So viel Arbeit steckt im Super-Tunnel

Gotthard: Der längste Eisenbahn-Tunnel der Welt wird eröffnet

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Der Gotthard-Tunnel ist mit 57 Kilometern der längste Eisenbahn-Tunnel der Welt.

Luzern - Ganze 57 Kilometer lang ist der längste Eisenbahn-Tunnel der Welt: Am 1. Juni wird der Gotthard-Basistunnel in der Schweiz eröffnet. 17 Jahre Arbeit stecken in diesem Super-Tunnel.

Eigentlich hat der Gotthard-Tunnel nur Superlativen vorzuweisen: Mit 57 Kilometern ist er schon der längste Eisenbahntunnel der Welt. Dass der nicht über Nacht erbaut wird, ergibt sich von selbst - 17 Jahre lang waren die die insgesamt 2400 Bauarbeiter am Gotthard-Basistunnel im Einsatz und brachen 28,2 Millionen Kubikmeter Gestein aus den Alpen. Alles in allem kostete der Super-Tunnel 11 Milliarden Euro, der bis zu 2300 Meter tief unter den Alpen verläuft.

Verfolgen Sie die Eröffnung des Gotthard-Basistunnels bei uns im News-Blog.

Die Fahrzeiten zwischen Nord- und Südeuropa sollen sich durch den Gotthard-Tunnel erheblich verkürzen. Am Mittwoch, 1. Juni, wird das Bauwerk feierlich eröffnet. Zur Jungfernfahrt werden neben Schweizer Politikern Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Frankreichs Präsident François Hollande und der italienische Ministerpräsident Matteo Renzi erwartet.

Gotthard-Basistunnel für "Europa ein Geschenk des Himmels"

Seit Ende des 19. Jahrhunderts gibt es bereits einen Schienentunnel durch den Gotthard, der allerdings wesentlich höher verläuft. Der Gotthard-Basistunnel sei "für Europa ein Geschenk des Himmels", sagte EU-Verkehrskommissarin Violeta Bulc. Die Bahnstrecke unter den Alpen sei eine "lebenswichtige Verbindung" zwischen den Nordsee-Häfen von Rotterdam und Antwerpen und den Adria-Häfen.

Der Nord-Süd-Verkehr quer durch Europa soll durch den Tunnel flüssiger werden, außerdem hoffen die EU-Verantwortlichen, dass eine weitere Verlagerung des Frachtverkehrs von der Straße auf die Schiene möglich ist. Das wiederum reduziert die Luftverschmutzung.

Auch die Zahl der Bahnreisenden auf der Gotthard-Route soll nach Angaben des Schweizer Bahnbetreibers SBB steigen: Sie gehen von 15.000 Reisenden pro Tag bis im Jahr 2020 aus. Nach der feierlichen Eröffnung am Mittwoch ist zunächst ein mehrmonatiger Testlauf vorgesehen, bevor der Tunnel im Dezember vollständig den Betrieb aufnimmt. Dann soll sich die Fahrzeit zwischen Zürich und Mailand um rund eine Stunde auf zwei Stunden und 40 Minuten verringern. 260 Fracht- und 65 Passagierzüge sollen den Tunnel täglich passieren.

Das Bauwerk hat eine lange Vorgeschichte: Schon 1947 entwickelte der Schweizer Ingenieur Carl Eduard Gruner die Idee für den Riesentunnel. Nach seinen Vorstellungen sollte das Projekt zum Jahr 2000 fertiggestellt sein - letztlich irrte sich Gruner um 16 Jahre. Der Weg zur Verwirklichung seiner Vision war steinig. 1963 setzte die Schweizer Regierung ein Gremium ein, das den Bau eines Basistunnel unter dem Gotthard prüfen sollte. 1983 kamen die Behörden schließlich zu dem Schluss, das Projekt sei "nicht dringlich".

Gotthard löst einen anderen Tunnel im Guinness-Buch der Rekorde ab

In den folgenden Jahren wuchs jedoch die Zustimmung zu dem Pojekt, 1992 und 1998 stimmten die Schweizer in zwei Referenden für den Bau. 1999 begannen schließlich die Arbeiten, 15 Jahre später konnte der Alpen-Durchstich gefeiert werden.

Letzlich profitierte das Bauwerk von der langen Wartezeit von der ersten Idee bis zu deren Realisierung. Hätte Ingenieur Gruner schon vor 69 Jahren begonnen, den Tunnel zu bauen, hätten Arbeiter in einer teuren und gefährlichen Unternehmung einen Weg durch das Gestein sprengen und bohren müssen. Doch durch den Fortschritt in der Bohrtechnik war es schließlich ein hochmodernes und gigantisches Tunnelbohrgerät, das sich quer durch die Alpen fraß, den Abraum hinten auswarf und gleichzeitig vorfabrizierte Betonwände verlegte.

Neben seiner verkehrspolitischen Bedeutung ist dem Gotthard-Basistunnel auch ein Platz im Guinness-Buch der Rekorde sicher: Er löst den 53,9 Kilometer langen Seikan-Eisenbahntunnel zwischen den japanischen Hauptinseln Honshu und Hokkaido als weltlängster Bahntunnel ab, der 50,5 Kilometer lange Eurotunnel unter dem Ärmelkanal wird dann auf den dritten Platz verdrängt.

AFP

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