Funke fällt auf Feuerwerks-Böller

Video: Gewaltige Explosion in indischem Tempel - 106 Tote

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Rettungskräfte suchen nach Überlebenden in den Trümmern.

Neu Delhi - Ein Feuerwerk sollte den krönenden Abschluss einer Neujahrsfeier für Hindus im Süden Indiens bilden. Doch ein Funke fällt auf einen Stapel Böller und löste eine gewaltige Explosion aus.

Bei massiven Explosionen von Feuerwerkskörpern vor einem Tempel in Indien sind Dutzende Menschen in den Tod gerissen worden. Aktuell soll die Zahl der Todesopfer bei 106 liegen, von denen 75 identifiziert seien, sagte ein Sprecher des Regierungschefs des südindischen Bundestaats Kerala, Oommen Chandy. Die Polizei befürchtet weitere Tote, die noch unter den Trümmern des eingestürzten Gebäudes liegen könnten.

Die Marine und die Luftwaffe schickten Hubschrauber, um Schwerverletzte in Krankenhäuser zu bringen. Bis zum Morgen kämpften Feuerwehrleute gegen die Flammen, die mehrere Gebäude auf dem Tempelgelände zum Einsturz brachten. Mehr als 300 Menschen sollen sich verletzt haben.

Das Feuer brach gegen 3.30 Uhr morgens bei der Feier des hinduistischen Neujahrsfests Vishu in Kerala aus. Wegen des Festivals hatten sich nach Angaben des Nachrichtensenders NDTV zwischen 10.000 und 15.000 Menschen an dem Tempel versammelt, um das Spektakel zu verfolgen. Die Verletzten seien in zehn verschiedene Krankenhäuser gebracht worden.

Die Polizei nahm am späten Abend fünf Mitarbeiter des Feuerwerk-Veranstalters fest. Einer der Veranstalter ist flüchtig. Ein anderer wird noch im Krankenhaus behandelt, weil er selbst schwere Verletzungen bei dem Unglück erlitten hatte.

Bilder: Verletzte und Tote bei Tempelbrand in Südindien

Bilder: Verletzte und Tote bei Tempelbrand in Südindien

Ein Funken sei offensichtlich auf einen Stapel von unsicher gelagerten Böllern gefallen und habe so den Brand ausgelöst, berichtete NDTV weiter. Lokale Sender zeigten Bilder von lodernden Flammen und zahlreiche Explosionen hinter Palmen. Am Morgen (Ortszeit) war das Feuer nach einigen Stunden unter Kontrolle gebracht, sagte ein Polizeisprecher.

Anwohner und Polizisten halfen, unter den Trümmern begrabene Opfer zu bergen. Viele Tote waren bis zur Unkenntlichkeit verbrannt, andere wurden von den herabfallenden Trümmern verstümmelt.

"Es kam wie ein Sturm, der alle zu Boden warf"

Auf Fernsehaufnahmen vom Ort der Katastrophe sind mehrere heftige Explosionen zu hören, während sich dicke Rauchwolken über dem Gelände ausbreiten. "Es kam wie ein Sturm, der alle zu Boden warf", sagte ein Zuschauer. "Überall lagen Leichen und die Verletzten wanden sich in Schmerzen."

Als das Betongebäude mit den Raketen in die Luft geflogen sei, habe der Boden gebebt, sagte der Augenzeuge Lallu S. Pilla der Nachrichtenagentur IANS. „Es herrschte absolutes Chaos und Betonstücke lagen überall verstreut, manche sogar in 500 Metern Entfernung am Taxistand.“ 

Minister kündigt staatliche Untersuchung des Unglücks an

Ministerpräsident Narendra Modi nannte das Unglück "herzzerreißend und schockierend". Selbst Menschen, die 200 Meter entfernt gewesen seien, hätten Verletzungen erlitten, hob Modi nach einem Besuch bei Verletzten im Krankenhaus hervor. Der Regierungschef versprach, die Angehörigen der Toten mit 200.000 Rupien (2600 Euro) zu unterstützen, die Verletzten sollten 50.000 Rupien erhalten.

Mitarbeiter des Tempels erklärten gegenüber lokalen Medien, es habe die Erlaubnis gegeben, Feuerwerkskörper zu zünden. Solche Spektakel werden bei den Neujahrsfeiern im Süden des Landes oft organisiert. Der Innenminister des Bundesstaates, Ramesh Chennithala, kündigte eine staatliche Untersuchung des Unglücks an.

Papst betet für Opfer des Feuers 

Papst Franziskus hat den Angehörigen der Opfer des verheerenden Brandes sein tiefes Beileid ausgedrückt. Das Kirchenoberhaupt sei sehr traurig über die Nachricht des „tragischen Feuers“ im Puttingal-Tempel und bete für alle von der Tragödie betroffenen Menschen sowie auch für die Rettungskräfte, hieß es am Sonntag in einem Schreiben von Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin. Der Papst wünsche dem ganzen Land Kraft und Frieden. 

dpa

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