Städte-Trip nach Barcelona

Paar bekommt 90.000-Euro-Handyrechnung

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Die Diebe haben die SIM-Karte des Handys entnommen und ganz einfach den PIN geknackt. 

Gehrden - Ein Städte-Trip nach Barcelona hat für ein niedersächsisches Paar schlimme Folgen. Ihr Handy wurde gestohlen und kurze Zeit später flatterte eine Rechnung von 90.000 Euro ins Haus. 

Barcelona, eine wunderschöne Stadt in Spanien, die jedes Jahr zahlreiche Touristen in ihren Bann zieht. So auch ein Paar aus Niedersachsen, das sich einen kurzen Städte-Trip gönnen will. Doch damit haben sie nicht gerechnet: Als sie eines Abends in einer Altstadtkneipe sitzen und Stefan K. kurz auf Toilette gehen will, wird er von mehreren Männern angerempelt. Am nächsten Morgen bemerkt er: Sein Handy ist gestohlen worden. Sofort lässt er die SIM-Karte des Handys sperren, doch es ist schon zu spät. 

Die Diebe hatten trotzdem genügend Zeit, sich zu bereichern. Zurück in Deutschland bekommt das Paar eine Handyrechnung in Höhe von 89.956,81 Euro. Die Rechnung ist rund 33 Seiten lang und listet 3974 Anrufe auf. Das merkwürdige daran ist, dass es immer die selbe Nummer ist, die ins weißrussischen Minsk führt. Das Paar meldet sich bei seinem Mobilfunkanbieter, doch der beharrt darauf, dass die Rechnung bezahlt wird. In ihrer Verzweiflung wenden sie sich an die Sat.1-Reporter von "Akte.20.14". Die Reporter haken nach und finden heraus, dass der Vorfall kein Einzelfall ist.

Hunderte Anrufe einer kostenpflichtigen Nummer

Erst vor wenigen Wochen wurde in Barcelona eine Bande festgenommen, die diesen Handybetrug über hundert Mal erfolgreich durchgeführt haben soll. Der Trick dabei ist simpel. Zuerst wird das Handy gestohlen, dann wird die SIM-Karte entnommen und der zugehörige PIN geknackt. Ist das geschafft, werden teure kostenpflichtige Nummern in großem Stil angerufen. Die einzelnen Anrufe dauern jeweils knapp zehn Minuten und werden im Fünf-Sekunden-Takt getätigt. Mit der SIM-Karte muss also gleichzeitig mit mehreren Handys telefoniert worden sein. Die Ermittler vermuten, dass der Inhaber der kostenpflichtigen Nummer hohe Summen einkassiert und die Banden in Barcelona an dem Gewinn beteiligt. 

Nachdem sich das Team von Sat.1 eingeschalten hat, erließ der Mobilfunkanbieters des Paares aus Kulanz die Summe von knapp 90.000 Euro. Also noch mal Glück im Unglück für das Paar aus der Nähe von Hannover. 

mt

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