Wetter-Prognose

Rekord am Wochenende: Die Hitze hat Deutschland im Griff

Offenbach/Essen/Düsseldorf - Die Sahara-Hitze hält an. Am Freitag lässt sie nur einige Teile Deutschlands kurz durchatmen. Am Wochenende könnte der Hitzerekord fallen.

Die Temperaturen in Deutschland steuern auf einen Rekord zu. Der Samstag werde der heißeste Tag des Jahres, sagte Meteorologe Adrian Leyser vom Deutschen Wetterdienst (DWD) am Freitag. Der Rekord von 40,2 Grad - gemessen 1983 und 2003 - könnte fallen. Im Westen und Südwesten seien Werte bis 40 Grad möglich. Aber auch ohne Rekord sei die Wärmebelastung fast überall stark und mancherorts sogar extrem. Für ganz Deutschland galt weiterhin die DWD-Hitzewarnung. Immer noch ist Hoch „Annelie“ verantwortlich, das heiße Saharaluft ins Land leitet.

Hitze-Gewitter: Blitz steckt Haus in Brand

In Duisburg und Geilenkirchen wurden am Donnerstag 38,7 Grad gemessen, in Kleve 38,6 Grad. „Das waren fast tropische Verhältnisse, die wir dort hatten“, sagte der DWD-Experte. Die feucht-heiße Luft entlud sich in der Nacht zum Freitag im Ruhrgebiet bereits in einzelnen aber heftigen Gewittern. In Harsewinkel brannte ein Dachgeschoss nach einem Blitzeinschlag. Die zehn Bewohner konnten das Haus aber rechtzeitig verlassen.

Bis mindestens Dienstag werde sich die Hitze halten, sagte Leyser. Spürbar kühler werde es wohl erst am kommenden Donnerstag. Dann sagten die Computermodelle für den Norden Werte von unter 25 Grad voraus, für den Süden Temperaturen um 25 Grad.

Die Unwetterfront erreichte auch Teile von Rheinland-Pfalz und Niedersachsen - im Emsland wurden vereinzelt Blitzeinschläge gemeldet aber auch Fehlalarm ausgelöst, wie die Polizei berichtete. Auch am Freitagabend sind laut DWD wieder Gewitter möglich.

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In Deutschland häufen sich Hitzeperioden nach Erkenntnissen von Meteorologen seit den 1990er Jahren, und die Spitzentemperaturen steigen. Das geht aus einer Auswertung von DWD-Daten in fünf deutschen Großstädten hervor. Untersucht wurden 14-tägige Hitzeperioden mit einer mittleren Tagestemperatur von mindestens 30 Grad zwischen 1950 und 2014 in Hamburg, Dresden, Mannheim, Frankfurt und München.

Hitzewelle: Zahl der Badeunfälle steigt

Die Wärme lockt ans Wasser: Bei Badeunfällen kamen allein in NRW am Donnerstag drei Menschen ums Leben. In einem See in Hennef ertrank ein 18-Jähriger. In einem Schwimmbad in Nettetal starb ein ebenfalls 18-Jähriger. In Emmerich wurde ein 29-Jähriger aus einem Baggersee tot geborgen.

In einem Bonner Freibad rettete am Donnerstag ein Bademeister einem Jungen das Leben. Der Mitarbeiter hatte den Sechsjährigen leblos im Nichtschwimmerbereich treiben sehen und sofort aus dem Wasser geholt, teilte die Stadt Bonn mit. Eine 54-Jährige war in Baden-Württemberg am Dienstagabend nach einem nächtlichen Bad im Rhein bei Bad Bellingen vor dem Ertrinken gerettet worden. Die Feuerwehr in Hamburg warnte vor dem Baden in der Elbe. Der Gezeitenwechsel führe zu starken Strömungen.

Abkühlung suchen viele Menschen bei der Hitze aber auch im Meer. Die DLRG warnt an einigen Orten vor gefährlichen Unterströmungen. An einigen Stränden der Lübecker Bucht etwa sei besondere Vorsicht geboten. Wegen hoher Wellen und starker Strömung wurden an Stränden von Burg auf Fehmarn und Großenbrode am Donnerstag die gelben Flaggen gehisst.

An den heißen Tagen mussten immer wieder Kinder aus überhitzten Autos gerettet werden. Das Wetter treibt auch mehr Patienten in die Notaufnahmen von Krankenhäusern.

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Und mal wieder machten Klimaanlagen mehrerer Züge schlapp: Wegen ausgefallener Kühlung seien am Donnerstagnachmittag fünf Regional- und Fernzüge gestoppt worden, teilte ein NRW-Sprecher der Deutschen Bahn mit. Drei Intercitys auf dem Weg nach Hamburg wurden in Köln und Dortmund aus dem Verkehr gezogen. Hitzebedingte Störungen gab es auch an Weichen und auf Straßen: Auf der Autobahn 5 bei Heidelberg platzte die Fahrbahn auf, in Sachsen-Anhalt gab es Tempolimits.

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dpa

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