so unbedeutend."

Mehreren Berichten zufolge wurden am Tatort vier Waffen und ein Handy mit Nachrichten gefunden, die sich offenbar auf den Amoklauf bezogen. 

Bilder: Zehn Tote bei Bluttat an College in Oregon

Bilder: Zehn Tote bei Bluttat an College in Oregon

AFP/dpa/hn

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